Katastrophe in Sierre

15. März 2012 11:18; Akt: 19.03.2012 15:17 Print

Die Chronologie der Tragödie

Weshalb wurde das Ausmass des Busunglücks erst gestern Morgen bekannt? Was genau passierte während der Nacht? Die Abfolge der Ereignisse im Überblick.

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Bei dem schweren Busunglück auf der A9 bei Sierre VS sind am 13. März 2012 28 Personen ums Leben gekommen. So verlief der Unfall von Sierre. Die letzten Meter vor dem Aufprall. Der Kanton Wallis veröffentlicht am 31.1.2013 die 3D-Animation. der schwere Gang der Angehörigen: Sie mussten in der Leichenhalle in Sion ihre Kinder identifizieren. Die Leichen der verstorbenen Kinder wurden am 14. und 15. März ins Centre funériare von Sion gebracht. In Sierre sind am Abend nach dem Unglück des rund 200 Einwohner zu einem spontanen Traueranlass zusammengekommen. Im Verlaufe des Tages sind Sie hoffen, dass ihr Kind zu den Verletzten gehört und nicht zu den 28 Todesopfern. berichten vom Unglück, hier vor dem Spital in Sion. Viele Angehörige werden im untergebracht - von der Polizei gut abgeschirmt vor zu neugierigen Medien. Auch in Belgien finden noch am Abend Trauergottesdienste statt, wie dieser in sprechen den Angehörigen ihr grosses Mitleid aus und danken zugleich den Rettungskräften für ihren grossen Einsatz. Am Eingang des Tunnels der A9, in dem es am Abend des zum Horrorcrash kam, legen Menschen Blumen nieder. Bei dem schweren Verkehrsunfall im Wallis sind . Im Autobahntunnel Sierre fuhr das Fahrzeug in eine Nothaltestelle. Die Rettungsaktion im Tunnel dauerte über an. Das Wrack des Reisecars Es wurde nach Visp gebracht. Im Bus waren unterwegs. Es handelte sich dabei um zwei Schulklassen aus Flandern. Unter den Toten sind Der Car wurde bei dem Aufprall schwer beschädigt, zahlreiche Insassen waren Unter den Toten sind auch 24 weitere Kinder wurden bei dem Unfall eines belgischen Reisecars Eine Tragödie dieses Ausmasses habe es im Wallis , sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Christian Varone, am Mittwochmorgen vor den Medien. Der Reisebus fuhr auf der Autobahn von Sierre in Richtung Sitten. Die meisten Opfer sind Kinder , die im Val d'Anniviers in den Skiferien waren. Die verletzte Kinder wurden in vier Spitäler im Wallis gebracht; drei besonderes wurden in die Unispitäler von Lausanne und Bern geflogen. Die meisten Verunfallten kamen Sie waren auf der nach Belgien. Betroffen zeigte sich an der Medienkonferenz auch der Botschafter Belgiens in der Schweiz. «Dieses Drama wird ganz Belgien erschüttern», sagte Jan Luykx.

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Bei Katastrophen wie in Sierre geht alles drunter und drüber. Vor lauter sich überschlagender Meldungen verliert man leicht den Überblick. Wir helfen deshalb mit einer Chronologie.

21.30 Uhr: Ein Car der belgischen Top Tours, der zwei Schulklassen aus Flandern von den Skiferien in Val d'Anniviers nach Hause bringt, prallt im Autobahntunnel von Sierre frontal in eine Rettungsnische. Die beiden Fahrer, 4 Betreuer und 22 Kinder sterben, 24 Kinder werden verletzt. Zwei andere Cars mit belgischen Schulklassen bemerken den Unfall nicht und fahren weiter nach Belgien.

22.00 Uhr: Bald sind die ersten Rettungskräfte vor Ort. Sanität, die Feuerwehr von Sierre und aus Nachbargemeinden, bestehend vor allem aus Freiwilligen, kämpfen sich zum Bus vor und transportieren die Verletzten ab, später auch die Leichen. Vor dem Tunnel warten Rettungswagen und Helikopter. Sie fliegen eine Person ins Unispital Lausanne, zwei ins Berner Inselspital; ein weiteres Kind stirbt in der Luft. Die leichtverletzten Kinder werden in lokalen Spitälern untergebracht und von Care-Teams betreut.

