Orang-Utan-Baby

19. Januar 2016 18:32; Akt: 19.01.2016 18:32 Print

Die herzzerreissende Geschichte von Gito

Tierschützer finden in Indonesien ein krankes und dehydriertes Affenbaby. Sie päppeln es monatelang auf. Jetzt kommt Gito bald in die Dschungelschule.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Als Tierschützer auf Borneo einen kleinen Orang-Utan fanden, glaubten sie zunächst, er sei tot. So schlimm sah das nur wenige Monate alte Affenbaby aus. Das Tier war vergangenen August von einem Dorfvorsteher der prallen Sonne ausgesetzt worden. Es lag in einer Kartonbox, dehydriert und unterernährt. Es litt an einer Hautinfektion, die es regelrecht «mumifziert» aussehen liess. Der kleine Orang-Utan war so geschwächt, dass er nicht mehr sitzen konnte, und hatte höllische Schmerzen.

Die Tierärzte der Organisation International Animal Rescue (IAR) gaben nicht auf. Sie nannten den Kleinen «Gito». Wochenlang behandelten die Tierschützer Gitos geschädigte Haut mit Kokosöl. Ein Video, das im Oktober aufgenommen wurde, zeigt, wie dem Affenbaby nach acht Wochen wieder Haare nachwuchsen.

Ab in die Dschungelschule

Mittlerweile hat sich Gito mit einem Altersgenossen angefreundet. Der Orang-Utan Asoka war nach Angaben des IAR ebenfalls vor einigen Monaten aufgenommen worden, nachdem ein Dorfbewohner ihn verlassen im Dschungel gefunden hatte. Anfangs noch schüchtern, spielten die beiden kleinen Orang-Utans schon kurz nach ihrer ersten Begegnung zusammen auf einem Klettergerüst.

Laut der IAR-Direktorin für Indonesien, Karmele Llano Sanchez, wird es zwar noch eine Weile dauern, bis Gito das Tierschutzzentrum wieder verlassen kann. Zunächst müsse er die sogenannte Dschungelschule absolvieren, in der er auf das Leben in der Wildnis vorbereitet werde. «Das dürfte noch fünf bis sieben Jahre dauern», sagte Sanchez der Nachrichtenagentur AFP.

Die bedrohten Orang-Utans von Borneo sind nach indonesischem Recht eigentlich geschützt. Doch viele Menschen ignorieren die Gesetze und halten die Primaten als Haustiere – oder jagen sie. Zudem ist ihr Lebensraum durch die rasch wachsende Zahl von Palmöl- und Holzstoffplantagen stark bedroht. Vergangenes Jahr landeten Hunderte der Tiere wegen schwerer Waldbrände in Tierschutzeinrichtungen. Die Feuer waren gelegt worden, um neue Plantagen zu ermöglichen.


Die ersten Tage von Orang-Utan-Baby Gito im Tierzentrum: Das Äffchen ist so geschwächt, dass es nicht einmal weinen kann. (Video: Youtube/International Animal Rescue IAR)


Ein Video vom 8. Januar 2016: Gito und Altersgenosse Asoka begegnen sich zum ersten Mal. (Video: Youtube/International Animal Rescue IAR)

(kle)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John am 19.01.2016 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider...

    Der Mensch ist und bleibt das grausamste Tier :(

    einklappen einklappen
  • Tierfreundin am 19.01.2016 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonne

    Wenn ich diese Bilder, Videos und die Geschichte von den Kleinen lese, wie sie dank Hilfe vieler Tierfreunde gerettet wurden, geht bei mir die Sonne auf und erfüllt mein Herz mit Freude. Danke an all die Menschen für die ein Tierleben noch wertvoll ist, und die keine Mühe scheuen um zu Helfen wo Not ist.

  • Reto am 19.01.2016 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke Danke. Mehr kann ich nicht sagen!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mausi am 20.01.2016 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig so etwas!!

    Das grösste Monster der Welt ist der Mensch. Es ist traurig zu sehen,wie Menschen mit hilflosen Tieren umgehen. Solche Menschen sollten einmal das selbe erleben!!!!

