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31. August 2009 14:31; Akt: 31.08.2009 15:32 Print

Die Mondsteinfälschung

Stolz zeigt das Rijksmuseum in Amsterdam einen Stein, den die US-Astronauten von ihrem ersten Mondspaziergang heimbrachten. Das jedenfalls dachten die Holländer 40 Jahre lang. Nun flog der Schwindel auf.

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Der Stein vom Mond entpuppte sich als Stück Holz. (Bild: HO/RIJKSMUSEUM)

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Der Mondfelsen wurde 1969 zum Geschenk für den holländischen Ex-Premierminister Willem Drees. Überreicht wurde das Stück vom damaligen US-Botschafter in den Niederlanden, William Middendorf. Dies weiss die krone.at zu berichten.

Zum 40-Jahre-Jubiläum des ersten Fluges zum Mond der US-Astronauten Edwin Aldrin, Neil Armstrong und Michael Collins am 20. Juli 1969, wurde das Exponat samt zertifizierter Schenkungstafel im Rijksmuseum offenbar erstmals näher untersucht.

Das ernüchternde Resultat: Der Stein kommt keineswegs vom Mond und ist erst noch gar kein Stein. Beim Stück handelt es sich um versteinertes Holz.

Die Museumssprecherin Xandra van Gelder: «Das Exponat wurde damals mit 100 000 Gulden versichert. Das entspricht heute rund 50 000 Euro.» Dies entspricht rund 75 000 Franken. Der wahre Wert des Streichholzschachtel-grossen Steins dürfte um die 50 Euro (75 Franken) liegen.

Wusste der Botschafter von der Fälschung?

Wer von der Fälschung wusste, ist noch nicht geklärt. Merkwürdig sei aber, dass Drees zum Zeitpunkt, als ihm der frischgebackene US-Botschafter den vermeintlichen Stein übergab, seit mehr als zehn Jahren nicht mehr Premier der Niederlande war.

Von der NASA und US-Politikern wurden damals viele Staaten mit Souvenirs vom Mond beschenkt. Höchste Zeit, die Präsente genauer unter die Lupe zu nehmen.