Haustürwerbung

14. April 2010 12:11; Akt: 14.04.2010 14:46 Print

Die miesen Maschen der Cablecom-Vertreter

von Adrian Müller - Wie gefährlich Cablecom-Hausierer sein können, musste ein Rentner in Basel am eigenen Leib erfahren. Mit fiesen Tricks versuchen Vertreter, Zugang zu Wohnungen zu erhalten.

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Drei Polizeiautos mit Blaulicht fahndeten vergangenen Samstag nach zwei «Räubern», die einen 69-jährigen Mann umgestossen haben. Die Täter haben sich mittlerweile als aggressive, im Auftrag der Cablecom agierende Vertreter entpuppt. Das Opfer gab der Polizei zu Protokoll, dass sich die beiden Angestellten mit dem Vorwand «etwas an der Leitung kontrollieren zu müssen» Zugang zur Wohnung verschafften wollten.

Bei Christa Gerber aus Biel schrillten sofort die Alarmglocken, als sie von der «Leitungs-Masche» hörte. Auch sie wurde schon von aufdringlichen Cablecom-Hausierern belästigt. «Ich kam gerade mit meinem Kind nach Hause, als es bei mir klingelte.» Zwei «adrett angezogene» Männer hätten sich als Cablecom-Mitarbeiter ausgegeben und ebenfalls gesagt, sie müssten die Fernsehleitung kontrollieren. Wie immer ging sie auf den Balkon um nachzusehen, wer genau bei ihr eintreten will. «Mit einer Cablecom-Mappe unter dem Arm riefen sie mir zu, ich solle die Tür aufmachen. Als ich mich weigerte, fingen sie an mich zu beschimpfen und klingelten schliesslich bei allen anderen Nachbarn.»

Ausweisen statt aufschwatzen

Auch bei Andreas Tschöpe von der Stiftung für Konsumentenschutz SKS klingelt es, wenn er von der «Leitungs-Masche» hört: Ihm liegen etliche Meldungen vor, wo Cablecom-Vertreter durch eine vorgetäuschte Anschluss-Kontrolle ahnungslosen Menschen Cablecom-Produkte aufschwatzen wollten. «Cablecom muss die schwarzen Schafe beim Haustürverkauf konsequent ausschliessen. Die Vertreter sollten klar sagen, dass sie von der Firma Cablecom kommen und ein Angebot unterbreiten wollen.»

Cablecom alleine auf weiter Flur

Seit Jahren belästigen aufdringliche Cablecom-Hausierer Tausende Schweizer an ihren Haustüren, was immer wieder für Zündstoff sorgt. Cablecom geht als einzige Schweizer Telekomfirma vor Ort auf Kundenfang. Sunrise und Tele2 verzichten seit 2007 auf die umstrittene Werbemethode. Aufgrund des schlechten Kundendienst und vielen Reklamationen hat Cablecom mit «Changing for you» im Herbst 2009 ein Programm gestartet, welches für eine «Verbesserung des Kundenerlebnisses» sorgen soll. Warum schickt die Firma - die immer noch mit einem stark ramponierten Image kämpft – nach wie vor Cablecom-Vertreter an die Haustüren der Schweizer Haushalte? «Der Haustürverkauf ist ein Teil des Vertriebskonzepts von Cablecom. Es ist uns bewusst, dass dieser Kanal ein besonderes Qualitätsmanagement erfordert», sagt Cablecom-Sprecherin Deborah Bucher.

«Türe abschliessen!»

