Japan vs. «Sea Shepherd»

16. Dezember 2009 17:38; Akt: 16.12.2009 17:38 Print

Der Walfänger-Krieg eskaliert

In den eisigen Gewässern der Antarktis 1200 Seemeilen südlich von Australien haben japanische Walfänger die militanten Tierschützer der Organisation «Sea Shepherd» mit Wasserkanonen beschossen.

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Die «Steve Irwin» rammt einen japanischen Walfänger (Archivbild)

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Die «Steve Irwin» aus der «Sea-Shepherd»-Flotte ist vom japanischen Harpunenboot «Shonan Maru #2» mit Wasserkanonen beschossen worden, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Zweistündige Verfolgungsjagd

Das mit japanischen Sicherheitskräften besetzte Harpunenboot habe die «Steve Irwin» verfolgt, seit das Schiff am 7. Dezember aus dem Hafen von Perth in Westaustralien ausgelaufen sei, sagte Paul Watson, der Kommandant der «Sea-Shepherd»-Flotte, der AFP über Satellitentelefon. Die Japaner hätten dann die Position der Aktivisten ständig an die Walfänger-Flotte durchgegeben.

Als sie sich der «Shonan Maru #2» genähert hätten, so Watson, habe das japanische Schiff mit zwei Wasserkanonen auf sie geschossen und sie in eine zweistündige Verfolgungsjagd verwickelt. «Wir hatten unsere Wasserkanonen schussbereit, aber wir schossen nie auf sie», sagte Watson weiter. Es sei das erste Mal, dass die Japaner Sicherheitskräfte in diese Gewässer geschickt hätten. Trotzdem werde man versuchen, die «Shonan Maru #2» abzuschütteln und die Walfänger zu blockieren, sagte Watson.

Walfang trotz Moratorium

Der japanische Premierminister Yukio Hatoyama hat seinen australischen Amtskollegen Kevin Rudd ersucht, die Aktivisten zu zügeln, deren Aktionen er als «Sabotage» bezeichnete. Zudem wies der japanische Regierungschef auch Drohungen von Rudd zurück, wonach Australien Japan vor den Internationalen Gerichtshof oder den Internationale Seegerichtshof bringen könnte. Die japanischen Walfänger handelten vollkommen legal, sagte Hatoyama.

Obwohl seit 1986 ein internationales Moratorium für den kommerziellen Walfang gilt, tötet Japan jedes Jahr hunderte der grossen Meeressäuger, angeblich aus wissenschaftlichen Gründen. Das fernöstliche Land macht allerdings kein Geheimnis daraus, dass das Fleisch der erlegten Wale auf den Tellern landet. Aus japanischer Sicht handelt es sich beim Walfangverbot um ein Produkt kultureller Dominanz der westlichen Nationen.

(dhr)