Bahnverkehr

12. Juni 2011 15:37; Akt: 12.06.2011 15:54 Print

Der Simplon-Tunnel ist alterschwach

Unabhängig vom Brand, der sich kürzlich im Simplon-Tunnel ereignet hat, müssen die über 100-jährigen Röhren in den nächsten Jahren grossflächig saniert werden.

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Der Simplon-Tunnel muss grossflächig saniert werden. (Bild: Keystone)

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Der über 100-jährige Simplontunnel muss in den nächsten Monaten und Jahren so oder so umfassend saniert werden. Nach dem Brand eines Güterzuges vom Donnerstag schaut die SBB nun, ob gewisse Reparaturen im Rahmen der Sanierungsarbeiten durchgeführt werden können.

Welche Schäden der Brand angerichtet hat, sei aber vorderhand noch nicht abschätzbar, denn ausser den Feuerwehrleuten sei noch niemand anderer am Brandort gewesen, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig am Sonntag der Nachrichtenagentur SDA.

Falls gewisse Reparaturarbeiten zusammen mit der Sanierung vorgenommen werden könnten, werde dies gemacht. Die SBB werde alle Möglichkeiten prüfen.

Die Reparatur- und die Sanierungsarbeiten seien aber sehr verschieden. Die Sanierungsbewilligung des Bundesamtes für Verkehr wird für den Herbst erwartet. Geplant sind Arbeiten im Umfang von 135 Millionen Franken. Sie sollen 2014 abgeschlossen werden.

Bei den Sanierungsarbeiten geht es um die Erhöhung der Sicherheit. Mit dem Bau von Verbindungsstollen zwischen den beiden Röhren sollen die Evakuierungsmöglichkeiten für Zugspassagiere im Notfall verbessert werden. Auch Kabel, Beleuchtung und Ventilation müssen erneuert werden.

Laut SBB-Sprecher Ginsig hätten die Rauchschäden aber auch mit einer neuen Ventilationseinrichtung nicht verhindert werden können.

Dreiviertel Tunnel

Oberstest Ziel sei nun die Öffnung des Tunnels auf drei Vierteln: Weil sich in der Tunnelmitte eine Kreuzung befindet, kann auch die Nordhälfte jener Röhre befahren werden, in der sich der Brand ereignet hatte.

Bevor die ersten Reparaturarbeiten an die Hand genommen werden können, muss die Strecke im Tunnel zuerst geräumt werden. Eine Arbeitsgruppe der SBB ist an der Arbeit, die Aufräumarbeiten zu organisieren. Die Arbeit besteht in erster Linie darin, die verbrannten Waggons und ihre Ladung ans Tageslicht zu schleppen.

Die Gruppe ist zum Schluss gekommen, dass die Überreste der Waggons nach Brig gebracht werden. Die Gründe dafür liegen laut Ginsig bei den ungünstigen Gleisanlagen in Iselle (I) und beim Rettungsgerät, das der SBB zu Verfügung steht. Wie lange dies dauert, ist laut Ginsig noch nicht abschätzbar.

Die Waggons würden den Behörden in Brig bereitgestellt, damit diese alle Kontrollen und Untersuchungen dort durchführen können. Die Verantwortlichen erhoffen sich Klarheit darüber, warum der Zug in Brand geraten ist.

Gemäss einer Vermutung der italienischen Brandermittler soll eine schlecht fixierte Wagenblache Schuld am Feuer sein. Diese soll mit der Fahrleitung in Kontakt gekommen sein. Bei der Kontrollstation im italienischen Brelia wurden bei der Zugsdurchfahrt jedenfalls mehrere Kurzschlüsse festgestellt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pragmatiker am 12.06.2011 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Was heist nur Simplon?

    Das gleiche Restrisiko lauert überall! Ich bin für sofortigen Ausstieg aus der veralteten Tunneltechnologie! Her mit erneuerbaren Eisanbahnstrecken!

  • Bruno Hochuli am 13.06.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ein sicherer Partner ?

    Italien wird froh sein, wenn die Schweiz die Kosten für eine Totalsanierung des Simplontunnels übernimmt. Sie selber würden wohl nie etwas dazu beisteuern.

  • fabio montale am 12.06.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    was bezahlt Italien

    die untersuchungen liegen in Italienischerhand. für sanierungen des tunnels bezahlt die Schweiz 135 millionen. was bezahlen die Italiener respektive was saniert Italien?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno Hochuli am 13.06.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ein sicherer Partner ?

    Italien wird froh sein, wenn die Schweiz die Kosten für eine Totalsanierung des Simplontunnels übernimmt. Sie selber würden wohl nie etwas dazu beisteuern.

