Begpacker-Problem

08. Juli 2019 14:23; Akt: 08.07.2019 14:23 Print

«Bezahl für deinen Trip oder such dir einen Job!»

Um sich das Reisen durch Asien zu finanzieren, greifen immer mehr Backpacker aus Europa zu einer umstrittenen Methode: Sie betteln. In Indonesien greift nun die Regierung ein.

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«Hallo, mein Name ist Sergey und ich reise während fünf Monaten durch Asien. Hongkong ist fantastisch, aber auch sehr teuer. Deshalb reicht mein Geld nicht, um meine Reise fortzusetzen. Bitte helft mir!» Mit diesen mit blauem Stift auf ein Stück Karton geschriebenen Zeilen bettelt ein junger Mann in Indonesien um einen Zustupf in seine Reisekasse.

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Sergey ist ein sogenannter Begpacker. Beg heisst auf Englisch so viel wie betteln, und er ist nicht der Einzige seiner Gattung. Immer mehr westliche Rucksacktouristen bitten während ihrer Reisen durch die Welt um Geld – vor allem bei Reisen durch Entwicklungsländer. Sei es mit Gitarre oder Geige untermaltem Gesang oder einfallslosen Kartonschildern wie jenem von Sergey – es sind Aktionen wie diese, die bei der lokalen Bevölkerung immer mehr auf Ablehnung stossen. Wenn man bedenkt, dass in Bali fast ein Drittel der Bevölkerung in Armut lebt, völlig zu Recht.

«Wenn es dir nicht gefällt, dann geh doch»

Der in Südkorea lebende Journalist Raphael Rashid stört sich ebenfalls an den bettelnden Touristen. Auf Twitter veröffentlichte er ein Bild eines westlichen Reisenden, der auf der Strasse bettelt.
Offenbar habe diese Szene bei einem älteren Mann das Fass zum Überlaufen gebracht: «Ein Grossvater konfrontierte diesen schamlosen Drecksack und sagte ihm in gebrochenem Englisch, er solle in sein eigenes Land zurückkehren», schreibt Rashid auf Twitter. Der Bettler soll dem alten Mann daraufhin entgegnet haben: «Wenn es dir nicht gefällt, dann geh doch.»


Auch andere Twitter-Nutzer beschweren sich über die Schmarotzer. Der Tenor: «Bezahl gefälligst für deinen eigenen Trip oder such dir einen Job!»





Bettelnde Touristen werden an Botschaft verwiesen

Auf der indonesischen Insel Bali reagiert nun sogar die Politik auf die steigende Anzahl Begpacker: Wie das Newsportal Detik schreibt, hat die Einwanderungsbehörde damit begonnen, Meldungen an die zuständigen Botschaften zu machen, damit die Betroffenen betreut werden können. Betteln würden vor allem Australier, Briten und Russen.

(rab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schnitzel mit Pommes am 08.07.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    Sorry, in einen der Ärmsten länder der Welt zu gehen und Betteln um zu reisen ist für mich unterste schublade.

  • Mancunian am 08.07.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Unding

    Das ist genau so wie diese sogenannten Influencer. In meinen Augen einfach nur Schnorrer, die sich auf Kosten Anderer ein nettes Leben machen wollen.

  • Lu~ am 08.07.2019 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Absolut das letzte! Betteln in Ländern wo es Menschen hat die es wirklich nötig haben. Geht Arbeiten und finanziert die Reise selber!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lara Laa am 09.07.2019 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Künstler

    Wenn man Musik macht oder gemalte Bilder verkauft, finde ich das okay (mit Bewilligung). Ist dann schliesslich ein Handel. Bei dreistem Betteln ist das etwas anderes.

  • Babett am 09.07.2019 00:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Dieser Grossvater hatte völlig recht ihm die Meinung zu sagen. Was wird bloss mal aus denen? Aber wenn man so nachdenkt, ist es bei uns doch gleich! Bei uns klingeln sie an der Türe und halten dir einen Zettel hin so als könnten sie nicht reden. Dann haben wir diejenigen, die Arbeit haben aber sich lieber nich zu sehr anstrengen. Ist ja schöner das Nichtstun und die anderen zahlen für mich! Auch gibts organisierte Banden die sich als Bettler ausgeben müssen .Skrupellose gibt es überall auf der Welt und die wissen auch nicht was Scham ist . Heute kann man Niemandem mehr trauen.

  • Tonto am 08.07.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles weird

    Nicht die feine Art in armen Ländern! Aber besser, als dort rumzuprotzen mit Geld und wie der Allerheilige kleine Spenden zu verteilen! Aber sich darob jetzt so aufzuregen ist auch falsch! Die Leute wollen so einfach eine andere Erfahrung machen, seis drum! Meins wärs nicht! Es MUSS ja auch niemand Geld geben. Wenn man aber schon bisschen die Landessprache beherrscht, warum nicht mal einen Aushilfsjob annehmen? Jemand lässt einen sicher aus Sypathie arbeiten! Das sind dann echte Erfahrungen und wer weiss, beim Chrampfen findet man vielleicht neue , ECHTE Freunde.... Und Respekt!!

  • Swiss Miss am 08.07.2019 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die haben einfach nichts begriffen!

    Finde ich ganz schlimm und ich schäme mich für das Bild, das man hier vom Westen vermittelt. Wie ignorant kann man nur sein, dass man nicht selber auf die Idee kommt, dass das nicht geht?

  • locopinoy am 08.07.2019 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    arme länder

    solche Leute müsste man vor Ort den Pass entziehen und auch die Kreditkarten. Damit sie Wirklich um ihr überleben betteln müssten.