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11. Dezember 2008 07:05; Akt: 11.12.2008 12:26 Print

Der Winter sorgt für gesperrte Strassen

Die anhaltenden Schneefälle in der ganzen Schweiz haben Automobilisten auch am Donnerstag auf die Probe gestellt. Zahlreiche Haupt- und Nebenstrassen waren am Vormittag vor allem wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

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Die Schweiz ist eingeschneit. Bis am Donnerstagmorgen fielen fast im ganzen Land rekordverdächtige Schneemengen; ein Ende ist vorerst nicht in Sicht: Mindestens bis am Freitagabend schneit es weiter.

Im Mittelland lagen am Donnerstagmorgen verbreitet 10 Zentimeter Schnee, in höheren Lagen sogar bis zu 20. Etwas weniger waren es in der Westschweiz und am Alpenrand, wie ein Sprecher von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte.

Mit bis zu einem halben Meter schneite es im Tessin und im Bergell am meisten. In Maloja GR liegen inzwischen rund 135 Zentimeter. Für die Jahreszeit seien dies ungewöhnlich hohe Mengen, sagte der Sprecher.

Der Schnee auf den Strassen forderte ein weiteres Todesopfer. Am Mittwochabend war es in Illnau-Effretikon bei einem Überholmanöver zu einem Zusammenstoss zwischen zwei Autos gekommen. Der 60-jährige Unfallverursacher erlag im Spital seinen schweren Verletzungen. Der korrekt fahrende Lenker wurde verletzt.

Gesperrte Strassen

In der ganzen Schweiz mussten am Donnerstagvormittag Haupt- und Nebenstrassen von umgestürzten Bäumen geräumt werden. Im Kanton Bern zählten die Feuerwehren und die Polizei 75 Bäume und Äste. Im Oberbaselbiet fiel zudem in einigen Gemeinden der Strom aus.

Im Tessin mussten Strassen wegen Lawinengefahr und Erdrutschen gesperrt werden, so die Via Gottardo Madonna zwischen Monte Verità und Ronco ob Ascona.

Der Schnee auf den Strassen führte auch zu zahlreichen Verkehrsunfällen - oft nur mit Blechschaden oder leichten Verletzungen als Folge. In Bern entgleiste - wahrscheinlich wegen des Wetters - ein Tram.

Einen lebensgefährlichen Winter-Spass leistete sich jemand, der am Mittwochabend in Pratteln BL Schneebälle von einer Brücke auf die Autobahn A2 warf: Die Nassschneebälle durchschlugen im dichten Feierabendverkehr bei zwei Autos die Windschutzscheibe. Verletzt wurde niemand.

LKW-Chauffeure gestrandet - ASTAG erzürnt

Für den Transitverkehr wurde wegen des Schnees im Tessin die «Phase Rot» verhängt. Das bedeutet, dass die Lastwagen höchstens bis Stans NW oder Thusis GR fahren dürfen. Gotthard und San Bernardino sind für sie gesperrt. Zahlreiche Camionneure mussten deshalb die Nacht in ihrem Gefährt am Strassenrand verbringen.

Dies verärgert den Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG. Es gehe nicht an, dass die Chauffeure entlang den Autobahnen im Stich gelassen würden, während der Individualverkehr und Cars ungehindert fahren könnten, teilte er am Donnerstag mit. Das Vorgehen der Behörden zeige, wie menschenverachtend und despektierlich der Strassentransport in der Schweiz behandelt werde.

Lawinengefahr gross

Mit der Schneehöhe steigt auch die Lawinengefahr: Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung bezeichnete die Lawinengefahr in Teilen der Alpen als gross, was der zweithöchsten Gefahrenstufe entspricht.

(ap)