Doch nicht echt

25. September 2013 12:01; Akt: 25.09.2013 12:52 Print

Diepholzer Mumie ist aus Plastik

Die Mumie, die in Niedersachsen auf einem Dachboden gefunden wurde, ist ein Plastikskelett. Der Schädel indes stammt tatsächlich von einem Menschen.

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Ein kurioser Fund sorgte Anfang September für Aufsehen. Auf einem Estrich fand ein zehnjähriger Junge eine Mumie in einem verzierten Sarg. Nun ist klar: Die Mumie besteht nicht aus Knochen, sondern aus Plastik. Einzig der Schädel stammt von einem Menschen.

Schon kurz nach dem Fund kamen erste Zweifel an der Echtheit der Mumie auf. Auch der Bestsellerautor und selbsternannte Alien-Experte Erich von Däniken glaubte nicht, dass es sich um ein echtes Skelett handele. «Ein menschliches Skelett sieht anders aus. Es muss also ein Mischwesen sein!», sagte er gegenüber «Bild».

In Hamburg wurde der Körper nun obduziert. Zum Vorschein kam ein präpariertes Plastikskelett. «Die Mumie ist ausgepackt worden, und man hat relativ schnell gesehen, dass die Inhaltsstoffe nicht altertümlich sind», sagte der zuständige Staatsanwalt Lutz Gaebel der Nachrichtenagentur DPA.

Unbekannte Substanz erschwerte den Fall

Hingegen scheint der Schädel tatsächlich von einem Menschen zu stammen. «Es handelt sich vermutlich um einen Präparationsschädel, der zu medizinischen Ausbildungszwecken genutzt wird», so Gaebel weiter.

Nach der Computertomographie Anfang September sagte der Staatsanwalt, es gebe Hinweise, dass die Mumie 2000 Jahre alt sei. Dass der Fall aber erst jetzt geklärt wurde, sei auf eine unbekannte Substanz zurückzuführen, mit der die Mumie besprüht wurde.

Weiterhin offen ist die Frage, wie es die Mumie auf den Dachboden geschafft hat. Der Besitzer vermutet, dass sein Grossvater den Sarg in den fünfziger Jahren als Souvenir von einer Nordafrika-Reise mitgebracht hat.

(dia)