  • Greenpeace am 12.06.2011 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Sofortiger Ausstieg

    Ich fordere den sofortigen Ausstieg aus der Tunnel-Technologie! Viel zu gefährlich.

    • Sigi Schwab am 13.06.2011 01:40 Report Diesen Beitrag melden

      Schwachsinn

      wenn man solche "Forderungen" stellt sollte man auch Alternativ-Loesungen praesentieren wie der Verkehr ablaufen soll.

    • Peter Müller am 13.06.2011 09:00 Report Diesen Beitrag melden

      Schwachsinnige Kommentare wie dieser...

      @Greenpiss: Solche hirnverbrannte Aussagen sind der Grund dafür, dass ich so linke Organisationen nie unterstützen werden.

    • Beobachter am 13.06.2011 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      Ironie

      Ironie festzustellen ist nicht jedermanns Fähigkeit. Ich fand den Kommentar ja zwar auch nicht lustig, aber allemal kein Grund sich zu ärgern. Man möge doch dem "Pragmatiker / Greenpeace" die kleine Freude lassen.

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  • Pragmatiker am 12.06.2011 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Was heist nur Simplon?

    Das gleiche Restrisiko lauert überall! Ich bin für sofortigen Ausstieg aus der veralteten Tunneltechnologie! Her mit erneuerbaren Eisanbahnstrecken!

  • fabio montale am 12.06.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    was bezahlt Italien

    die untersuchungen liegen in Italienischerhand. für sanierungen des tunnels bezahlt die Schweiz 135 millionen. was bezahlen die Italiener respektive was saniert Italien?

    • Edoardo Ferri am 13.06.2011 00:03 Report Diesen Beitrag melden

      eben wohl nichts...!

      ...da hat eben die SBB ein eigenes "Ei" gelegt da sie für den Simplontunnel zuständig ist. Wohl ist der Brand auf "italienischem Gebiet" passiert, aber die Rettung und Löschung wurde durch SBB und BLS organisiert und durchgeführt...Man glaube ja nicht dass Italien an dieses Vorkommnis geschweige an eine Sanierung was bezahlt. Und bitte man schaue mal die Schienen/Bahn-Infrastruktur auf der Italienischen Seite...wie im "Mittelalter...!

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  • Realist am 12.06.2011 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Restrisiko?

    Höchste Zeit alle Tunnel sofort zu schliessen. Das Restrisko....

    • Andreas Marbet am 12.06.2011 18:41 Report Diesen Beitrag melden

      Konformist

      Höchste Zeit, alle Verkehrswege zu schliessen. Das Restrisiko....

    • H. von Mengden am 12.06.2011 18:53 Report Diesen Beitrag melden

      Tolle Idee

      sehr gute Idee, dann gibt es im Winter keinen Nord-/Südverkehr mehr wenn die Pässe Wintersperre haben!

    • Marc Lauener am 12.06.2011 19:23 Report Diesen Beitrag melden

      Anspielung auf Atomdebatte?

      Falls dies eine Anspielung auf die Abschaltung der Atomkraftwerke auf Grund des Restrisikos ist: Ist im Umkreis von 30Km um den Simplontunnel das Gebiet dicht besiedelt und für die nächsten 500 Jahre nach dem Brand unbewohnbar?

    • Michael Gfeller am 12.06.2011 22:08 Report Diesen Beitrag melden

      Ironie?

      Ich hoffe doch schwer dass dieser Beitrag ironisch gemeint ist? Wenn man alle Tunnel in der Schweiz für den Bahnverkehr schliesst, kann man ihn gerade ganz einstellen.

    • Realist am 13.06.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      Verkehrstoten und Handykrebs

      Und vergessen wir nicht alle Toten in den CH-Autotunneln. Sind diese Personen *weniger Tot* als die Personen die nach einem Reaktorunfall sterben? Warum akzeptieren wir 10'000 oder noch mehr Verkehrstoten weltweit? Oder WHO warnt jetzt vor Krebserkrankugen wegen Handybenutzen. Können wir dieses Risiko akzeptieren? Warum sagt Greenpeace nichts?

    • Hans am 13.06.2011 10:56 Report Diesen Beitrag melden

      Glorreiche Idee? Nein, sorry!

      Höchste Zeit, dass DU dann und wann alleine über die Alpen wandern wirst! Denn Tunnel werden hier keine geschlossen! Wo soll das denn hinführen? Zahlst du dann die bauten von Passstrassen und deren im Winter in Standhaltung? So viel Geld wirst du wohl nicht haben! Darum untersütze ich auch nicht die Linken und werde es auch nie im Leben tun! ;)

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