Terror-Analyst auf Fox News

22. Juli 2016 12:17; Akt: 22.07.2016 12:17 Print

Der CIA-Agent, der nur Türsteher war

Wayne Simmons trat regelmässig als «Terror-Experte» beim US-Sender Fox News auf – bis sein Schwindel eines Tages aufflog.

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Wayne Simmons (62) trat jahrelang im TV-Sender Fox News als Terror-Experte auf. Dabei war er kein ehemaliger CIA-Agent, wie er angab. Simmons arbeitete unter anderem als Türsteher und Buchmacher. Hochstapler-Geschichten wie diese gibt es viele ... Der 16-jährige Christoph Julius Caesar aus Sachsen-Anhalt legte alle rein: Als «Deutschlands jüngster Unternehmer» entwarf Caesar Marketingkampagnen für Firmen und Parteien. Seit Oktober 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung, Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt sowie Steuervergehen. In New York treibt im Januar 2011 eine gewisse «Lady» Catarina Pietra Toumei (links) ihr Unwesen: Als angebliches Mitglied der Familie Guggenheim suchte sie Investoren für ihre «Stiftung». Matteo Schaub alias «Max le suisse» betrügt in Frankreich seit Jahren gutgläubige Anhalter um kleine bis mittlere Geldbeträge. Doch er ist ein derart sympathischer Kerl, dass ihm nicht alle böse sind. William H. narrte alle - bis er im Dezember 2010 aufflog: Der angebliche Kardiologe hatte Professuren und Beraterposten inne, und er gab damit an, für die besten medizinischen Unternehmen zu arbeiten. In Wahrheit aber war H. kein Herzspezialist, nicht einmal einfacher Arzt. Doch nicht nur H. gab an, etwas zu sein, was er nicht war ... Im Laufe der Geschichte gab es Dutzende von Hochstaplern, deren Abenteuer die Literatur oder die Filmindustrie inspirierten ... Alessandro Graf von Cagliostro war ein italienischer Alchemist und Hochstapler. Zwischen 1771 und 1798 reiste er durch Europa und verkaufte Liebestränke, Jugendelixiere und Schönheitsmixturen und erzielte hohe Profite aus seinem Handel. 1789 wurde er von der Inquisition verhaftet, der Häresie angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Er starb im Gefängnis von San Marino, wobei unklar ist, ob er von einem Gefängniswärter erdrosselt wurde oder an Syphilis starb. Friedrich Wilhelm Voigt, «der Hauptmann von Köpenick», war ein aus Ostpreussen stammender Schuhmacher. Im Oktober 1906 verkleidete er sich als Hauptmann und unterstellte die Schwimmschulwache von Plötzensee seinem Kommando. Er besetzte mit ihnen das Rathaus von Köpenick, verhaftete den Bürgermeister und beschlagnahmte die Stadtkasse. Zehn Tage später wurde er verhaftet, doch der Kaiser Wilhelm II. begnadigte ihn. Der berühmte deutsche Schriftsteller Karl May, der hier als Old Shatterhand posiert, wurde in jungen Jahren wegen Amtsanmassung verurteilt. Er hatte sich als Geheimpolizist ausgegeben. Später pflegte er eifrig die Legende, er habe die Abenteuer von Old Shatterhand tatsächlich selbst erlebt. Der gebürtige Schotte Gregor MacGregor war zunächst ein Heerführer in den südamerikanischen Befreiungskriegen. Später erfand er als «Gregor I.», «Fürst von Poyais», ein südamerikanisches Land, gelegen an der Moskitoküste in Nicaragua. In Grossbritannien verkaufte er Grundbesitz und