Schweizer Premiere

20. Mai 2012 10:41; Akt: 20.05.2012 16:51 Print

Der Sommer wird zum Winter

Skifahren in der Halle: Lange wurde in der Schweiz darüber bloss diskutiert. Jetzt ist es möglich. Seit einer Woche rollt die Piste im Jungfraupark bei Interlaken - und die Skifahrer rocken.

(Video: Keystone)
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Wer bei Skifahren in der Halle an einen grossen Hügel und eine lange Piste mit Schlepplift denkt, und sich die Bilder von der grössten Skisporthalle in Dubai abruft, wird in Interlaken enttäuscht. Denn auf den ersten Blick sieht die Anlage recht bescheiden aus - sie misst nur gerade fünf mal neun Meter und die Piste bietet gleichzeitig Platz für drei Skifahrer.

Wer allerdings genauer hinschaut (siehe Videos), merkt bald einmal, dass der rollende Teppich im Jungfraupark (dem ehemaligen Mystery-Park von Erich von Däniken) durchaus zum Skifahren taugt. Das glaubt auch der Steffisburger Ulo Gertsch, Geschäftsführer der Inventra AG, welche die Anlage betreibt. Die US-Skimannschaft trainiere im Sommer jeden Monat einmal auf einer Indooranlage, erklärt er gegenüber der «Berner Zeitung»: «Die Trainingseffizienz ist sensomotorisch und muskulär sehr gut. Der Teppich verzeiht keine Fehler.»

Kernstück der Piste ist der rollende Teppich der sich stetig bergaufwärts bewegt. Damit wird die Kurzpiste quasi zu einer endlos langen Piste. Sie eignet sich nach Angaben der Betreiber für alpines Skifahren, Snowboarden und sogar fürs Schlitteln.

Pläne für grosse Halle beerdigt

Bereits in den Jahren Jahren 2007/2008 wurde an Plänen für eine richtig grosse Schneesporthalle in der Schweiz gewerkelt: Schweiz Tourismus, Swiss Ski, der Schweizer Tourismus-Verband, Seilbahnen Schweiz und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) waren dabei. Konkret ging es um eine Halle im Mittelland.

Diese hätte laut einer Studie gegen 86 Millionen Franken gekostet. Die Betriebskosten hätten gegen 12 Millionen Franken betragen. Um die Halle wirtschaftlich betreiben zu können, hätten pro Jahr mindestens 200 000zahlende Besucher in der Halle Ski fahren müssen. Das schien den Initianten allerdings zu risikoreich. Sie verzichteten deshalb, dass Projekt weiter zu führen.

So präsentiert sich die neue Skianlage in Interlaken auf ihrer Website:

(uwb)