Gegen Mitternacht: Zum Redaktionsschluss tappen die Zeitungen noch etwas im Dunkeln. Um die Angehörigen der Opfer informieren zu können, bevor die Medien über die Katastrophe berichten, informiert die Polizei spärlich. 20 Minuten berichtet am folgenden Morgen von einem Busunglück mit mehreren Verletzten, Meldungen von Toten kommen nur von Leser-Reportern.

Nacht: Die Hubschrauber fliegen bis halb eins. Um ein Uhr wird das Wrack des Lasters abgeschleppt. Räumungs- und Rettungsarbeiten laufen aber noch bis tief in die Nacht und dauern bis rund 6 Uhr früh. Insgesamt sind 12 Krankenwagen, 8 Rettungshelikopter und über 200 Sanitäter, Ärzte, Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz. Währenddessen verständigen die Walliser Rettungskräfte die Schulen und Behörden in Belgien über die Katastrophe.

5.30: Die Walliser Polizei informiert an einer Pressekonferenz über das Ausmass des Unglücks. Über die Ursache des Unfalls gibt es noch keine Mutmassungen. Auf der Strecke sind 100 km/h erlaubt. Meldungen, denen zufolge der Car zu schnell unterwegs gewesen sei, bestätigt die Polizei nicht.

Früher Morgen: In Belgien hat sich bereits ein Krisenstab gebildet, Premierminister Elio Di Rupo plant den Flug nach Sitten. Damit die Angehörigen der Opfer möglichst schnell ins Wallis reisen können, macht die belgische Luftwaffe zwei Transportflugzeuge startklar. Es wird zudem bekannt, dass einige der Kinder aus den Niederlanden stammten.

8.40: Im Parlament erheben sich die Räte zu einer Schweigeminute. Nationalratspräsident Hans-Jörg Walther spricht den Angehörigen sein Beileid aus. Der Bundesrat meldet sich erst im Verlauf des Vormittags.

Vormittag: Die Medien berichten laufend über das Unglück. Die Polizei beraumt eine Pressekonferenz für 15 Uhr ein, die auf 17.30 Uhr verschoben wird. Im Dorf Lommel, woher die Klassen kommen, versammeln sich die Eltern der Kinder in den Schulen. Sie wissen teilweise noch nicht, ob ihre Kinder überlebt haben. Am späten Vormittag treffen die beiden unversehrten Cars in Belgien ein.

Nachmittag: Die Polizei organisiert die Ankunft der belgischen Angehörigen, die am späten Nachmittag in Genf landen und dann mit Bussen nach Sion gebracht werden sollen. Zwar hat auch Sion einen Flugplatz, der Pistenanflug gilt jedoch als einer der schwierigsten der Welt.

17.40: Pressekonferenz im Polizeipräsidium Sion. Anwesend sind Bundespräsidentin Evelyn Widmer-Schlumpf, der belgische Premier Elio Di Rupo sowie die Botschafter von Belgien und den Niederlanden. Der Untersuchungsrichter gibt erste Ergebnisse bekannt. Es seien keine anderen Fahrzeuge involviert gewesen und der Chauffeur sei nicht zu schnell gefahren. Eine Autopsie des Fahrers wird angeordnet.

Abend: Gedenken an die Opfer in der Schweiz und in Belgien: Am Lac de Géronde in Sierre findet spontan ein «Marche blanche» statt. Rund 200 Personen trauern schweigend. Sie legen Blumen und Kerzen nieder. In der Kathedrale des flämischen Leuven findet ein Gedenkgottesdienst statt. Der Erzbischof von Mechelen-Brüssel und weitere Würdenträger sprechen den Angehörigen ihr Beileid aus und Mut zu.

Früher Morgen: Das Gesundheitsministerium in Brüssel teilte in der Nacht mit, dass alle 24 verletzten Kinder nun identifiziert sind. Die Walliser Polizei bestätigt gegenüber 20 Minuten Online, dass einige Eltern ihre verstorbenen Kinder nun sehen. Die Rückführung der Leichen soll bereits heute stattfinden. Einige verletzte Kinder können aus dem Spital entlassen werden.

