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03. August 2015 22:15; Akt: 03.08.2015 22:34 Print

Deutschland lacht über Rechtsextreme

NPD-Anhänger rufen zu einer Demonstration gegen Flüchtlinge auf. Das Video ist ungewollt witzig.

(Quelle: Youtube/NpdTrierIhrTrottel)
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Die vier Männer im Video meinen es ernst. Weil im westdeutschen Trier ein neues Flüchtlingsheim eröffnet werden soll, rufen sie zum Fackelzug durch ihre Stadt auf. Ihre «Volksgenossen» sollen sich zum «Demonstrationszug der nationalen Sache» treffen und damit gegen «Asylchaos» und «Multi-Kulti-Wahn» vorgehen. Zum Promo-Video haben die vier schon mal ihre eigenen Fackeln mitgebracht.

Ungewollt bringen es die Mitglieder der rechtsextremen deutschen NPD damit zu Internet-Ruhm. Die tapsige Art der Protagonisten und ihre offensichtliche Unbeholfenheit machen den NPD-Aufruf zur Realsatire.


In Deutschland verbreitete sich der Aufruf schnell über die sozialen Medien. Die NPD löschte es zwar von ihrer Facebook-Seite. Kopien davon tauchten aber innert kürzester Zeit auf Youtube auf. Viel Aufmerksamkeit erhält auch ein Brief an die vier Rechtsextremen: Der Sozialdemokrat Max Bauer verspricht ihnen darin Hilfe – mit vier dazugelegten Kondomen.


Auch Comic-Zeichner Ralph Ruthe äussert sich zum Video.


Als Biene Maja, Penis-Pipi-Langstrumpf oder Afrogrillmeister machen sich die NPDler ganz gut.


Die deutsche Punk-Rock-Band Die Strafe interpretiert das Video der NPDler neu. Die Zahl 333 haben sich die Punks bei der rechtsextremen Parole 444 geklaut – einem Zahlencode, der «Deutschland den Deutschen» bedeutet.

(Quelle:Youtube/
Die Strafe - Punkrock aus Mönchengladbach
)

Spass bei Seite: Das Rechtsextremismus und Fremdenhass in Deutschland zunehmen, zeigt die Kriminalstatistik. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres vermeldete das deutsche Bundesinnenministerium laut dem «Spiegel» 173 Angriffe auf Asylzentren – gegenüber der gleichen Periode im Vorjahr ist das eine Verdreifachung.

(nsa)