Naturpark-Besetzer

06. Januar 2016 23:04; Akt: 06.01.2016 23:04 Print

Die schrecklich rechte Familie Bundy

Tagelang hält eine Bürgerwehr in Oregon die Verwaltung eines Naturschutzgebiets besetzt. Zentrale Figuren: Cliven Bundy und seine Söhne.

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Rund 150 bewaffnete Mitglieder einer Bürgerwehr verschanzten sich am Wochenende in Gebäuden des Parks Malheur National Wildlife Refuge in Oregon. Ihr offizielles Ziel: die «ungerechte» Verurteilung zweier Rancher zu verhindern. Was steckt wirklich dahinter?

Der Anführer der rechten Miliz heisst Ammon Bundy. Der Familienname ist Programm: Die Bundys stehen seit fast 30 Jahren in Konflikt mit Washington – vor allem über Weiderechte. Familienoberhaupt Cliven Bundy (68), Vater von 14 Kindern und Grossvater von 52 Enkelkindern, wirft der US-Regierung vor, dass sie das Volk unterdrücke und den Menschen Land und Rohstoffe vorenthalte. Die Rolle des Staats sieht er grundsätzlich kritisch und verlangt, dass staatliches Land den Kommunen und den dortigen Bürgern ohne Aufsicht der Bundesregierung zur Nutzung überlassen wird.

Eine klare Aussage, um Cliven Bundy kennenzulernen

Der Rancher ist seit Jahren eine äusserst umstrittene Figur. So meinte Cliven Bundy unter anderem im April 2014, dass «Schwarze besser als Sklaven» leben sollten anstatt «mit Sozialhilfe vom Staat». Schliesslich hätten «die Schwarzen früher gelernt, wie man Baumwolle pflückt, heute nicht einmal das. Sie sitzen jetzt nur noch herum und haben gar nichts zu tun» (siehe Video unten).

Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm: Seine Söhne – zuvorderst Ammon und Ryan – stehen ihrem Vater in Sachen Provokation in nichts nach. Am Sonntag sagte Ammon Bundy in einem Interview mit dem Radiosender KOIN6, der Protest sei «gut durchdacht worden. Wir sind die Speerspitze und wenn nötig harren wir auch jahrelang aus.» Seine Bürgerwehr habe «keine Absicht zu schiessen, solange die anderen nicht auf uns schiessen».

Dass seine Männer zu allem entschlossen sind, lässt die Aussage eines seiner Milizionäre erkennen: «Wir sind nicht gekommen, um zu schiessen, sondern um zu sterben», meinte ein Mann, der sich Captain Moroni nennt, gegenüber «The Daily Beast». Begleitet wurde er von einem anderen, der ein T-Shirt mit der Aufschrift «F*ck Islam» trug.

Nicht alle Farmer mögen die Bundys

Der Bundy-Clan steht im Kampf gegen die Bundesregierung nicht allein. Zwei weitere rechtsextreme Milizen – The Oath Keepers und The Three Percentage – sympathisieren mit ihnen. Auch sie glauben, dass die Regierung «ihre Waffen gegen das amerikanische Volk richten» werde und dass sie es «dagegen beschützen müssen».

Die Bundys geben an, sich für die Rechte der Rancher in Oregon, Nevada und Texas einzusetzen. Doch längst nicht alle Farmer sind damit einverstanden. Einige kamen am Wochenende mit Schildern, um sich von der Protestaktion des Bundy-Clans zu distanzieren: «Wir wollen hier kein Bundy-Kalifat. Bringt euren Hass woanders hin» oder «Milizen, geht nach Hause».

Auch die beiden Farmer Dwight and Steven Hammond, deren Verurteilung der offizielle Anlass für die aktuelle Besetzung der Naturreservatsgebäude waren, distanzieren sich von den Besetzern: «Weder Ammon Bundy noch irgendjemand dieser Gruppe sprechen für die Hammond-Familie», erklärte ihr Anwalt gegenüber den Medien. Seine Klienten hatten derweil ihre Strafe angetreten.



«Schwarze hatten es als Sklaven besser», sagte Cliven Bundy im April 2014. (Video: Youtube/Allen Gwinn)

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sven e. am 07.01.2016 04:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich mag die bundys...

    ... also die anderen... al, peggy, kelly und bud bundy...

  • Beat Sutter am 07.01.2016 01:40 Report Diesen Beitrag melden

    22 Jahre nach Waco

    Es ist wieder soweit.Eine Gruppierung fordert die Staatsmacht heraus.Ausgang wie vor 22 Jahren...

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  • Lukas am 07.01.2016 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiss und Schwarz

    Währen das schwarze gewesen, die bewaffnet ein Regierungsgebäude besetzt haben, wäre die Armee ausgerückt. Bei Rechtsnationalisten ist das aber dann nicht so. Wird in der Schweiz auch bald soweit sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PretorianGuard am 07.01.2016 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    bezeichnen sie diese Milizen immer als "rechts"? Das sind normale Amerikaner die die Verfassung verstehen und leben, das heisst sie sind weder rechts noch links sonder für die in der Verfassung garantierte Freiheit.

  • Mc Gyver am 07.01.2016 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Zu extrem

    Wie bei den meisten solchen Gruppierungen hat es einen nicht allzuschlechten Grundgedanken. Nur wird dann noch alles mögliche draufgepackt dass es zu einer ziemlich unverdaubaren Mischung wird.

  • M.G. am 07.01.2016 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die sind seit 5 Generationen

    traumatisiert weil sie die Niederlage im Sezessionskrieg nicht verwinden können. Die wollen einfach nicht wahr haben das die USA sich weiter entwickelte und sehen sich als Verteidiger einer Gesellschaftsordnung die schon im Kanonendonner von Gettysburg und Chattanooga unterging. Es ist eigentlich unvorstellbar das es in den USA eine ziemlich großer Gruppe Rechtsradikaler gibt die in einer Art Zeitkapsel leben.

    • Ivan am 07.01.2016 14:43 Report Diesen Beitrag melden

      Eher nicht

      Ich denke nicht, dass dies der Fall ist. Diese Ereignisse fanden nun alle im Bundesstaat Oregon statt, dort gab und gibt es keine kulturellen Überbleibsel der Konföderierten

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  • Übermensch am 07.01.2016 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cowboys

    Also mir sind die Typen nicht unsympathisch :)

  • Lucky Luke am 07.01.2016 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... 

    die Regierung lässt sie nur ein wenig zappeln Bis es das Lager auflöst.