Terroranschlag in Moskau

25. Januar 2011 13:44; Akt: 25.01.2011 15:03 Print

Das Killerspiel ist brutale Realität geworden

Im Videospiel «Modern Warfare 2» attackieren Spieler als Terroristen den Moskauer Flughafen. Die Szenen aus dem Spiel zeigen verstörende Parallelen zur Realität.

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Bereits vor dem Verkaufsstart hat das Killer-Game «Call of Duty: Modern Warfare 2» für eine Kontroverse gesorgt: In einer Teilaufgabe des Spiels stürmt der Gamer als Mitglied von Terroristen den Flughafen Domodedowo in Moskau. Wie der Trailer des Spiels zeigt, eröffnen die Terroristen kaum aus dem Fahrstuhl das Feuer auf die Reisenden. Blut spritzt, Scherben fliegen herum und ein Berg von Leichen bleibt nach dem virtuellen Gemetzel zurück.

Die Terroristen-Szene erschütterte selbst hartgesottene Anhänger von Ego-Shootern. Die Gamer-Community kritisierte dabei vor allem die unreflektierte Darstellung des Terroraktes. Die Motivation der Terroristen sei unklar. Der Hersteller Activision entschärfte daraufhin in der deutschen und japanischen Version die Szenen, indem der Spieler selbst nicht mehr schiessen kann, aber immer noch als Mitglied der Terrorgruppe mitläuft. In der internationalen Version des Spiels bleibt es dem Spieler überlassen, ob er auf unbewaffnete Zivilisten schiessen will oder nicht.

Hersteller: «Wir wollen den Druck auf den Spieler erhöhen»

Activision rechtfertige die Szenen damit, dass der Angriff «den Grad der Bosheit und Kaltblütigkeit eines russischen Bösewichts und seiner Einheit» zeige. «Indem wir dies zeigen», hiess es in der Pressemitteilung weiter, «erhöhen wir den Druck auf den Spieler, den Bösewicht in den anderen Missionen zu stoppen.» Das Game sei ein Fantasy-Actionspiel dessen Spielinhalte intensiv, realistisch und an reale Konflikte angelehnt seien.

Wie nahe die Entwickler an der Realität blieben und wie wenig Feingefühl sie hatten, beweist nun der Angriff auf den Flughafen Domodedowo. 35 Menschen starben bei dem mutmasslichen Selbstmordanschlag, rund 180 weitere wurden von der Explosion und den umherfliegenden Metallteilen verletzt. In Ameteurvideos sieht man, wie sich Leichen stapeln und tote Menschen zwischen Gepäckwagen liegen. Die blutigen Szenen sind noch verstörender, wenn man die Parallelen zum Spiel sieht - in welchem fast identische Bilder zu sehen sind.

Dienen Games als Vorbilder oder gar als Training?

Die russischen Behörden hatten das Spiel bereits bei der Veröffentlichung am 10. November 2009 zunächst nicht in den Verkauf lassen wollen, der Hersteller kam dem Verbot allerdings zuvor und schnitt die Flughafen-Szenen für die russischen Versionen heraus. Die Kontroverse tat dem Erfolg des Spiels keinen Abbruch: Es verkaufte sich am ersten Tag alleine in Grossbritannien und den USA 4,7 Millionen Mal und hielt damit den Verkaufsrekord bis zum Release der neuesten Ausgabe des Spiels.

Offizielle Statements gab es von Activision seit dem realen Angriff nicht. Der Gamehersteller wird sich mit der Thematik allerdings auseinandersetzen müssen. «In der Tat ist es verstörend, Szenen aus einem Videospiel in echt zu sehen», sagte Walid Phares, Direktor des «Future Terrorism Project» von der Stiftung zur Verteidigung der Demokratie gegenüber dem amerikanisch-russischen Newsportal rt.com. «Die Frage ist nun», so Phares weiter, «ob Terroristen oder Extremisten diese Videos oder Spiele als Vorlage für ihre Anschläge verwenden oder sie gar als Training nutzen.»

(amc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • blackops am 17.02.2011 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    ojeh...

    wenn ich hier so die kommentare lese muss man wirklich staunen wie doof manche menschen einfach sind! jetz mal im ernst.. wenn ihr dem spiel die schuld geben würded, darf man keine spielkonsole mehr verkaufen/herstellen.. ich meine was is wenn es einen raserunfall gibt... wollt ihr dem need for speed die schuld geben?? weil man da durch die strasen rasen kann? das ist doch lächerlich.. diese menschen sind mit prutalität aufgewachsen... was meint ihr.. wenn es in der schweiz pro tag 4 tote geben würde.. wir wären als schweizer genau so prutal und rücksichtslos...

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  • Dominik Gräub am 25.01.2011 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kein "Killer-Game" -> EGO-SHOOTER!!!

    Diese Art Games nennt man so zur info nicht "killergame" sondern Ego-shooter und attentate gab es ja wohl auch schon vor dem ersten Shooter (Oke, davor haben sie mit Pacman ihre Angriffstaktiken geübt -.-) und zum angeblichen Training mit solchen PC Games: Wie soll das gehen? habe auch öfters gespielt, im militär konnte ich trozdem nicht schiessen. Und soweit ich weiss hat die US-army ihr Projekt mit games zum abstumpfen von soldaten auch eingestellt, weil es nutzlos war.

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  • Jihadx am 25.01.2011 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    War ja klar....