Ämter des fiktiven Landes. Als Auswanderer an der Moskitoküste strandeten und umkamen, flog der Bluff auf. Joshua Norton war ein konkursiter Geschäftsmann, der sich 1859 selber zum Kaiser der Vereinigten Staaten und Schutzherrn von Mexiko ernannte. «Norton I.» war in San Francisco wegen seiner Skurrilität sehr beliebt. Er ist die Vorlage für den Kaiser in dem Lucky-Luke-Comic «Der Kaiser von Amerika». Emil Blumenau wird 1918 entlarvt: Der 19-jährige Schifferknecht hatte sich als Fliegeroffizier Graf Bodo von Blumenau ausgegeben, von seinen Luftkämpfen im Krieg erzählt und sich Kredite in Hotels, Schmuck und Wertsachen erschwindelt. Harry Domela, auch als «Der falsche Prinz» bekannt, war ein baltendeutscher Hochstapler, Autor und Spanienkämpfer. Domela legte sich 1929, um seine Chancen zu verbessern, den Namen «von Liven» zu. Er wurde u.a. für den Hohenzollern-Prinzen Wilhelm, den ältesten Sohn des ehemaligen deutschen Kronprinzen, gehalten und stieg in der Gesellschaft Thüringens in schwindelerregende Höhen auf. Frank William Abagnale, Jr. ist als Hochstapler und Scheckbetrüger gegen Ende der 1960er- und Anfang der 1970er- Jahre bekannt geworden. Als Hochstapler versuchte er sich unter anderem erfolgreich als Kopilot, Arzt und Rechtsanwalt. Sein Leben wurde 2002 unter dem Titel «Catch Me If You Can» von Steven Spielberg verfilmt. Die Rolle Abagnales spielte Leonardo DiCaprio. An Abagnale erinnert der Fall eines 17-jährigen Briten, der 2009 unter dem Pseudonym «Adam Tait» vorgab, eine Airline aufzubauen. Gert Postel ist ein deutscher Hochstapler, der vor allem durch seine mehrfachen Anstellungen als falscher Arzt Berühmtheit erlangte und dabei mit seinen vorgetäuschten psychatrischen Fachkenntnissen die deutsche Ärzteschaft blossstellte. «Binjamin Wilkomirski», eigentlich Bruno Grosjean oder Dössekker, veröffentlichte 1995 seine Autobiographie «Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939-1948». Die Publikation erzählt in der Ich-Form über seine Kindheit im Konzentrationslager. 1999 wurde der Historiker Stefan Mächler für eine umfassende Abklärung engagiert. Sein Rapport machte definitiv klar, dass die angebliche Autobiographie tatsächlich in allen wesentlichen Punkten den historischen Fakten widersprach. Der angebliche Clark Rockefeller täuschte jahrelang die New Yorker High Society. Am 27. Juli 2008 kidnappte er seine Tochter auf offener Strasse. Bei den Ermittlungen fanden die Behörden keinerlei Unterlagen über diesen «Rockefeller». Untersuchungen zeigten, dass es sich dabei um den 1961 in Oberbayern geborenen Christian Gerhartsreiter handelte. 1978 kam er als Gaststudent zu einer Familie in Connecticut und änderte den Namen zuerst auf Chichester, später auf Crowe. Der 23-jährige Amerikaner Adam Wheeler fälschte seine Abschlüsse und Diplome, um an der Harvard University studieren zu können. Auch kam er in den Genuss von Stipendien in Höhe von 45000 Dollar. Drei Jahre lang kam er damit durch. Im Mai 2010 muss er sich vor Gericht verantworten. Volker Eckel, der sich auch Mohamed Al Faisal nennt, gab sich als investitionsfreudiger arabischer Scheich aus und narrte so unter anderem auch den Grasshoppers Fussballklub.