09.35: Die belgische Regierung ruft die offizielle Staatstrauer aus.

(job/dwi/sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich bin auch Rettungssanitäter und war beim Crossairabsturz von Bassersdorf im Einsatz. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was die Retter mitansehen musste. Die schrecklichen Bilder werden einem ein Leben lang in Erinnerung behalten. Ich wünsche den Hinterbliebenen, den Verletzten und den Rettern viel Kraft. Sprechen kann helfen, aber es heilt nie das was man sah und geschah. – Andreas

Als Mutter zweier Kleinkinder bin ich zutiefst schockiert und unendlich traurig :(. Mir fehlen die Worte, zu schlimm und unfassbar ist dieser tragische Unfall. Ich will keine Schuldigen suchen, sondern mein Mitgefühl ausdrücken. Es gibt nichts Schlimmeres als sein(e) Kind(er) zu verlieren :(! Meine Gedanken sind bei den Eltern, Geschwistern und Freunde der Opfer, bei den Überlebenden, den Zeugen und den Helfern/Rettern. Ihnen allen wünsche ich viel Kraft in dieser traurigen, schwergen Zeit. Mit stillem Gruss – Andrea Mordasini, Bern

Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft! Und an all die Menschen, die sich über Kleinigkeiten beschweren und ärgern: Denkt mal darüber nach, wie gut es und doch eigentlich geht! – Laura

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Haguhans Altendorf am 14.03.2012 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Unbegreiflich!

    Ich bin auch in der Busbranche als Fahrer tätig und kenne diese Tunnel gut, ich habe mich schon etliche male gefragt, wie die Planer von solchen Bauwerken ticken. Wenn man nämlich eine solche Nische in Fahrtrichtung statt in einem 90 Grad Winkel in einem 30-45 Grad Winkel enden würde wäre derBus wieder auf die Fahrbahn zurückgewiesen worden und es hätte sicher nicht Tote in diesem Ausmass gefordert. herzliches beileid den Angehörigen.

  • Cony am 14.03.2012 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Busunfall in Sierre

    Mein tiefstes Beileid für die Angehörigen.

  • Delmar am 14.03.2012 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rip

    R.I.P :(

Die neusten Leser-Kommentare

  • Timo am 16.03.2012 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Tunnel-Fahrspuren sind alle viel zu Eng

    Ferner sollten auch die erhöhten Seiten-Abschlussränder verschwinden.

  • Brigitte Muster am 16.03.2012 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Wallis

    Diese Tragödie ist einfach nur schrecklich und lässt einen kaum mehr los. Ich bin voller Bewunderung für alle involvierten Walliser, seien es Retter, Behörden oder einfach nur die ganz normale Bevölkerung, die irgendwie und irgendwo geholfen haben. Was das Wallis hier geleistet hat ist beispiellos und erfordert den allerhöchsten Respekt. Die Effizienz, mit der gearbeitet wurde ist beachtlich und die Diskretion, mit der die Angehörigen bedacht wurden habe ich noch nirgends erlebt. So traurig die Aufgabe auch war, es ist gelungen, innerhalb von nur 2 Tagen alle Opfer zu identifizieren. Chapeau.

  • Haati am 16.03.2012 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Das tut mir so Leid

    Das ist so schlimm, mir kommen schon die Tränen .. Für die Eltern war das bestimmt das schlimmste in ihrem Leben..

  • Andrea S. am 16.03.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Schwere Zeiten!

    Es ist schon tragisch: da befindet man sich auf einer Reise, freut sich auf das Wiedersehen mit Familie und Freunden und der gewohnten Umgebung, und dann wacht man in einem Spital wieder auf - mit schwersten Verletzungen... Wenn man sich das so vorstellt.

  • Fruchtjoghurt am 16.03.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Ich wünsche allen Beteiligten (Familie, Freunde, Angehörige, etc.) viel Kraft um das ganze zu verarbeiten!! Das sind schreckliche Bilder und es erschüttert mich jedes mal, wenn ich daran denke oder einen Artikel lese. Und noch ein grosses Lob an die Rettungskräfte, welche alles gegeben haben. Es muss schwer sein, wenn Kinder vor deinen Augen sterben und du auch als Rettungssanitäter nichts dagegen machen kannst.