Australien

22. Oktober 2019 19:30; Akt: 22.10.2019 19:30 Print

Das wolligste Schaf ist gestorben

Das Merinoschaf namens Chris schleppte 40 Kilo Wolle auf sich und holte damit den Weltrekord. Nun ist Chris überraschend gestorben.

Die Wolle wog so viel wie er: Chris trug 40,5 Kilogramm mit sich. (Video: Tamedia)
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Im Jahr 2015 erregte ein herrenloses Schaf weltweite Aufmerksamkeit. Es wurde nach jahrelanger Wanderschaft nördlich von Canberra von Wanderern entdeckt. Tierschützer nahmen sich dem Merinoschaf an, das Wolle im Wert von fünf bis sechs Jahren mit sich trug, und gaben ihm den Namen Chris. Mit seinem Wollgewicht war er kaum mehr in der Lage zu laufen.

Die lebensrettende Schur ergab 40,5 kg Wolle. Daraus hätten 30 Pullis gestrickt werden können. Chris knackte den Weltrekord, der bis dahin bei 28,9 kg Wolle lag. Die ganze Prozedur des Scherens dauerte 45 Minuten. Werden Schafe jährlich geschoren, dauert es nur rund drei Minuten pro Tier. Die Wolle wiegt dann durchschnittlich fünf Kilogramm.

Auf Wolle gezüchtet

Schafe haben ursprünglich jedes Jahr den grössten Teil ihrer Wolle von alleine verloren. Noch heute verlieren sie die meisten Rassen, die für ihr Fleisch aufgezogen werden. Schafe, die für ihre Wolle aufgezogen werden, wurden jedoch vom Menschen so gezüchtet, dass ihr Fell kontinuierlich und ganzjährig wächst. Regelmässige Schur ist bei ihnen lebenswichtig.

Chris durfte ab da seine Zeit auf einem Lebenshof verbringen. Mit vermutlich 10 Jahren - eine durchschnittliche Lebensdauer für ein Merinoschaf - ist Chris nun verstorben. Seine Wolle kann im National Museum of Australia bestaunt werden. Der Lebenshof schreibt auf seiner Webseite: «Er wird in unseren Erinnerungen weiterleben, aber seine Anwesenheit wird sowohl von seinen Schafsfreunden als auch seinen menschlichen Freunden, die ihn liebten, vermisst werden. Chris lehrt uns, dass wir alle mehr sind, als das, was mit uns passiert. Er war jemand, nicht etwas».

(ajs)