Cablecom lässt also auch in Zukunft aufdringliche Verkäufer auf ahnungslose Kunden los. Was tun, wenn ein unangekündigter Vertreter einer Firma vor der Türe steht? «Als Privatperson muss man niemandem Einlass gewähren. Schliessen Sie die Türe ab und rufen Sie die Polizei», empfiehlt Niels Hafner, Leiter des Studiengangs Customer Focus an der Hochschule Luzern.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AG am 15.04.2010 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Agro-'Verkäufer' bei meinen Eltern

    Auch bei meinen 70-jährigen Eltern ist mal so ein Cablecom Typ aufgekreuzt, der zuerst die 'Leitung checken' wollte und dann 2std. lang auf sie eingeredet hat. Sogar den Vertrag hat er ihnen ausgefüllt.. Als sie um Bedenkzeit gebeten haben und nicht unterschreiben wollten ist er ausgerastet, hat den Vertrag zerrissen und hat Theater gemacht. Zum Glück ist er dan weg. Wäre ich dort gewesen, hätte er draussen bleiben können..

  • Erik Bogdanoff am 14.04.2010 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Selbsthilfe

    gegen Cablecom, Billag, etc. 1) In Miethäusern; nur aufmachen mit telefonischer Anmeldung 2) Vor der Haustüre: Klar und freundlich wegweisen 3) wenn immer noch aufdringlich: Digitalkamera zücken und Polizei anrufen (Fotos an Arbeitgeber) 4) Wenn Fuss zwischen der Türe: physische Gegenwehr.

  • Hans Truemmlig am 14.04.2010 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit hoch drei

    Ja die Cablecomvertreter rennen einem auch einfach ins Haus. Türe aufgemacht und schon sind sie drin, ohne zu fragen schnurstracks in der Wohnung den TV am suchen. Une ein Nein gibt es für sie offenbar nicht. Die halten einem Verträge unter die Nase, da kann man das papier förmlich schmecken. Vom Kundendienst will ich gar nicht erst anfangen, da geht rein gar nichts!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • rawkidd am 05.05.2010 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    typisch

    macht dieser cablecom endlich den garaus. was dürfen sich diese leute noch erlauben?

  • willy wolf am 16.04.2010 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    aggressive werbung

    vor rund zwei monaten meldete sich eine cc-vertreterin an meiner haustüre . . . ich hatte sie nicht bestellt und für ihre "ware" auch nicht bedarf . .sie wollte unbedingt nachsehen, ob und was für einen fernseher ich z.b. hätte . sie entfernte sich frustriert:"wenn jeder so wäre,könnte ich bald einpacken" . . bitte, warum nicht gleich? . . ich habe die bedürfniserweckungsindustrie nicht erfunden . . .

  • Rainer am 16.04.2010 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gemischte Erfahrungen

    Ich habe mit CC selbs bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Als der Anschluss nicht funkionierte war soffort ein Techniker zur Stelle und als das Modem kaputt war, wurde es schnell und problemlos ersetzt. Die extern angestellten Vertreter die für die CC hausieren waren allerdings alles andere als freundlich. Haben sturm geklingelt, schon fast gewaltsam versucht sich in die Wohnung zu drängen und liessen sich erst durch sehr lautes, bestimmtes Auftreten wieder "rausbegleiten"(was aber wohl nicht geklappt hätte, wäre ich nicht 2 Köpfe grösser gewesen als der Herr in schwarz).

  • Franz Auf der Maur am 16.04.2010 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das Image der Vertreter

    Cabelcom Vertreter erscheinen immer zu zweit vor der Haustür, dunkel gekleidet mit Kravatte und Mappe. Ihr Erscheinungsbild und agressiv sektiererischer Auftritt erinnert an die Zeugen Jehovas, es fehlt nur noch die Bibel. Dieses Sendungsbewusstsein und Geschäft bilden in typisch amerikanischer Art eine Einheit.

  • Marc am 16.04.2010 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität für mich wichtig

    Ich lese hier überall Komentare, dass die CC einen guten Preis hat. Ich persönlich zahle lieber ein paar Franken mehr bei Swisscom und habe dafür auch eine gute Qualität und einen guten Service. Wer Qualität wil, muss sich das auch ein paar Franken kosten lassen. Gutes gibts nicht billig. Das ist in allen Bereichen des Lebens so. Ein gutes Restaurant kostet auch mehr als ein Menü bei McDonalds :-) Jeder bekommt die Leistung dür die er bezahlt.