05. April 2005 07:43; Akt: 05.04.2005 07:45 Print

Die Maikäfer kommen

In diesem Jahr wird es so viele Maikäfer geben wie schon lange nicht mehr.

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Die ersten werden gegen Ende April aus der Erde kriechen, wie Pro Natura schreibt.

Der Maikäfer gehört neben dem Marienkäfer zweifellos zu den bekanntesten Käfern. Jedes Kind kennt ihn an seinen braunen Flügeldecken, den schwarz-weiss gezackten Flanken und den kurzen, geblätterten Fühlern.

20 000 Arten

Diese eigenartige Antennenstruktur verleiht denn auch der ganzen Familie den Namen: Blatthornkäfer. Gegen 20 000 Arten gibt es weltweit, in Mitteleuropa gerade mal 150.

Schon Ende April beginnen die ersten Maikäfer aus dem Boden hervorzukriechen und auszuschwärmen. Alle dreissig bis vierzig Jahre neigen sie laut Pro Natura zu einer Massenvermehrung. Zurzeit nehmen ihre Bestände zu. Dennoch werden die Maikäfer wohl kaum mehr so häufig werden wie vor einigen Jahrzehnten.

Gefürchtete Engerlinge

Spricht man vom Maikäfer, so meint man in der Regel den Feldmaikäfer, präzisiert Pro Natura. Seltener ist dagegen der Waldmaikäfer.

Gefürchtet sind die Engerlinge, die Larven des Maikäfers. Diese leben mehrere Jahre im Boden, meist unter Wiesland, und knabbern an den Wurzeln der Pflanzen. Treten die Engerlinge in Massen auf, können sie die Vegetation stark schädigen.

Früher brauchten die Bauern Insektengift, um schwärmende Käfer und die Engerlinge zu töten. Dies ist heute verboten. Forscher haben allerdings eine biologische Waffe gegen die gefrässigen Käferlarven entdeckt: die weisse Muskardine. Dieser Pilz überzieht die Engerlinge mit einem weissen Geflecht und tötet sie.

Leckerbissen für Baumfalken und Wiedehopf

Der Maikäfer ist nicht nur ein Schädling. Viele Vögel haben ihn zum Fressen gern. So tun sich etwa die seltenen Baumfalken an den schwärmenden Käfern gütlich, und der bedrohte Wiedehopf kann mit seinem langen gebogenen Schnabel die Engerlinge aus dem Boden klauben.

Doch Grossinsekten sind hierzulande immer seltener und fehlen den Vögeln auf ihrer Speisekarte. Baumfalke und Wiedehopf leiden deshalb nicht nur unter der Zerstörung ihrer Lebensräume, sondern auch unter dem frappanten Mangel an grossen Insekten wie Maikäfern, Grillen und Heuschrecken.

(sda)