Sinaloa-Kartell

16. Juli 2015 12:47; Akt: 16.07.2015 13:02 Print

Die Macht von «El Chapo» in Zahlen

«El Chapo» Guzmán hat mit seiner Flucht bewiesen, dass seine Macht weit über Gefängnismauern hinausreicht. Sein Einfluss lässt sich auch in Zahlen darstellen.

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Der flüchtige Drogenbaron El Chapo wird wie ein Popstar verehrt. Mit dem Symbol 701 zeigen ihm seine Fans ihre Sympathie. Besonders junge Leute sind von Guzmáns Rolle des Anti-Helden fasziniert. «Diese Kriminellen generieren einen Robin-Hood-Effekt», erklärt ein kolumbianischer Drogen-Experte. Weltweit wächst der Kult um seine Person. «Boss der Bosse» nennen ihn seine Fans. Mit seiner Flucht konnte Guzmán zu den grössten Mafiosi der Geschichte aufschliessen: US-Mafiaboss Al Capone und Kolumbiens Drogenbaron Pablo Escobar. Für die US-Antidrogenbehörde DEA ist der Mexikaner mächtiger als Pablo Escobar. Ein ranghoher DEA-Beamter beschrieb ihn als «der Pate des Drogenschmuggels». Der italienische Künstler Alessandro Palombo verwandelte El Chapo in eine Simpsons-Figur. Vergangene Woche fanden zudem vielerorts in Mexiko Kundgebungen für El Chapo statt. «Nein zur Auslieferung von Joaquín Guzmán Loera», forderten die Demonstranten Der Drogenbaron ist seit 11. Juli 2015 auf der Flucht. Wie mächtig das Sinaloa-Kartell ist, zeigen folgende Zahlen: aus. Der Der Tunnelbau war wohl eine grosse Herausforderung: In einer Bauzeit von Die Stadt Chicago erklärte den Mexikaner zum - zum zweiten Mal. Diese «Ehre» war zuletzt Mafioso Al Capone zuteil geworden. Das Sinaloa-Kartell setzt mit Drogenhandel jährlich um. Zum Vergleich: Facebook macht laut New York Times einen Umsatz von zwischen zwei und drei Milliarden Dollar. Ein Kilo Kokain des Sinaloa-Kartells hat einen Marktwert von . Die Organisation schmuggelt zudem Heroin und Methamphetamin in die USA, nach Europa und Asien. Guzmáns Kopf ist derzeit (umgerechnet 3,6 Millionen Dollar) wert: So viel zahlt die mexikanische Regierung als Belohnung für Hinweise zu seiner Ergreifung. El Chapo selbst gehört laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes (Ausgabe 2012) mit einem Vermögen von über zu den reichsten Menschen der Welt. Der 1.55 Meter grosse Drogenbaron gehört zudem zu den 100 mächtigsten Menschen der Welt.

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Nachdem der mexikanische Drogenbaron Joaquín «El Chapo» Guzmán Loera spektakulär ausgebrochen war, erklärte ihn die Organisation Chicago Crime Commission zum «Staatsfeind Nr.1». Die US-Organisation wollte damit Guzmáns Vormachtstellung anprangern, die dieser mit seinem Sinaloa-Kartell im Drogenhandel der US-Metropole innehat.

Wieso überhaupt Chicago? Das Drogenkartell hat zwar «Niederlassungen» in 76 Grossstädten der USA, berichtete im 2009 das National Drug Intelligence Center, Chicago aber gelte als eine Art «Hauptfiliale».

Die Drogen werden von Mexiko direkt an das Südwestufer des Michigansees geflogen und von dort aus mit Lastern verteilt, erzählten vergangenen November die beiden ehemaligen Kartell-Mitglieder Pedro und Margarito Flores einem US-Gericht.

Drogenschmuggel als Hilfsmission getarnt

Die Bosse rund um Familie Guzmán hatten einen Plan entwickelt: Sie schickten riesige Flieger des Typs Boeing 747 mit Hilfsgütern — Kleider, Matratzen, Esswaren — von Chicago nach Mexiko. Dort füllten sie die Flugzeuge mit Tonnen von Kokain wieder auf, schreibt «The Chicago Tribune». Erfreulich für die Drogenhändler: Die «Hilfsmissionen» wurden bei der Rückkehr in die USA nicht kontrolliert.

Das Sinaloa-Kartell habe in den USA ein enges Netzwerk mit lokalen Gangs und Dealern aufgebaut, erklärt Vanda Felbab-Brown, Expertin für Drogenkriminalität, gegenüber ABC News. «Das führte dazu, dass es heute rund 80 Prozent des US-Drogenmarktes kontrolliert.» Die strikten Strukturen innerhalb der Organisation trugen dazu bei, dass das Kartell effizient weitergeführt werden konnte, auch wenn der Boss im Gefängnis sass.

Expertin Felbab-Brown glaubt allerdings nicht, dass «El Chapo» demnächst wieder die Führung seiner kriminellen Organisation übernimmt. «Er wird den Rest seines Lebens damit verbringen, sich gut zu verstecken.»

Einige Zahlen rund um «El Chapo»

Der «Erfolg» des mörderischen Kartells lässt sich anhand folgender Zahlen darstellen:

3 Milliarden Umsatz
Das Kartell setzt allein mit Drogenhandel jährlich 3 Milliarden US-Dollar um. Ausserdem ist es in Menschenhandel und Erpressung von Schutzgeld verwickelt. Zum Vergleich: Facebook macht laut New York Times einen Umsatz von zwischen zwei und drei Milliarden Dollar.

Eine Milliarde Vermögen
El Chapo» selbst gehört laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes (Ausgabe 2012) mit einem Vermögen von über einer Milliarde zu den reichsten Menschen der Welt.

Unter den 100 Mächtigsten
Laut Forbes (Ausgabe 2013) gehört der 1.55 Meter grosse Drogenbaron zu den 100 mächtigsten Menschen der Welt.

61 Millionen Kopfgeld
Guzmáns Kopf ist derzeit 61 Millionen Pesos (umgerechnet 3,6 Millionen Dollar) wert: So viel zahlt die mexikanische Regierung als Belohnung für Hinweise zu seiner Ergreifung.

Ein Kilo für 10'000 Dollar
Ein Kilo Kokain des Sinaloa-Kartells hat einen Marktwert von 10'000 Dollar, schreibt der mexikanische Sender Unotv.com.

(kle)