Washington

15. März 2011 22:05; Akt: 15.03.2011 22:15 Print

Das Feuer wird erst seit 400 000 Jahren genutzt

Der Mensch hat das Feuer laut einer neuen Studie später beherrschen gelernt als bislang gedacht.

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Erst seit 300 000 bis 400 000 Jahren wird Feuer demnach regelmässig zum Wärmen und Kochen benutzt. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Urmenschen bereits vor einer Million Jahren ihr Fleisch gebraten haben. Wil Roebroeks von der Universität Leiden (NL) und Paola Villa von der Universität Colorado untersuchten 141 archäologische Stätten in ganz Europa, wie sie im Fachmagazin «PNAS» berichten.

Dabei stiessen sie auf eine Ungereimtheit: Während es Hinweise darauf gibt, dass die ersten Menschen schon vor rund einer Million Jahren in Europa lebten, so verwenden sie jedoch erst seit rund 400 000 Jahren regelmässig Feuer. Danach setzten die Neandertaler und modernen Menschen in Europa regelmässig Feuer ein, um sich zu wärmen, zu kochen oder der Dunkelheit zu ent­kommen.

Die Erkenntnisse seien ebenso deutlich wie überraschend, schrieben die Forscher in ihrer Studie. Die meisten Archäologen sind sich einig, dass das Feuer bei der Kolonialisierung ausserhalb Afrikas eine wich­tige Rolle spielte. Dies gilt besonders in Europa, wo die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Aber wie überlebten die ersten Menschen dieses kalte Klima ohne Feuer? Die Forscher verweisen auf einen sehr aktiven Lebensstil und eine proteinreiche Ernährung, die den Menschen damals möglicherweise dabei half, die Kälte zu überstehen. Schliesslich gebe es klare Hinweise auf den Verzehr von rohem Fleisch und Fisch.