David gegen Goliath

19. Dezember 2011 23:33; Akt: 20.12.2011 09:17 Print

Casino-Pechvogel kämpft um 43 Millionen Euro

In Österreich hat ein Schweizer an einem Spielautomaten 43 Millionen Euro gewonnen. Wegen eines Defekts weigert sich das Casino, den Betrag auszuzahlen. Der unglückliche Gewinner geht jetzt vor Gericht.

Im August 2011 berichtet ORF 2 über den Fall des unglücklichen Glückspilzes Behar Merlaku.

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Im März knackte der in der Schweiz lebende Bodenleger Behar Merlaku den ganz grossen Jackpot. In der Spielbank Bregenz in Österreich gewann er im März fast 43 Millionen Euro. An einem Spielautomaten. Seine Frau und er hätten laut gejubelt, sagt der 26-Jährige der «Financial Times Deutschland». Doch die beiden hatten sich zu früh gefreut. Denn das Kasino verkündete sogleich, dass sei gar kein Glück sondern eine Panne gewesen – das Geld werde nicht ausgezahlt.

Damit liess sich Merlaku nicht abspeisen. Er nahm sich einen Anwalt. Am 10. Januar 2012 soll über den Fall verhandelt werden. Bereits im August 2011 wurde bekannt, dass Merlaku die gewonnenen 43 Millionen Euro nicht erhält. Doch erst jetzt spricht er über den Fall in der Öffentlichkeit. Besonders fragwürdig ist für Merlakus Anwalt Thomas Kerle, wie sich die Casino-Betreiber verhielten, nachdem Merlaku gewonnen hatte. «Ein Casinomitarbeiter hat einen Code in den Automaten eingetippt, die Anzeige gelöscht und ist mit der Chipkarte meines Mandanten verschwunden», erzählt Merlakus Anwalt Thomas Kerle dem deutschen Blatt. Anschliessend habe der Direktor des Kasinos erklärt, der Automat habe ein Auszahlungslimit von 4500 Euro, der Jackpot sei durch einen technischen Fehler ausgelöst worden.

Spielbankenbetreiber haben Vertrag gebrochen

Für Anwalt Kerle ist klar, dass durch das Spielen am Automaten ein Vertrag zwischen spielendem Gast und Spielbankenbetreiber Casinos Austria entstehe. Die Betreiber seien dadurch verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Automaten ordnungsgemäss funktionieren. Auch die Kontrolle seitens des österreichischen Staates, der Justiz und des Finanzministeriums hätten nicht funktioniert. Diese hätten als Aufsichtsbehörden einschreiten müssen. Die Polizei habe ebenfalls versagt und den betroffenen Automaten nicht sichergestellt, genauso wenig die Bilder der Überwachungskameras. «Bis heute wurde verhindert, dass der Spielautomat und die Software von einer unabhängigen Stelle untersucht werden», so Kerle.

Casinos Austria widerspricht dem: «Der Automat ist bei uns verwahrt und wird dem Gericht zur Verfügung stehen», so ein Unternehmenssprecher. Weiter wolle sich der Konzern zu dem Fall nicht äussern, heisst es bei der FTD.

Obwohl Merlaku allein gegen einen riesigen Konzern antritt, glaubt er an einen Sieg vor Gericht. Es gebe mehrere Beispiele, in denen Spieler sich gegen Kasino-Betreiber durchgesetzt hätten. In Südafrika habe ein Spieler auf einem ähnlichen Gerät 43 Millionen Euro gewonnen – das Geld wurde ausgezahlt. In Las Vegas habe ein Spieler um 163 Mio. Dollar gestritten und diese schliesslich erhalten. Für Merlaku ist deshalb klar: Er wird weiterkämpfen. «Wenn nötig bis an mein Lebensende.»

(ske)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan K. am 20.12.2011 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gib alles

    Go, go , go Behar!! Ich hoffe, Du gewinnst! :)) *Daumendrück*

  • M.M. am 20.12.2011 00:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    43 Mio. müssen ausbezahlt werden!

    Ganz klar! Die 43 Mio. mûssen ausbezahlt werden! Kann ja im Nachhinein jeder kommen und begaupten der Automat wäre deffekt gewesen!

  • Ino regret am 19.12.2011 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pech gehabt

    Seltsam der Spieler muss doch nicht für die Unfähigkeit und Fehler der Betreiberfirma bezahlen, gehts noch. Vor allem weil es ja ausdrücklich um Glücksspiele geht. D.h. Spieler für einmal Glück gehabt Betreiber Pech gehabt, basta! Da könnten ja jeder kommen und sagen es sei ein Defekt gewesen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf Solothurn am 20.12.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht für den!

    Auf keinen Fall würde ich als Casinobetreiber dem das Geld geben! Der soll wie jeder andere anständig arbeiten gehen!

  • Alain Mohler am 20.12.2011 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Rechte für die Grossen

    Für den Ordungsgemässen Betrieb der Geräte ist der Casino-Betreiber verantwortlich. Da dies nicht gewährleistet ist hat die Aufsichtsbehörde einzuschreiten und die gg. die Lizenz zu entziehen. Die Casinos können mit den Spielern machen was sie wollen. Die Spielbankenkommission ist den Informationen der Betreiber heillos ausgeliefert. Hier sollte endlich eine Ombudsstelle eingerichtet werden die Rechtswege beschreiten kann.

  • Jack am 20.12.2011 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bon Chance

    Viel Erfolg bei der Verhandlung! Die Casinos dürfen auch mal verlieren!

  • Al Capone am 20.12.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Glücksbringer

    Da hat er ja richtig Schwein gehabt. Zum Glück ist die Kiste nicht gleich explodiert! Aber irgendwie kann man ihn ja verstehen. Da wird einem mal gezeigt wie ein Jackpot aussieht und schaut am Schluss doch in die Röhre. Meine Devise: Kein Geld in Automaten verschwenden!

  • Michele am 20.12.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    2Mio und er ist bestimmt glücklich :-))

    Den max. Gewinn von 2Mio. auszahlen Punkt !