    Ach eine detonierte Bombe in der Realität und ein in einem Videospiel extra in Szene gesetzter fiktivre Terrorakt gleich zu vergleichen ist ja wohl total unnötig! Das Spiel ist mittlerweile sicherlich mehr als 8 Millionen mal verkauft worden und wird weder als Inspiration noch als Tatmotiv für die Bombe herreichen können. Also lasst diese lächerlichen Vergleiche.

Die neusten Leser-Kommentare

  • CoD-Gamer am 26.05.2011 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenhang?

    Es werden wieder einmal Birnen mit Äpfel verglichen. Der Terroranschlag war im Januar 2011 und das Spiel ist im November 2009 erschienen. Sicherlich ist der Selbstmordanschlag zu verurteilen. Doch einem Computerspiel die Schuld zu geben, ist ein wenig einfach. Warum sind seit dem 11. September überhaupt noch Flugsimulatoren erlaubt?

  • Thomas am 21.04.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    verbieten

    niemand brauchth solche spiele. es ist krank diese auch noch verteidigen zu wollen. hört auf immer alles schön zu reden.

    • Besserwisser am 26.05.2011 19:00 Report Diesen Beitrag melden

      Bla bla bla

      Wem's nicht gefällt, soll's nicht kaufen. Bei "Menschen", die sowas in Real anrichten, ist VIEL FRÜHER massiv viel falsch gelaufen (Schule? Ausgeschlossen? Erziehung? Eltern? Umfeld? etc.). Jeder mit gesundem Menschenverstand würde NIE sowas - nur weil er ein solches Spiel gespielt hat - in Real in die Tat umsetzen! Da kann mir keiner was erzählen! PS: habe mit Doom & Quake & Wolfenstein angefangen und glaubt mir, ich war damals weit unter 18 Jahre jung ... trotzdem hatte ich nicht einmal den Gedanken, "Amok" zu laufen.

    • f*ck am 22.06.2014 21:41 Report Diesen Beitrag melden

      tomas du solltest verboten werden

      Thomas es hat keinen zusammenhang wenn es einen amoklauf gibt zu einem game. wenn jemand das macht ist er nicht bei sinnen und das hat nicht mit einem game zu tun.

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  • Nic am 22.02.2011 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Respekt

    Wann beginnt man endlich einzusehen dass der Mensch den Abzug zieht bzw. die Bombe zündet. Ist man etwa zu faul um zu erkennen das zb. Amokläufe durch Mobbing und Verwahrlosung entstehen und nicht durch ein realitätsfremdes Game. Und bei einem Terroranschlag spielen Religion (egal welche), Politik, Unzufriedenheit und vorallem Hass eine Rolle. Wann will man das endlich einsehen?!

    • Besserwisser am 26.05.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

      Meine Rede

      Verstehe ich auch nicht! Mord & Totschlag ist seit Jahrhunderten, Jahrtausenden real! Computerspiele in diese Richtung gibt es erst seit einem, max. zwei Jahrzehnten! Ursachen für reale Amokläufe sollten die Psychologen im Kindesalter der Täter suchen, bei den Eltern, Verhältnissen, Umfeld, Schule etc. ... und sicher nicht bei Computerspielen. Manche Menschen machen sich's heute halt schon sehr einfach...

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  • black ops am 17.02.2011 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    realität ist schuld!

    mal eine andere ansicht.. wie kommt ihr eigentlich darauf das der terrorangriff wegen den killerspielen ausgeübt wurde? jetz mal ganz zurück denken.. würde man ein killerspiel entwickeln wenn man nicht weis wie es aussehen würde wen jemand erschossen wird? damit meine ich... eigentlich ist der reale terror schuld an den entwickelten killerspiele... oder etwa nicht?

    • Besserwisser am 26.05.2011 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      Exakt

      Da hast du Recht! Was war zuerst da? Terroranschläge / Terroristen in der echten Welt ... ODER etwa doch die Computerspiele? Stimmt, die Computerspiele gabs schon im alten Ägypten & Rom ... klar! Erzählt mir noch eine andere dumme Geschichte! Im alten Rom waren Glatiatorkämpfe an der Tagesordnung, dort trug es sogar noch ZUR UNTERHALTUNG bei! Überlegt eure sogenannten "Argumente" noch einmal genau!

    • Made750 am 27.05.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

      Überschrift des Artikel verkehrt

      Ich geb back ops volkommen Recht. Der Titel des Artikels ist daher völlig flasch gewählt oder besser verkehrt geschrieben. Aus der Realität ist das Killerspiel entstanden. Widmet euch lieber der Erziehung von euren Kindern, helf Ihnen damit umzugehen, egal ob richtiger Anschlag oder nur virtuell. Verbietet Ihnen die Spiele bis Sie alt genug sind, aber macht nicht Killerspiele verantwortlich für Taten welche aus anderen komplexeren Gründen entstehen. Bleibt Sachlich und schaut euch die Materie auch mal an bevor Ihr Urteilt. Gruss Made750

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  • blackops am 17.02.2011 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    ojeh...

    wenn ich hier so die kommentare lese muss man wirklich staunen wie doof manche menschen einfach sind! jetz mal im ernst.. wenn ihr dem spiel die schuld geben würded, darf man keine spielkonsole mehr verkaufen/herstellen.. ich meine was is wenn es einen raserunfall gibt... wollt ihr dem need for speed die schuld geben?? weil man da durch die strasen rasen kann? das ist doch lächerlich.. diese menschen sind mit prutalität aufgewachsen... was meint ihr.. wenn es in der schweiz pro tag 4 tote geben würde.. wir wären als schweizer genau so prutal und rücksichtslos...

    • CH gamer am 22.06.2014 21:38 Report Diesen Beitrag melden

      Wahrheit

      LIke!!

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