Todesbucht von Taiji

17. September 2014 08:06; Akt: 17.09.2014 14:59 Print

Das Delfin-Gemetzel geht wieder von vorn los

Im japanischen Walfangort Taiji sind die ersten Delfine in der neuen Jagdsaison abgeschlachtet worden. Mehrere Tierschutzorganisationen sind bereits vor Ort.

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Vor der Küste des Fischerdorfs Taiji sind nach Angaben von Tierschützern die ersten Delfine in der neuen Jagdsaison abgeschlachtet worden. Mindestens acht Risso-Delfine seien getötet worden, darunter ein Jungtier, wie die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd am Dienstag mitteilte.

Die Aktivisten berichteten live von einer Bucht, wo Taijis Fischer alljährlich Delfine zusammentreiben. Via Twitter gaben sie bekannt, dass bereits zwölf Boote aufs Meer hinausgefahren seien, um die Hatz auf Delfine zu beginnen.


Auch «The Dolphin Project» ist in Taiji vor Ort. «Zwei Exemplare heute erlegt. Eine Mutter und ihr Kleines», twittern die Tierschützer.



Eine «historische Tradition», sagen die Japaner

Der Ort war durch den Oscar-gekrönten Dokumentarfilm «Die Bucht» über das Gemetzel zu trauriger Berühmtheit gelangt. Die alljährlich zwischen September und März stattfindende Jagd auf die Delfine stösst sorgt weltweit für Empörung.

Die schönsten Exemplare werden im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aussortiert. Die übrigen werden in einer Nachbarsbucht abgeschlachtet.

Japan verteidigt das Treiben damit, dass dies zur japanischen Esskultur gehöre und «historische Tradition» habe. Tatsache ist aber, dass die meisten Japaner kaum Delfine essen.

Umweltschützer verweisen darauf, dass das Fleisch der Tiere hochgradig mit Quecksilber belastet sei. Dennoch geht die Jagd auf die Delfine weiter: Zum einen sehen die Fischer Delfine als Konkurrenten, da sie Fisch fressen. Zum anderen lockt das lukrative Geschäft mit lebenden Tieren für die Delfinarien in aller Welt.

(kle)