Drogenkrieg in Mexiko

11. Mai 2012 09:08; Akt: 11.05.2012 10:09 Print

Die «Ungehobelte» ist gefasst

Anfang Woche wurde in Mexiko eine Frau verhaftet, die im Auftrag des blutrünstigen Drogenkartells «Los Zetas» 20 Menschen ermordet haben soll. Frauen sind bei den «Zetas» keine Seltenheit.

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Ma­ría Gua­da­lu­pe Ji­mé­nez Ló­pez machte am Tag der Verhaftung keinen guten Eindruck. (Bild: Keystone/AP/str)

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Ma­ría Gua­da­lu­pe Ji­mé­nez Ló­pez wirkte müde und verbittert bei ihrer Verhaftung. Eine Schönheit war sie nie, und einen freundlichen Charakter wird sie wohl auch nicht haben. Beide Merkmale sind womöglich auch der Grund, wieso man sie «La Tosca» nennt, die Ungehobelte. Seit Montag sitzt die junge Mexikanerin hinter Gitter.

«La Tosca» hat mit nur 26 Jahren bereits ein fettes Strafregister. Ihren Werdegang zur Killerin hat sie bei den «Zetas» gemacht, einem der brutalsten Drogenkartelle Mexikos. Sie klaute Autos und entführte Menschen, bis sie als Killerin eingesetzt wurde. Insgesamt werden ihr 20 Hinrichtungen von Polizeibeamten, Politikern oder Mitgliedern von anderen Kartellen angelastet. Vor ihrer Verhaftung war sie zur regionalen Delegierten aufgestiegen und für den Vertrieb der Drogen im Gebiet Nuevo León verantwortlich.

Eine «Kaderstelle» für 1500 Dollar im Monat

Die junge Witwe widmete ihr Leben der Gewalt. Für ihre Arbeit als Killerin erhielt sie einen Monatslohn von 20 000 mexikanischen Pesos, umgerechnet 1370 Franken. Sie hatte sechs Gangster unter sich; drei Männer und drei Frauen, die ebenfalls verhaftet wurden. Bei den Frauen handelt es sich um Mitglieder einer Familie: die 49-jährige Julia Alcántar Briceño und ihre 30- und 18-jährigen Töchter verkauften Drogen in Bars und Clubs der Gegend.

Frauen haben bei den «Zetas» eine lange Tradition. Im September vergangenen Jahres wurde Mireya Moreno Carreón, alias «La Flaka», in der Nähe von Nuevo León festgenommen. Sie war die erste Frau, von der behauptet wird, dass sie bis zur obersten Spitze der Organisation Kontakt hatte.

Ma­ría Gua­da­lu­pe Ji­mé­nez Ló­pez am Tag ihrer Verhaftung.

(kle)