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Ein Gericht in Alexandria im US-Staat Virginia hat Wayne Simmons (62) zu 33 Monaten Haft verurteilt. Simmons war jahrelang als «Terror-Experte» auf dem Sender Fox News aufgetreten, hatte jedoch bei den Angaben zu seinem Lebenslauf gelogen: Er war kein ehemaliger CIA-Agent, sondern zeitweise Türsteher in einem Nachtlokal, Buchmacher, Manager eines Whirlpool-Mietservices, Hypotheken-Makler und Verteidiger beim Football-Team der New Orleans Saints.

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«Wayne Simmons ist ein Betrüger», sagte Staatsanwältin Dana Boente in ihrem Schlussplädoyer, «er hat weder einen militärischen noch einen Geheimdienst-Hintergrund.»

Die CIA kennt ihn gar nicht

Laut der Nachrichtenagentur Reuters war Simmons seit 2002 immer wieder als unbezahlter Terror-Analyst vom TV-Sender beigezogen worden. Er hatte angegeben, zwischen 1973 und 2000 als paramilitärischer Spezialagent des US-Geheimdienst CIA tätig gewesen zu sein.

Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Mann zudem in den Jahren 2008 und 2010 gelogen hatte, als er für die US-Regierung jeweils als Leiter eines Armee-Programms und Berater im Afghanistan-Krieg berufen worden war.

Vor Gericht bestand der Angeklagte darauf, 27 Jahre lang für die CIA als Spezialagent gearbeitet zu haben. Laut der Nachrichtenagentur AP gibt es aber dafür in den Personalregistern keine Beweise. «Herr Simmons war nie bei der CIA», bestätigte Dean Boyd, Sprecher des US-Geheimdienstes.

Zusätzlich zur Haftstrafe wurde Wayne Simmons dazu verurteilt, 176'000 Dollar an Bussgeldern an den Staat zu zahlen.

So selbstsicher und vorgeblich kompetent trat Wayne Simmons auf Fox News auf: In einem Beitrag vom Juli 2013 nannte er US-Präsident Barack Obama einen «Anfänger». (Quelle: Youtube/Michael Savage Show Updates - Media Alerts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Agent am 22.07.2016 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schon lange...

    ...denke ich, dass SRF / ARD / ZDF auch komische Experten in allen Bereichen hat.

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  • W.Sauter am 22.07.2016 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mal das Diplom-Papier wert !

    Was ist den besser ? ein Experte mit Diplom der die Realität nicht kennt, oder ein Realist ohne Diplom ?! Wir haben doch in Europa selber genug von diesen Diplom-Experten die nicht mal das Papier wert sind !!!!!!!

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  • sammylee am 22.07.2016 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klingt logisch

    naja.. wenn er für die cia paramilitärische missionen getätigt hatte, (schmutzige kriege) dann wäre es verwunderlich wenn die cia nicht behaupten würde sie würden ihn nicht kennen...!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 23.07.2016 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überall gleich

    Experten, der Grossteil hat keine Ahnung das ist eben so.

  • emf949 am 23.07.2016 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie im Spielfilm

    True Lies mit Arnold Schwarzenegger und Jamie Lee Curtis. Bill Paxton spielt ein Gebrauchtwagenhändler, der behauptet er sei ein CIA Agent.

    • Jürg Wehrli am 23.07.2016 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      Reicht doch

      Na ja, bei vielen Agenten reicht der Horizont ja eh nicht über den eines Gebrauchtwarenhändlers hinaus..

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  • Yenna am 22.07.2016 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Experten halt

    Die "Experten" von TV DRS sind auch nicht viel besser.

  • Giancarlo am 22.07.2016 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fox-News is für Stammtisch-Leute

    Fox News sucht sich seine "Experten" nach deren Haltung und Einstellung aus. Bspw. hat der Fox News Kommentator die Rede von Trump in den höchsten Tönen in den Himmel gelobt. Da er Dinge erwähnte, die in der Rede nicht vorkamen, bezweifle ich, ob der überhaupt die Rede mitverfolgt hat. So ist eben Fox News. Stammtisch-Gerede halt.

  • weedinator am 22.07.2016 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Strafe

    33 Monate und über 100'000 Bussgeld!!! Bei uns kann eine einem Schwerverbrecher aus dem Gefängnis helfen und muss nicht mal annähernd so lange ins Gefängnis! Und dann noch Teilbedingt! Wir brauchen definitiv strengere Gesetze, sonst ist das doch fast schon eine Einladung zu Straftaten........

    • Streg aber Fair am 23.07.2016 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @weedinator

      Absolut deiner Meinung.

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