Drogenkrieg in Mexiko

07. Juni 2011 09:26; Akt: 07.06.2011 12:18 Print

Die «Monster» der Drogenmafia

Eine berüchtigte mexikanische Drogenbande hat sich mit dem Eigenbau gepanzerter Fahrzeuge für den Drogenkrieg im Norden des Landes gerüstet.

Die Soldaten entdeckten zwei Fahrzeuge, die mit zweieinhalb Zentimeter dicken Stahlplatten gepanzert waren. (Video: AP)
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Mexikanische Soldaten entdeckten in einer Lagerhalle des Golf-Kartells im Bundesstaat Tamaulipas zwei selbstgebaute Panzer. Die Soldaten waren bei einem Einsatz in der Stadt Ciudad Camargo auf eine Gruppe bewaffneter Männer getroffen, wie ein Militärvertreter sagte. Bei der Schiesserei wurden zwei der Männer getötet, zwei versteckten sich in der Lagerhalle.

Dort entdeckten die Soldaten später die beiden Fahrzeuge, die mit zweieinhalb Zentimeter dicken Stahlplatten gepanzert waren. Zwei weitere Panzer waren demnach noch im Bau, 23 weitere standen zur Panzerung bereit.

Es braucht viel, um gegen ein «Monster» zu kämpfen

Die Drogenbanden nutzen die Eigenbau-Panzer, die in Mexiko «Monster» genannt werden, im Kampf gegen verfeindete Kartelle und zum Schutz von Drogenlieferungen. Sie halten nach Militärangaben schwerem Maschinengewehrfeuer stand und können nur mit Panzerabwehrwaffen zerstört werden.

Im Mai hatten Polizisten bei einem Einsatz gegen das Drogenkartell Los Zetas ein gepanzertes Gefährt entdeckt, das 20 Insassen Platz bietet. Im Norden Mexikos kämpfen rivalisierende Drogenkartelle um die Schmuggelrouten in die USA.

Mexiko baut Panzer, Kolumbien U-Boote

Erst im Februar hatten Soldaten in Kolumbien erstmals ein vollständig tauchfähiges U-Boot für den Drogenschmuggel beschlagnahmt. Das 30 Meter lange, klimatisierte U-Boot aus Glasfiber hätte nach Behördenangaben Drogen nach Mexiko bringen sollen.

Der Bau des Schiffs dürfte sechs bis acht Monate gedauert und etwa zwei Millionen Dollar gekostet haben.

Drogenkrieg in Mexiko forderte bisher 37 000 Opfer

Im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas liefern sich das Golf-Kartell und die Bande Los Zetas seit vergangenem Jahr einen besonders brutalen Kampf. Los Zetas wurde von früheren Elitesoldaten gegründet, die in den 90er Jahren desertierten, um für das Golf-Kartell zu arbeiten. Heute bekämpfen die Mitglieder von Los Zetas ihre ehemaligen Bosse.

Im Dorf Guerrero entdeckten die Ermittler in rund 20 Gruben insgesamt 1314 verkohlte Knochenstücke, wie die Staatsanwaltschaft des nördlichen Bundesstaates Coahuila erklärte. Zudem hätten sie etwa 60 Patronenhülsen aus grosskalibrigen Waffen, Kleidungsstücke, Münzen und Teile von Armbanduhren geborgen.

Coahuila grenzt an die Bundesstaaten Durango und Tamaulipas, wo seit Anfang April insgesamt 409 Leichen in Massengräbern gefunden wurden. Seit der mexikanische Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Drogenbanden des Landes den Kampf ansagte, kamen in dem Drogenkrieg etwa 37 000 Menschen ums Leben.

(sda)