Brandserie

08. März 2011 07:16; Akt: 08.03.2011 07:45 Print

Die Angst vor dem nächsten Feuerteufel

Sieben Mal legte ein Unbekannter bereits Feuer. Nach der Gemeinde Elgg im Kanton Zürich wütet er jetzt auch im Nachbardorf Aadorf. Die Nervosität steigt.

storybild

Die Feuerwehrleute konnte nicht verhindern, dass am 28. Februar in Elgg eine Jagdhütte niederbrannte. (Bild: newspictures.ch)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Elgg sorgt seit rund vier Wochen eine Brandserie für Aufruhr. Jetzt geht die Angst auch in der Nachbargemeinde Aadorf um. Hier brannten vor dem vergangenen Wochenende an zwei verschiedenen Orten Holzbeigen. Für die Polizei des Kantons Thurgau ist klar, es war Brandstiftung. Ob es sich beim Täter um dieselbe Person handelt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Kapo-Sprecher Daniel Meili sagt zu 20 Minuten Online: «Es gab keine neuen Brände, aber auch keine Hinweise.» Es werde eng mit den Kollegen aus Zürich zusammengearbeitet. Bei der Kapo Zürich gingen einige wenige Hinweise ein. Laut Sprecher Stefan Oberlin wird diesen nun nachgegangen.

Bevölkerung soll mithelfen

In beiden Gemeinden wird derweil gerätselt, wer hinter der ungeheuren Brandserie stecken könnte. Von offizieller Seite wollte sich in Elgg niemand zu den Vorfällen äussern. Man wolle die Geschichte nicht unnötig aufbauschen, hiess es. Karin Egli, Gemeinderätin in Elgg, sagt: «Wir haben die Leute aufgerufen, wachsam zu sein.» Spaziergänger, Hündeler oder Pferdesportler werden gebeten, ungewöhnliche Beobachtungen zu melden. «Beruhigt sind wir erst, wenn er gefasst ist», so Egli.

Dem einen oder anderen Einwohner dürfte unwohl sein. Je länger der Täter frei herumläuft, desto nervöser werden die Menschen. Laut der «Thurgauer Zeitung» sollen die Feuerwehrleute, die in Aadorf im Einsatz standen, die Ähnlichkeit mit den Elgger Fällen erwähnt haben. Die Brände sollen demnach immer auf einer Höhe von 60 Zentimeter angelegt worden sein.

Über die Identität des Feuerteufels ist indes gar nichts bekannt. In Elgg sind einige der Meinung, es müsse ein Einheimischer sein. Einer, der sich auskenne in der Region. Wo der Brandstifter überall ortskundig ist, wie gross sein Radius ist und wo er das nächste Mal zuschlagen wird, beschäftigt die Bevölkerung, seit die Serie Mitte Februar ihren Anfang nahm.

Die Liste der Brandanschläge

Damals wurde ein Brandanschlag auf einen Schopf verübt. Es folgte das Probelokal des Tambourenvereins, das Holzschnitzellager des Elgger Forstamts sowie ein Pferdestall. Bei sämtlichen Anschlägen wurde mit Brandbeschleuniger operiert, schnelles Eingreifen der Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.

Der letzte Anschlag in Elgg galt einer Jagdhütte. 45 Feuerwehrleute standen im Einsatz, die Hütte brannte vollständig aus. Der Sachschaden beträgt rund 30 000 Franken. Ein Familienvater, der sich bei der Jagdhütte ein eigenes Bild machen wollte, sagte zum «Landboten» damals: «Die Serie wird unheimlich.»

Unheimlich ging sie weiter, wie bereits erwähnt, in der Nachbargemeinde Aadorf. Während an einem Ort nur ein paar Holzscheite verkohlten, brannten im Weiler Weiere vier Ster lichterloh. Der Schaden war gering, die Ungewissheit jedoch bleibt.

(feb)