Grossbrand bei Visp

26. April 2011 16:52; Akt: 26.04.2011 23:07 Print

Der Wind treibt den Rauch Richtung Visp

Ein Wald bei Visp steht in Brand. 280 Feuerwehrleute und mehrere Helikopter sind im Einsatz. Dass der Wind zu drehen beginnt, könnte ein weiteres Ausbreiten des Feuers verhindern.

Bildstrecke im Grossformat »
Aus, vorbei, zu Ende: Nach dreiwöchigem Kampf gegen den Waldbrand in Visp ist die Mission der Feuerbekämpfer am 18. Mai 2011 abgeschlossen. Die Rettungskräfte haben bis auf einige wenige Glutnester alle Brandherde gelöscht und übergaben den Wald an die Gemeinde. Über 100 Hektaren Schutzwald sind bei dem Brand, der am 26. April 2011 ausbrach, zerstört worden. Die Gemeinde und die Kreisförster überwachen seit dem 18. Mai bis auf weiteres den Wald. Die Förster haben noch am selben Tag damit begonnen, Bäume zu schlagen und quer zu legen. Die Sperren sollen verhindern, dass sich das Erdreich in Bewegung setzt und Steinschläge verhindern. Die Kantonsstrasse unter dem Teelwald in Visp ist bereits wieder freigegeben. Nach dem verheerenden Brand haben sich bereits erste zarte Knospen gebildet. Bis die Vegetationsdecke wieder so dicht ist wie zuvor, dauert es gemäss Experten noch mindestens zwei Jahre. Spuren des Infernos: Das Feuer im Wald bei Visp ist gelöscht, doch die Flammen haben über 100 Hektaren Schutzwald zerstört. So friedlich der Wald aussieht, so gross ist die Gefahr noch. In den Wurzeln der verkohlten Bränden haben sich Glutnester gebildet, wie der Einsatzleiter der Rettungskräfte sagt. Feuerwehrleute, Bergführer und Soldaten sind deshalb am Donnerstagmorgen zum ersten Mal in die Brandzone gegangen. Sie suchen und markieren die Glutnester. In einem zweiten Schritt werden sie ausgegraben und gelöscht. Die Arbeit im steilen Gelände ist gefährlich. Die Einsatzrkäfte sind deshalb bei der Arbeit mit Seilen gesichert. Die Glutnester werden in mühseliger Handarbeit mit Pickeln und Schaufeln ausgegraben. Seit dem frühen Morgen sind wieder mehrere Helikopter im Löscheinsatz. Gefahr droht unterirdisch: Bei vielen Bäumen brennen die Wurzeln. Das könnte zu einem erneuten Aufflammen der Brandherde führen. Während der Nacht musste ein Helikopter eines privaten Unternehmens wiederholt aufsteigen, um neu entfachte Glutnester zu löschen. Die Feuerwehrleute haben den Waldbrand von Visp am Dienstagabend vermeintlich unter Kontrolle gebracht, doch in der Nacht wurden erneut Löschflüge nötig. Bis zum Einbruch der Dunkelheit um 21 Uhr waren Löschhelikopter im Einsatz. Fast schon idyllisch präsentieren sich die Rauchschwaden im Abendlicht. Die Nacht bricht über Visp ein. Das Feuer ist noch nicht gelöscht. Nach 18 Uhr war der erste Super Puma der Armee eingetroffen. Hier beim Wasserfassen nahe Visp. Bis zu zehn Löschhelikopter kämpften gegen die Flammen. Auch am Abend steigt noch Rauch auf. Im Vordergrund ein kleinerer Helikopter. Nach 19 Uhr sind insgesamt drei Super Puma im Einsatz, zwei von der Luftwaffe sowie ein privater. Wie gross der Waldbrand bei Visp ist, zeigt eine Luftaufnahme von etwa 18 Uhr. Am Nachmittag waren die Flammen weitherum sichtbar. Ein Helikopter im Einsatz. Der Wind entfacht das Feuer immer wieder. Nach 19 Uhr war der Brand zwar noch nicht unter Kontrolle, jedoch breitete sich das Feuer nicht mehr weiter aus. Nach 18 Uhr waren zehn Löschhelikopter im Einsatz, darunter fünf von Air Zermatt sowie zwei Super Puma. Laut einem Augenzeugen brannte zunächst ein Auto. Das Feuer griff anschliessend auf eine Lagerhalle über... ...und setzte anschliessend den Wald in Brand. Hier soll der Brand ausgebrochen sein. In der Garage war nicht mehr viel zu retten. Die Rauchsäule zeigt das Ausmass des Waldbrands. Die Löschhelikopter holen an zwei Stellen Wasser.

