Parkland-Überlebender

08. April 2018 10:34; Akt: 08.04.2018 14:53 Print

Der 15-jährige Anthony will kein Held sein

Er überlebte das Massaker an der Parkland-High-School in Florida. Jetzt klagt Anthony Borges gegen die Behörden.

«Ich bin nicht Iron Man»: Anthony Borges sieht sich nicht als Held. (Video: Tamedia/AP)
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Ein Überlebender des Schulmassakers in Florida, der mehrere seiner Mitschüler gerettet hat, will nicht als Held bezeichnet werden. «Ich werde Iron Man genannt. Das bin ich nicht. Ich bin nur ein 15-Jähriger, der fünfmal angeschossen wurde», erklärte Anthony Borges in einer am Freitag bei einer Pressekonferenz nahe Miami von seinem Anwalt Alex Arreaza verlesenen Stellungnahme.

Anthony Borges überlebte Schulmassaker von Florida

Borges war am 14. Februar in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland vom Schützen Nikolas Cruz in beide Beine und den Rücken geschossen worden. Trotz seiner Verletzungen schaffte der Teenager es, eine Tür zu schliessen, so dass Cruz nicht in das Zimmer gelangen konnte, in dem etwa 20 Schüler sich versteckt hielten. Dabei wurde Borges zwei weitere Male angeschossen.

9 Operationen, 7 Wochen Spital

Er wisse nicht, warum er überlebt habe, aber «ich werde Ihnen sagen, dass meine Familie und ich den Rest unseres Lebens darauf verwenden werden, dass so etwas nie wieder passiert», zitierte Arreaza aus Borges' Mitteilung. Der 15-Jährige sitzt nach neun Operationen und sieben Wochen im Krankenhaus derzeit im Rollstuhl.

Arreaza hatte zuvor eine Klage gegen den Polizeichef des Bezirks Broward, Scott Israel, sowie den Leiter der Schulverwaltung Robert Runcie, den Schützen Nikolas Cruz und die Nachlassverwalter von Cruz' Mutter angekündigt. Er wolle die Klage «heute oder morgen» einreichen, sagte der Anwalt.

Die Familie erhoffe sich wenig Ergebnisse von Demonstrationen wie dem «Marsch für unser Leben» Ende März in Washington, sagte Arreaza. Stattdessen habe sie «entschieden, ihr Vertrauen in das amerikanische Justizsystem zu setzen».

(bla/sda)