Art on Rice

15. April 2013 20:30; Akt: 15.04.2013 20:30 Print

Das sind doch mal «Kornkreise»

Wenn seltsame Muster in Feldern tatsächlich von Ausserirdischen stammen, dann stellt sich die Frage: Warum speisen sie uns mit popeligen Kreisen ab, während sie in Japan solche Bilder kreieren?

Zum Thema
Fehler gesehen?

Immer wieder versetzen uns kunstvolle Kornkreise in Staunen. Wer die Bilder produziert, bleibt meist ein Geheimnis. Umso fantasievoller sind die Theorien, die sich um ihre Entstehung ranken. Die naheliegendste Erklärung, dass Kornkreise ein Werk von Menschen sind, wird von Esoterikern gern vom Tisch gewischt. Besonders beliebt ist die Behauptung, hier seien Ausserirdische am Werk gewesen.

Nun denn, sei es so. Doch dann müssen wir uns fragen, weshalb uns die Ausserirdischen mit popeligen Kreisen abspeisen, während sie in Japan wahre Kunstwerke kreieren. Denn was man zum Beispiel in den Reisfeldern des Dorfs Inakadate zu sehen bekommt, ist schlicht museumsreif.

Hier galoppieren etwa riesige Samuraikrieger in voller Pracht auf ihrem Streitross übers Feld. Andere Werke zeigen berühmte Künstler des Landes sowie Götter und Legendenfiguren. Doch damit nicht genug: Selbst Mona Lisa und Napoleon zierten bereits die Reisfelder des Dorfs – da wurde doch stinkfrech westeuropäisches Kulturgut geplündert.

Das ganze Dorf legt Hand an

Was also haben die Ausserirdischen gegen uns? Über die Antwort auf diese Frage mögen sich die Esoteriker den Kopf zerbrechen. Denn in Japan – wie in unseren Breitengraden auch – sind ganz normale Menschen am Werk. Im Fall von Inakadate gar ein ganzes Dorf. 1993 hatten sich die Einwohner überlegt, wie sie ihr Dorf attraktiver machen könnten. Sie entschieden sich für Bilder in den Reisfeldern, um auf die über 2000 Jahre alte Tradition des Reisanbaus zu verweisen. Und so begannen sie, vier unterschiedliche Reissorten so in ein Feld zu pflanzen, dass ein Bild entstand. Die Gemälde wurden mit den Jahren immer detaillierter und ausgefeilter. Mittlerweile ist die Aussaat derart aufwendig geworden, dass Teile des Felds für Sponsoren reserviert werden.

Ihr Plan ging auf. Jedes Jahr besuchen mehr Menschen aus ganz Japan das Dorf. Die Natur-Kunst hat Inakadate weltberühmt gemacht.


Hier entsteht ein «Reisbild» im Zeitraffer:


(Quelle: YouTube/Pinktentacle3)

(kmo)