Taschenlampe an

09. Oktober 2018 19:27; Akt: 09.10.2018 19:27 Print

Darum leuchten alle in Sydney auf das Opernhaus

Hunderte Menschen richteten in der Dunkelheit ihre Taschenlampen auf die Fassade der Oper in Sydney – aus Protest.

So protestieren Australier vor dem Opernhaus in Sydney gegen kommerzielle Werbung an dem weltberühmten Gebäude. (Video: Twitter)
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Das berühmteste Gebäude Australiens soll nach dem Willen der Regierung zur Werbefläche werden. Den Bewohnern von Sydney passt das gar nicht: Am Dienstagabend versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Opernhaus und leuchteten mit Fackeln und Taschenlampen auf die Fassade, um die Werbung für ein grosses Pferderennen zu stören.

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In der Dunkelheit wurde die Trophäe des Everest Cup auf das Opernhaus projiziert. Der Event ist eines der lukrativsten Pferderennen der Welt.

Opernleiterin wehrte sich – vergebens

Wie die BBC berichtet, herrscht seit Wochen Ärger um die Ausstrahlung von Werbung auf die Segel des Opernhauses. Zwar wurde das Gebäude in der Vergangenheit immer wieder beleuchtet, doch es ist das erste Mal, dass es als Fläche für kommerzielle Werbung genutzt wird.

Dabei hatte sich die Leiterin der Oper vehement dagegen gewehrt. Das berühmte Wahrzeichen von Sydney sei «keine Werbetafel», sagte Louise Herron im Interview mit dem Radiosender 2GB am Freitag.

Sogar die Unesco mischt sich nun ein

In einer Onlinepetition erhielt sie die Unterstützung von fast 300'000 Personen. Doch sowohl die Premierministerin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, als auch Australiens Premierminister Scott Morrison überstimmten den Entscheid und erlaubten die Werbenutzung, mit der Begründung, es sei «positiv für die Wirtschaft und den Tourismus».

Das Sydney Opera House ist eines der markantesten Gebäuden des 20. Jahrhunderts. 2007 wurde es in die Liste des Unesco-Welterbes eingetragen. Gebenüber dem «Guardian» sagte ein Unesco-Sprecher, man werde sich der Sache annehmen.

(kle)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Irre mit dem Smartphone am 09.10.2018 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sponsoring

    Die Politik verkauft das Volk schon längst, überall, also warum vor Wahrzeichen halt machen? Der Fairness halber sollten die Politiker auch, gut sichtbar, die Namen ihrer Sponsoren tragen.

  • bebbeli am 10.10.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    sich wehren

    Bravo, dass die einfachen Leute sich zu wehren wissen.

  • Hämdsärmel am 09.10.2018 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich gut für den Tourismus!

    Aber nur sehr kurzfristig. "LAST MINUTE: Das Opernhaus noch das letzte mal Werbefrei sehen! 1 Woche Sydney ab 999.-"

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leuchtturm am 10.10.2018 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Also wirklich jetzt

    Das sind doch alles Leuchten!

  • bebbeli am 10.10.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    sich wehren

    Bravo, dass die einfachen Leute sich zu wehren wissen.

  • Hämdsärmel am 09.10.2018 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich gut für den Tourismus!

    Aber nur sehr kurzfristig. "LAST MINUTE: Das Opernhaus noch das letzte mal Werbefrei sehen! 1 Woche Sydney ab 999.-"

    • jawohl am 10.10.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      das ist Ironie

      Das ist eine Ironie oder?

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  • marko 33 am 09.10.2018 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Krass

  • Der Irre mit dem Smartphone am 09.10.2018 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sponsoring

    Die Politik verkauft das Volk schon längst, überall, also warum vor Wahrzeichen halt machen? Der Fairness halber sollten die Politiker auch, gut sichtbar, die Namen ihrer Sponsoren tragen.