Verboten

17. Juli 2009 13:21; Akt: 17.07.2009 15:21 Print

Das Aus für die gesponserte Uhr?

Das Schweizer Fernsehen (SF) darf den Mini-Werbespot mit der laufenden Uhr vor seinen Nachrichtensendungen künftig nicht mehr ausstrahlen. Der Bund stellte eine Verletzung der Sponsoringbestimmungen des Radio- und Fernsehgesetzes fest.

Fehler gesehen?

Die SRG akzeptiert den Entscheid jedoch nicht und wird diesen ans Bundesverwaltungsgericht weiterziehen, wie SRG-Sprecher Max Gurtner am Freitag zu einem Bericht des Zürcher «Tages-Anzeigers» bestätigte. «Aus unserer Sicht gibt es keinen Anlass zur Änderung der langjährigen Praxis.» Zum Verfahren kommt es, weil sich SRG und BAKOM nicht auf eine Umsetzung einigen konnten.

Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) rügte in einer im Internet veröffentlichten Verfügung, dass in den Sendungen «Zeitinformation» vor den Newssendungen keine korrekte Nennung des Sponsors am Anfang oder am Ende der Sendung erfolge, eine Sponsorwidmung fehle und der Sponsor damit einen werblichen Auftritt erhalte.

Es geht um die laufende Uhr, die vor der Hauptausgabe der «Tagesschau» - ebenso wie vor den Hauptnachrichtensendungen von TSR 1 und TSI 1 - sowie vor den Sendungen «Schweiz Aktuell» und «10vor10» ausgestahlt wird, und bei der ein Mini-Spot im Abstand von zehn Sekunden wiederholt wird.

Verfahren bereits 1997

Die «gesponserte Uhr» ist dem BAKOM nicht zum ersten Mal ein Dorn im Auge. Schon im 1997 entschied das BAKOM gegen die «gesponserte Uhr». Damals hiess das UVEK die Praxis der SRG jedoch gut. «Das BAKOM nimmt nun das neue Gesetz zum Anlass, das Uhrensponsoring wieder infrage zu stellen», stellt SRG-Sprecher Gurtner fest.

Die Spots vor der «Tagesschau» sind attraktiv, da Informationssendungen nicht gesponsert werden dürfen. Die SRG deklariert die «gesponserte Uhr» deshalb seit 1992 als eigene Kürzestsendung. Das BAKOM akzeptiert dies.

(ap)