Eisige Höhenluft

01. Februar 2010 06:58; Akt: 01.02.2010 12:04 Print

Die kälteste Nacht des Jahres

Nach einer klaren Nacht hat die Woche in der Schweiz mit eisigen Temperaturen begonnen. Laut Meteorologen hat die Schweiz gar den kältesten Morgen des Winters erlebt. Frostfrei blieben einzig die Brissago-Inseln im Lago Maggiore (TI).

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Eiskalter Januar: Einzig in Genf wurde eine positive Durchschnittstemperatur gemessen. (Bild: Keystone)

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Den tiefsten Wert registrierte mit -35,6 Grad einmal mehr La Brévine im Neuenburger Jura. Der Ort in einem abgeschlossenen Hochtal auf gut 1000 Metern über Meer erreicht im Winter nicht selten Temperaturen um die -30 Grad, was ihm dem Namen «Sibirien der Schweiz» eintrug.

Aber auch in der übrigen Schweiz war es am Montagmorgen bitterkalt: Im Grossraum Bern wurden Temperaturen um -15 Grad gemessen. Derart eisig war es dort in diesem Winter noch nicht. Visp im Wallis verzeichnete nach Angaben von MeteoNews -18,1 Grad, Glarus -11 Grad und die Stadt Luzern immerhin noch -10,4 Grad.

Auch die Wintersportler in den Bergen mussten sich auf einen eisigen Tag einstellen. Im Berner Oberland wurden verbreitet -20 Grad gemessen. In Lenzerheide GR sank die Temperatur nach Angaben von Meteomedia auf -25,6 Grad, in Celerina im Oberengadin auf -25,3 Grad.

Der Piz Corvatsch oberhalb von Celerina (3451 Meter über Meer) registrierte -26,7 Grad, das Kleine Matterhorn im Wallis (3883 Meter über Meer) -31,3 Grad.

Kalte Nordluft in klarer Nacht

Weniger kalt war es in der Nord- und Ostschweiz, wo dichte Wolken eine allzu starke Abkühlung verhinderten. In Basel wurden -2 Grad gemessen, in St. Gallen -8 Grad. Ebenfalls einen Wert von -8 Grad verzeichnete Genf. In Zürich zeigte das Quecksilber -5 Grad an. Die tiefsten Temperaturen werden jeweils kurz vor Sonnenaufgang gemessen.

Die Ursache für die extreme Kälte war eine Kombination von mehreren Faktoren, wie SF Meteo mitteilte. Einerseits floss am Wochenende aus Norden eisige Höhenluft in die Schweiz. Anderseits lösten sich die Wolken in der Nacht auf Montag wegen eines Zwischenhochs auf. Das hatte zur Folge, dass sich der vielerorts schneebedeckte und damit bereits kalte Boden weiter abkühlte.

Gefrorene Weichen

Die tiefen Temperaturen von Montagmorgen brachten auch dem Bahnverkehr Probleme ein. So froren an diversen Orten im Raum Bern die Weichen ein, und es kam zu Verspätungen. «Bei derart tiefen Temperaturen kommt die Heizung nicht immer nach», sagte SBB-Sprecher Reto Kormann auf Anfrage der SDA. Wichtige Weichen lässt die SBB beheizen.

(ap)