Verfallsdatum abgelaufen

09. Dezember 2010 16:45; Akt: 09.12.2010 17:04 Print

Die verzweifelte Suche nach dem Todescocktail

Albert Greenwood Brown sollte am 30. September mit der Giftspritze hingerichtet werden. Ein Medikament für die tödliche Mischung fehlte aber.

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Hier sollte Albert Greenwood Brown sterben. (Bild: Keystone)

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Verzweifelt, aber vergeblich haben kalifornische Justizbehörden zwei Monate lang die fehlende Zutat für einen Todescocktail gesucht. Weil ihnen ein Medikament für ihren tödliche Chemikalienmischung fehlte, musste die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Albert Greenwood Brown verschoben werden.

Am Mittwoch bekannt gewordene Dokumente zeigen, wie verzweifelt die kalifornischen Beamten mit ihren Kollegen im Nachbarstaat Arizona verhandelten und wie sie sich in Texas eine Abfuhr einholten.

Lieferprobleme beim Sodium Thiopental

Der Grund für die Aufregung waren Lieferschwierigkeiten des einzigen in den USA zugelassenen Herstellers des Medikaments Sodium Thiopental, das bei der Hinrichtung zum Tode verurteilter Straftäter Verwendung findet. Das Verfallsdatum der kalifornischen Bestände des Medikaments lief am 1. Oktober ab.

Die für den 30. September geplante Hinrichtung Greenwood Browns konnte jedoch nicht rechtzeitig stattfinden, da zuerst noch die Entscheidung über einige juristische Einwände abgewartet werden musste.

So blieb dem Staatsanwalt nicht anderes übrig, als die Vollstreckung des Todesurteils auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Mittlerweile wollen die Justizbehörden auch den Ausgang eines Verfahrens abwarten, in dem ein Bundesgericht über die Rechtmässigkeit des kalifornischen Exekutionsverfahrens entscheiden soll.

Rund 1000 Seiten zumeist interner Behördendokumente über den Fall wurden von der Bürgerrechtsorganisation ACLU auf ihren Internetseiten veröffentlicht.

(ap)