  • angelina b. am 20.01.2016 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    nie aufgeben

    traurig und sehr viel wut,bei dieser geschichte. ein grosses danke an die leute, die solche tiere retten - ende gut alles gut!!!

  • Fragende am 20.01.2016 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Herzzerreissend ?! zum zweiten

    Geh ich richtig in der Annahme, dass die Rettung eines Tierbabys, das einer gefährdeten Tierart angehört, über die Rettung eines Menschenkindes gestellt wird? Falls ja, dann hoffe ich, dass die kommentierenden Menschen nie vor diese Entscheidung gestellt werden. Das leben eines Tieres, so gefährdet es auch sei, gegen das leben eines Menschen?

    • Antwortende am 20.01.2016 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fragende

      Das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun. Sie posten hier doch nur um zu provozieren. Sie haben das Gleiche schon mal geschrieben weiter unten.

    • Cornelia am 20.01.2016 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fragende

      Was tun Sie persönlich denn gegen tote Flüchtlingskinder? Helfen Sie dann und wann auch einfach mal Tieren oder Menschen oder poltern Sie nur laut herum im Internet? Bin sehr gespannt auf Ihre Antwort...,

    • Sabrina am 20.01.2016 20:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Fragende

      Aber selbstverständlich, es gibt fast 8 Milliarden Menschen auf der Welt, von manchen Tierarten nur 5000, 1000 oder sogar noch weniger. Da ist es doch wohl logisch, dass das Leben eines solchen Tieres über das eines Menschen gestellt wird.

    • Sabrina am 20.01.2016 20:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Fragende

      Aber selbstverständlich, es gibt fast 8 Milliarden Menschen auf der Welt, von manche Tierarten nur 5000, 1000 oder sogar noch weniger. Da ist es doch wohl logisch, dass das Leben eines solchen Tieres über das von einem Menschen gestellt wird. Aus diesem Grund verstehe ich übrigens auch nicht, warum man immer versucht, alle Kinder in Afrika etc. durchzubringen. Jeder Mensch weniger auf dem Planeten ist ein Gewinn für die Menschheit.

    • Fragende am 20.01.2016 20:55 Report Diesen Beitrag melden

      @ cornelia

      Im Internet rumzupoltern, ob leise oder laut, ist unmöglich, da das Internet lautlos ist. Was ich tue? Soviel, dass ich mich, auch nicht vor Ihnen, weder rechtfertigen, oder gar schämen müsste. Zudem: Was ist, war an meiner Frage " Tierbaby oder Menschenkind" so provozierend? Wie würden Sie reagieren, wenn das Überleben eines Tierbaby gegen das Leben ihres Kindes oder Enkelkindes ausgespielt würde?

    • Cira am 20.01.2016 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fragende

      Auch dieses Orang Utan Baby hat ein recht auf Leben. Denken sie mal darüber nach, die Menschen können flüchten, es wird ihnen dabei noch geholfen. Aber dieses Orang Utan Baby konnte nicht fliehen - keine Chance ohne Hilfe.

    einklappen einklappen
  • Krmmel am 20.01.2016 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlimm

    was ist der mensch nur fuer eine art wesen :-( ??!!!! zum glueck gehts dem affen gito wieder etwas besser und es geht aufwaerts.zum glueck gibt es diesen tierschutz und gute menschen die es gut meinen mit den tieren ;-) ....ich liebe die tierwelt und es gibt so viel leid auf dieser welt.siehe pelztiere und vieles mehr.die menschheit sollte mehr achtung von der tierwelt haben!!!!!!!!!!!!!

  • Mary am 20.01.2016 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    News

    Hatte das traurige Bild vor Wochen auf Facebook gesehen, und das Bild ging mit nicht mehr aus dem Kopf :(. So schön zu sehen dass es Gito gut geht. So herzig und traurig. Die Menschheit ist böse, hat nur Herz für Menschen die selber brutal sind.... Man sollte mehr den Tieren helfen! @ sabrina: sie hätte ich auch an der Sonne liegen lassen!