Japan

16. November 2018 21:23; Akt: 18.11.2018 11:25 Print

Die ausdauerndsten Kunstfans sind Katzen

Eine Galerie im Süden Japans verdankt ihre Popularität zwei Katzen, die tagtäglich zur Türe reinwollen – seit Jahren.

Im japanischen Onomichi weist ein Wachtmann jeden Tag zwei Katzen ab, die in die Kunstgalerie wollen.
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Es ist längst zum Spiel geworden, zum einstudierten Tanz: Von aussen nähert sich ein pelziger Vierbeiner, von innen ein ergrauter Wachmann. Bei der automatischen Schiebetüre treffen sich die zwei. Die Katze schnurrt und streicht umher, der Mann erwidert nette Worte oder krault ihr den Kopf. Nur wenn das Tier versucht, am Aufpasser vorbei in die Kunstgalerie zu schlüpfen, formt dieser die behandschuhten Hände zu einer Absperrung.

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Dann zieht die Katze von dannen und der Wachmann kehrt zurück zu seinem Platz. Jeden Tag wiederholt sich das lustige Schauspiel. Und das seit bald zwei Jahren.

Berühmte Beinah-Besucher

Die japanische Grossstadt Onomichi im Osten von Hiroshima ist bekannt als «Stadt der Katzen», in der es von Vierbeinern nur so wimmelt. In jeder der engen Gassen in der hügeligen Gegend trifft man auf Katzen – frei lebende und häusliche. Schätzungen gehen davon aus, dass hier auf jeden der 130'000 Einwohner auch eine Katze zu finden ist.

Zwei davon sind unlängst zum viralen Renner geworden: der schwarze Ken-chan und sein getigerter Freund Go-chan. Die beiden Katzen suchen seit zwei Jahren täglich die Kunstgalerie Onomichoii Museum auf. Und weil Katzen offenbar besser ziehen als Kunst, setzt die Galerie in Sachen Werbung voll auf seine zwei berühmtesten Beinah-Besucher.

Unter dem Namen @bijutsu1 haben die Betreiber mehrere Hundert Bilder und einige Dutzend Videos der gescheiterten Besuche auf Twitter veröffentlicht:


Mit dem freundlichen, aber bestimmten Wachmann haben sich Ken-chan und Go-chan längst angefreundet. Dass ihnen kein Einlass gewährt wird, tragen sie mit Fassung. Schliesslich gehören sie zu einem Restaurant in der Nähe der Galerie und haben täglich nur einen kurzen Weg zu bewältigen.

Unklar bleibt einzig, wieso die zwei Katzen so gern ins Onomichoii Museum gelangen möchten. Man vermutet, dass sie vor zwei Jahren durch die Glasfront die Bilder einer Fotoausstellung gesehen haben. Damals waren auch einige besonders schöne Katzen unter den Motiven.

(mat)