Fehler gesehen?

Die Einsatzkräfte im Oberwallis leisten einen Grosseinsatz, um einen Waldbrand bei Visp unter Kontrolle zu bringen. Nach 19 Uhr kämpfen 280 Feuerwehrleute aus der ganzen Region gegen das Feuer. Acht Helikopter machen Löschflüge. Darunter sind auch zwei Super Puma der Schweizer Luftwaffe sowie ein privater Super Puma. Kurz nach 18 Uhr waren sogar zehn Helikopter vor Ort. Die grosse Zahl von Helikoptern stelle laut Air Zermatt hohe Anforderungen an die Piloten. Die Wasserfassung geschieht an zwei verschiedenen Stellen.

Nach 20 Uhr beginnt sich der Wind zu drehen, der den Rauch bisher von Visp weggetragen hatte. Laut Augenzeugen soll nun Rauch in Richtung Visp ziehen. Radio Rottu schreibt, dass in der Nacht der Wind nachlassen und talwärts wehen soll. Das könnte ein Ausbreiten des Feuers Richtung Süden stoppen. Allerdings soll am Mittwoch wieder Talwind aufkommen, also bergaufwärts wehende Luft.

Der Brand ist nach 19 Uhr weiterhin nicht unter Kontrolle, wie Polizeisprecher Renato Kalbermatten sagt. Das Feuer ist jedoch eingegrenzt. Das Problem sei die Trockenheit sowie der Wind, der das Feuer immer wieder neu entfache. «Es gibt Momente, an denen man denkt, nun sei es gut. Doch dann lodert das Feuer an einer anderen Stelle wieder auf», sagt Kalbermatten. Evakuiert worden sei niemand. Personenschäden seien bisher nicht bekannt. Im Dorf Visperterminen, in dessen Richtung sich das Feuer ursprünglich ausgebreitet hatte, sei die Bevölkerung nur aufgefordert, die Fenster wegen der Rauchentwicklung zu schliessen.

Löschflüge nur bis 21 Uhr

Nach Einbruch der Dunkelheit um 21 Uhr werden die Helikopter ihren Einsatz abbrechen. Laut Kalbermatten kämen nächtliche Löschflüge nur bei akuter Gefährdung von Menschenleben in Frage. Laut Air Zermatt dürfen einmotorige Maschinen nachts nicht fliegen, zweimotorigen Helikoptern, wie der Super Puma einer ist, sei dies jedoch grundsätzlich erlaubt. Laut Augenzeugen gibt es zahlreiche Stromleitungen, welche die Löschflüge erschweren.

Die Löscharbeiten gehen aber auch ohne Helikopter nachts weiter. Laut Kalbermatten kämpft die Feuerwehr von Visperterminen vom oberen Ende des Hangs her gegen den Waldbrand. Neben den Super Puma stehen keine Armeeangehörigen im Einsatz, wie Kalbermatten sagt.

Autobahn gesperrt

Im Einsatz sind nach 19 Uhr auch 35 Polizisten. Wegen des Waldbrands ist die A9 zwischen Brig-Glis und Visp-Ost sowie die Hauptstrasse zwischen Gamsen und Visp gesperrt. Auch auf den Umfahrungsstrassen kommt es laut Radio Rottu zu Verkehrsbehinderungen. Von Fahrten nach Visp wird abgeraten. Zudem sei die Bevölkerung laut Website des Radiosenders aufgefordert, wegen des Waldbrandes Wasser zu sparen.

Das Feuer ist laut einem Augenzeugen nach 16 Uhr bei einer Carrosserie, ungefähr 500 Meter von der Firma Lonza entfernt am östlichen Ortseingang von Visp, ausgebrochen. Die Brandursache ist noch unklar. Das Feuer griff auf den benachbarten Wald über. Der Wind trieb das Feuer bergwärts Richtung Visperterminen. Das Feuer lodert immer wieder auf, sagt ein Leser-Reporter gegen 16.30 Uhr. Die Flammen seien 30 bis 40 Meter hoch. Eine konkrete Gefahr für Dörfer bestand aber nie. Der Brand bei der Carrosserie war laut Kalbermatten bereits nach 17 Uhr wieder unter Kontrolle.



(job/mdr/kub)