Für Moslems

21. Januar 2012 23:30; Akt: 21.01.2012 23:31 Print

Die Schweiz bekommt ein Muslim-TV

Der Islamische Zentralrat Schweiz plant zwei vereinseigene Einrichtungen zu starten: Einen Internet-Fernsehkanal sowie eine Rabatt-Karte.

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Polittalk, Wochenmagazin und Serienpredigten: Das Muslim-TV soll laut Qaasim Illi ab Sommer über den Äther gehen. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Noch im Laufe dieses Jahres soll in der Schweiz Muslim-TV lanciert werden. Der Internet-Sender befinde sich in der Realisierungsphase, bestätigte Qaasim Illi, Vorstandsmitglied des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS), gegenüber der «SonntagsZeitung».

Auf dem Programm stehe ein Polittalk, ein «vertiefendes Wochenmagazin aus islamischer Perspektive» sowie «Serienpredigten». Laut Illi werde vorwiegend auf Deutsch gepredigt, aber auch auf Arabisch, Bosnisch und Albanisch mit deutschen Untertiteln. Fernsehstudio und Produktionssraum sollen bis im Sommer fertig sein. Kostenpunkt: 60 000 Franken.

Rabatt-Karte für Moslems

Laut der «SonntagsZeitung» arbeitet der IZRS zudem an der «Swiss-Muslim-Card» (SMC). Mit der Karte sollen die IZRS-Mitglieder fünf bis 15 Prozent Rabatt erhalten: In Fitness-Centern, Hallenbädern, Restaurants, Hotels, Läden. Auch bei den Krankenkassenprämien sollen die Mitglieder Vergünstigungen erhalten. Mit der Helsana hätten bereits Gespräche stattgefunden.

In einem internen E-Mail schreibt IZRS-Präsident Nicolas Blancho, dass man mit zehn Prozent Rabatt bei Zusatzversicherungen rechnen könne. Die Kasse würde den IZRS für die Kundenwerbung entschädigen; gemäss Blancho mit 3000 Franken pro 200 Mitglieder, die sich dem Kollektivvertrag anschliessen.

Moschee für 20 Millionen Franken in Bern

Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass der IZRS in Bern-West eine dreistöckige Moschee mit Gartenanlage bauen will. Laut Projektbeschrieb sind darin neben einem Gebetsraum für 270 Männer und 174 Frauen auch Läden, Konferenz- und Schulungsräume sowie eine nach Geschlechtern getrennte Tiefgarage mit zwei Untergeschossen vorgesehen. Finanziert werden soll das 20-Millionen-Projekt mit Spendengeldern aus Kuwait und Katar.

Auch eine Koranschule in der Schweiz, ein islamisches Frauenhaus und ein Reisebüro für Pilgerfahrten sind in Planung. Zudem arbeitet der IZRS an einer Volksinitiative zur Aufhebung des Minarettverbots.

(mbu/uwb)