Leuenberger in der Oper

15. November 2010 22:58; Akt: 15.11.2010 23:53 Print

Die Geister scheiden sich

von Deborah Sutter - Bei der Premiere der Oper «Wilhelm Tell» im Zürcher Opernhaus spazierte alt Bundesrat Leuenberger über die Bühne. Der überraschende Auftritt wird unterschiedlich beurteilt.

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Erstaunt verfolgte das Publikum letzten Samstagabend das Geschehen auf der Bühne des Opernhauses Zürich. Während der Ouvertüre zu Rossinis «Wilhelm Tell» hatte Moritz Leuenberger einen Auftritt als Statist: Er schob ein Militärvelo über die Bühne und setzte sich dann auf eine Bank, wie das Schweizer Online-Opernmagazin «Im Scheinwerfer» schreibt. Dieser Gastauftritt kam nicht bei allen Besuchern gut an, wie die Gesellschaftsreporterin Hildegard Schwaninger gestern im «Tages-Anzeiger» vermeldete. Sie berichtet von empörten Pausengesprächen des Publikums, «das traditionsgemäss ja eher aus Vermögenden und Schönen als aus SP-Wählern ­besteht». Der Auftritt des alt Bundesrates, der an Fluglärm und andere Ärgernisse erinnere, habe die Ouverture gehörig vermasselt.

Leuenberger reagiert irritiert auf die Kolumne: «Die Schilderung von Frau S. über meinen kleinen Auftritt trifft nicht ansatzweise zu. Kein Mensch hat über mich geschimpft.» «Frau S.» habe ganz offensichtlich ein Selbstgespräch geführt und dieses in den Pluralis Majestatis gesetzt. In Wien würde man sagen: «Dieses Geschwätz ist so unbedeutend, dass man es nicht einmal ignorieren kann», so Leuenberger.

Der Mediensprecher des Opernhauses, Lukas Kalas, pflichtet bei: «Das Publikum hat den Auftritt des berühmten Statisten begeistert beklatscht.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • vreni stauffacher am 16.11.2010 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso aufregen

    Bei Sozis gelten eben andere Gesetze

  • Stefan W. am 16.11.2010 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Langweiliger Auftritt

    Mir ist ein Velo schiebender und schweigsamer ehem. Bundesrat Leuenberger immer noch lieber als all jene Ehemaligen, die meinen, sie müssten bei jeder Gelegenheit noch die Klappe aufreissen. Doch auch er wird dereinst. Leider!

  • Hans brunz am 16.11.2010 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu nochmals Leuenbergern?

    Hat der ernsthaft das Gefühl, man wolle ihn nochmals freiwillig sehen? Mit einem Militärvelo, sooo kultig!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hp am 16.11.2010 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    :-)

    Ach wie sind wir Schweizer doch glücklich, dass wir keine anderen Probleme haben. :-)

  • Paul Buchegger am 16.11.2010 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat sich den Fluglärm eingehandelt?

    Diejenigen, die sich jetzt darüber beklagen. Sie wollten das Verhandlungsresultat zwischen der Schweiz und Deutschland nicht akzeptieren und haben sich damit ein Eigentor geschossen. Statt etwas erreicht haben sie sich selbst in die Nesseln gesetzt, die Neunmalklugen. Egoismus zahlt sich auf die Länge nicht aus.

  • swissboy am 16.11.2010 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Er kann's nicht lassen

    Leuenberger kann die Selbstdarstellung einfach nicht lassen. Der selbsternannte Schöngeist soll nun bitte endlich gehen und uns von seinen Inszenierungen verschonen.

  • Fred Feuerstein am 16.11.2010 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Leuenberger macht weiter

    mit dem was er am besten kann, er spielt einen Statisten.

  • Poodel am 16.11.2010 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Egal...

    ...ob man geklatscht, oder geschimpft hat. Somit zeigt Leuenberger deutlich, dass es höchste Zeit war für seinen Rücktritt