Gefährliches Algen-Gift

14. September 2010 22:46; Akt: 14.09.2010 21:38 Print

Coop ruft Muscheln zurück

Coop hat eine Rückrufaktion für Miesmuscheln gestartet. Sie könnten ein gefährliches Algengift enthalten – und zu Durchfall und Erbrechen führen. Der Klimawandel könnte das Problem noch verstärken.

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In gewissen Gewässern können in Algen Gifte entstehen, die von Muscheln aufgenommen werden. (Imago)

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Das französische Gesundheitsministerium hat eine Warnung herausgegeben, dass die Krustentiere das Algen-Toxin enthalten können, das nach dem Konsum zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Gestern hat Coop deshalb eine Rück­rufaktion für die spanischen Miesmuscheln mit der Bezeichnung «Moules à la marinière» gestartet. Es sei zwar eine reine Vorsichtsmass­nahme, so Coop-Sprecherin Sabine Vulic. «Eine akute Gesundheitsgefährdung bestand für die Konsumenten zu keinem Zeitpunkt.»

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In den Tropen hat sich allerdings gezeigt, zu welch schlimmen Folgen der Konsum von verseuchten Muscheln führen kann: Das dort in warmen Gewässern in Algen entstehende Toxin Ciguatera kann für Menschen tödliche Folgen haben. Jedes Jahr erkranken zwischen 10 000 und 50 000 Personen daran. «Die Muscheln lagern das Toxin im Gewebe ein. Zudem sind die Erreger hitze­resistent und werden beim Kochen nicht abgetötet», so ETH-Lebensmitteltechnologe Martin Loessner. In unseren Breitengraden sei das gesundheitliche Risiko hingegen vergleichs­weise gering. Hugo Kupferschmidt, Direktor vom Tox­zentrum Schweiz, schliesst nicht aus, dass sich gefährliche Algen durch die Meereser­wärmung auch in Europa festsetzen: «Klimaveränderungen bewirken, dass sich Pflanzen an Orten ausbreiten, wo sie zuvor nicht existierten.»

(fum/hal)