07. April 2005 11:44; Akt: 07.04.2005 11:46 Print

Das wilde Bündnerland

Graubünden könnte in naher Zukunft der erste Kanton werden, in dem die drei Grossraubtiere Luchs, Wolf und Bär wieder heimisch sind.

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Dies zeigt eine Studie des WWF über mögliche Lebensräume für Braunbären in den Alpentälern der Schweiz.

Es sei lediglich eine Frage der Zeit, bis Braunbären aus dem nahe gelegenen italienischen Trentino in die Schweiz einwanderten, teilte der WWF Schweiz am Donnerstag mit.

Die von der Koordinationsstelle für Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere (KORA) durchgeführte Untersuchung belege, dass es Lebensräume und Wanderrouten gebe, die sich für Bären eigneten.

Trotz der dichten Besiedelung fänden sich in den Süd-, Zentral- und Nordalpen noch ausgedehnte Gebiete, die als Lebensräume in Frage kämen, schreibt der WWF. Die Trentiner Bären könnten das Engadin über «mehrere bequeme Routen» erreichen. Vermutlich tauchten sie zunächst im Münstertal und im Nationalpark auf.

Die ökologischen Rahmenbedingungen für die Rückkehr seien gegeben. Ob die Raubtiere in der Schweiz hingegen längerfristig überleben könnten, sei in erster Linie von der Akzeptanz der Bevölkerung abhängig. Da Meister Petz aber grosse Sympathie geniesse, stünden die Chancen gut.

In Österreich leben schätzungsweise 25 Braunbären, in Italien rund 14. Mit 450 Tieren verfügt Slowenien als einziges Alpenland über einen gesunden Bestand. Der WWF befürwortet die natürliche Rückkehr der Braunbären in unser Land. Wiederansiedlungen sind aber nicht geplant.

(sda)