Ex-Militärs

13. August 2015 11:28; Akt: 13.08.2015 11:28 Print

Die Oath Keepers irritieren in Ferguson

Schwerbewaffnete Mitglieder einer radikalen Miliz mischen sich in Ferguson unter die Demonstranten. Wer sind sie und was wollen sie?

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Vier Mitglieder einer rechtsgerichteten Miliz tauchten bei den Demonstrationen von Ferguson auf. Die weissen Männer trugen Tarnkleidung, Schutzwesten und Sturmgewehre. Sie marschierten in der Nacht auf Dienstag bei den Protesten zu Ehren von Michael Brown mit. Der Afroamerikaner war am 9. August 2014 von einem weissen Polizisten erschossen worden.

Wie die «Washington Post» schreibt, gehörten die Männer einer Organisation namens Oath Keepers an, einer Miliz, die vor allem aus ehemaligen Militärs besteht.

«Völlig unnötig»

Sie seien gekommen, «um zwei Reporter der Website Infowars.com zu beschützen», erklärte einer von ihnen später. Der Polizeichef von St. Louis, Jon Belmar, äusserte sich gegenüber NBC News zur Präsenz der radikalen Veteranenmiliz: «Das ist völlig unnötig», meinte er.

Für Irritation sorgen die Männer unter den Protestierenden in Ferguson allemal: «Warum stehen diese schwerbewaffneten Männer hier? Und warum tut die Polizei nichts?!», twitterte die Menschenrechtsaktivistin Kayla Reed. Ihre Kollegin Johnetta Elzie fragte, ob es Schwarzen «ebenfalls erlaubt» sei, mit Gewehren zu marschieren.


Wer sind die Oath Keepers?

Die Oath Keepers (auf Deutsch etwa «Die zu ihrem Eid stehen») formierten sich 2009 um den ehemaligen Fallschirmjäger Ron Stewart Rhodes. Die Organisation bezeichnet sich als ein «Bund von Patrioten», die einen Eid «auf die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika geleistet haben und nicht auf irgendeinen Politiker oder eine Partei».

Die Vereinigung besteht aus aktiven oder pensionierten Armeemitgliedern, Feuerwehrmännern und Polizisten. Sie folgt ihrem eigenen 10-Punkte-Programm. Unter anderem verpflichten sich die Oath Keepers, «die Verfassung zu verteidigen, auch wenn dadurch andere Gesetze verletzt werden».

(kle)