Statistik

12. September 2010 10:03; Akt: 12.09.2010 23:03 Print

Die Afrikaner sind die kriminellsten Ausländer

In der Schweiz liegt erstmals eine Statistik vor über die Kriminalitätsrate in Beziehung zur Nationalität. Die Zahlen überraschen.

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Männer aus Angola, Nigeria und Algerien kassieren in der Schweiz sechsmal mehr Strafanzeigen als Schweizer Männer. (Bild: Keystone)

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Männer aus Angola, Nigeria und Algerien kassieren in der Schweiz sechsmal mehr Strafanzeigen als Schweizer Männer. Sie weisen damit die höchste Kriminalitätsrate unter den Einwanderern in der Schweiz auf. Das zeigt eine Auswertung des Bundesamtes für Statistik: Das Bfs setzte darin zum ersten Mal die polizeiliche Kriminalstatistik 2009 in «Beziehung zur Nationalität der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung», wie die «SonntagsZeitung» und der «Sonntag» berichten. Wie dies im Detail geschah, wurde nicht offengelegt. Das Bfs war am Sonntag nicht zu erreichen. Die Statistik weist die Anzahl Personen aus, die 2009 einer Verletzung des Strafgesetzbuches beschuldigt wurden (siehe Infobox). Die Art der Delikte wurde nicht aufgeführt.

Weg aus der Kriminalität führt über Job und Bildung

Gemäss der Statistik ist die Kriminalitätsrate vor allem bei Afrikanern hoch: Unter den ersten zehn Plätzen der Statistik befinden sich acht afrikanische Staaten. Weiter ist die Rate auch bei Tamilen und den Einwandern aus der Dominkanische Republik fünf Mal höher als bei Schweizern. Ingesamt betrachtet liegt die Kriminalitätsrate der Ausländer 1,6 höher als bei Schweizern. Weniger Delikte als Schweizer begehen EU-Bürger: Die Rate der kriminellen Deutschen, Franzosen oder auch Österreicher liegt im Vergleich zur ständigen Wohmbevölkerung unter der der Schweizer.

Warum geradei bei Migranten aus Afrika die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie kriminell werden, dafür gibt es gemäss Alard du Bois-Reymond «keine klare Ursache». Wie der Direktor des Bundesamtes für Migration im «Sonntag» sagt, sei aber sicher: «Afrikaner haben es schwer in der Schweiz, sie sind hier noch nicht gut genug integriert». Das liege einerseits an den Schweizern, «welche es den Migranten schwer machen, sich einzufinden». Anderseits auch an den Afrikanern selbst, «die zu wenig tun, um sich zu integrieren», so du Bois-Reymond weiter. Zudem hätten die Afrikaner in der Schweiz schlechtere Chancen legaler Arbeit nachzugehen . «Da gleiten viele schnell in die Illegalität ab», so der Migrationschef weiter.

SVP fordert Integrationsmassnahmen

Diese Meinung stützt der Schweizer Kriminologie Professor, Manuel Eisner, gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Die Wahrscheinlichkeit eines Verstosses gegen das Strafgesetz hängt bei allen Gruppen - auch bei Schweizern – zuerst mit Bildung, sozialer Integration und sozialer Herkunft zusammen», so Elseners Erklärgung. Insofern zeige sich, dass Immigranten mit hohem Anteil an Gutausgebildeten und Integrierten weniger in Konflikt mit dem Gesetz kämen als solche mit tiefem Sozialstatus. Was letztlich heisst, je besser die Chancen in der Schweiz der jeweiligen Gruppe, umso kleiner die Wahrscheinlichkeit eines Konfliktes mit dem Gesetz.

SVP-Nationalrat Yvan Perrin fordert nun Integrationsmassnahmen bei allen Gruppen, die hohe Werte aufweisen. «Nicht nur für bisher bekannte, sondern auch für neue wie Dominikaner oder Tamilen.»Vor allem die Tamilen galten bisher als «Vorzeigeausländer». Für die Zürcher Integrationsbeauftragte Julia Morais war ein Trugschluss: «Tamile sind fleissige Leute, die ohne Murren schlecht bezahlte Arbeit übernehmen. Aber das Leben in ihrer Gemeinschaft kennt man zu wenig», so Morais in der «SonntagsZeitung». Die Tamilen bleiben unter sich, weshalb nur wenig über Gewaltprobleme nach Aussen dringe.

FDP-Integrationsspezialist Philipp Müller will aufgrund der Statistik nun die Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten einschränken: «Die Zahlen zeigen klar, dass wir dort ein Integrationsproblem haben.» Während er dazu nächste Woche drei parlamentarische Initiativen einreicht, sieht Morais die Chance vor allem bei einer besseren Integration: Sie fordert, dass man weiter in Bildung und Arbeitsintegration investiert und die Migranten zu einem aktiveren Beitrag verpflichtet. «Wird eine Generation besser integriert, sinken die Kriminalitätsraten», sagt Morais und weist auf die Situation der Italiener hin, die sich in der Vergangenheit stark verändert hat.

(amc)