Tayla Harris

21. März 2019 11:48; Akt: 21.03.2019 14:52 Print

Football-Grätsche löst Sexismus-Debatte aus

Ein Foto der australischen Footballerin Tayla Harris wurde nach anzüglichen Kommentaren gelöscht. Der Jungstar spricht von «sexuellem Missbrauch».

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Es war ihr erster Treffer im Spiel gegen die Western Bulldogs, den der Sportfotograf Michael Willson geistesgegenwärtig festhielt. Tayla Harris hängt mit breiter Grätsche in der Luft, jeder Muskel gespannt, die Mimik konzentriert. Vom Kick, mit dem sie die Carlton Blues in Führung brachte, schwärmte der australische Sportverband: «Eine grossartige Athletin in kraftvoller Pose.»

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Der australische Sender 7AFL stellte das Bild auf seine Facebookseite – und diese wurde mit anzüglichen Kommentaren überschüttet. Es seien Unmengen von «abstossenden Wortmeldungen sexueller Natur» eingegangen, heisst es. 7AFL reagierte, indem es das Bild von der Seite entfernte, wie CNN berichtet.

Ein falsches Zeichen

Damit nahm das Drama jedoch erst seinen Anfang. Das Bild zu entfernen, statt die unangebrachten Kommentare zu löschen, sende ein sehr falsches Zeichen, urteilten Beobachter. Sogar die australische Regierung stimmte dem bei: Die Ministerin Kelly O'Dwyer sagte, sie sei «angewidert». Harris sei ein Superstar und gehöre für ihr Talent gefeiert, genauso wie jeder männliche Footballer.

7AFL gestand Fehler im Umgang mit der Situation ein und veröffentlichte das Bild von Harris erneut. Auf Twitter fügte der Sender die folgende Entschuldigung an: «Es tut uns leid. Das Bild zu löschen, war die falsche Botschaft.» Viele der Kommentare seien «verwerflich» gewesen, begründet 7AFL seine erste Reaktion: «In Zukunft geben wir uns mehr Mühe, Trolle von unserer Seite zu verbannen.»


In einem Radiointerview nahm der 21-jährige Football-Jungstar Stellung zum Vorfall: Sie habe sich von den Kommentaren «abgestossen» gefühlt. «Was ich lesen musste, grenzt an sexuellen Missbrauch, auf jeden Fall wurde mir dabei sehr unwohl.»

Harris, die seit 2017 in der Profi-Liga der AFL Players Association in einer Offensivposition spielt und auch als Boxerin bislang ungeschlagen ist, fordert nun die Polizei zum Handeln auf: «Wenn diese Leute schon öffentlich solche Abscheulichkeiten schreiben, dann will ich gar nicht wissen, was sie im Privaten denken.» Die Polizei des Bundeststaates Victoria müsse diese Online-User ausfindig machen.

Kein Einzelfall

Eine Sprecherin von 7AFL nannte die Situation in den sozialen Medien «unakzeptabel». Es handle sich beim Bild von Tayla Harris leider auch nicht um einen Einzelfall, sagte sie, und sie hoffe, dass mehr und mehr Menschen bewusst werde, was hier schieflaufe.

Harris geht derweil in die Gegenoffensive und hat das fragliche Bild auf ihrem Twitter-Profil geteilt. Dazu schreibt sie: «Hier ist ein Bild von mir während der Arbeit. Denkt aber nach, bevor ihr abschätzige Kommentare postet, ihr Tiere.»



(mat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • steve68 am 21.03.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    soweit sind wir .... ein ganz normales bild ... wo ist das problem?

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  • Nubo am 21.03.2019 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kleidervorschriften für die Tenue...

    sagen schon viel aus. Ein gutes Beispiel ist Beachvolleyball. Für Frauen sind Shorts verboten... Es wird sogar vorgeschrieben, wie breit die Höschen der Frauen an der Hüfte maximal sein dürfen...

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  • Komiker 2018 am 21.03.2019 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und bei den Männer...

    Und bei den Männer ergötzen sich nur die Homosexuellen oder was. Sexismus da Sexismus dort. Die Sportwelt hat keine anderen Probleme wie Mann und Frau sieht...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger am 21.03.2019 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fotograf schuld

    Das Problem liegt nicht bei der Grätsche,sondern bei dem Fotograf und Medien. Sonst hätte das niemand realisiert. Würden die Medien nicht immer alles gleich berichten, wäre alles ein bisschen ruhiger auf der Welt.

  • Hotelier am 21.03.2019 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nix verstanden...

    Ich befürchte die meisten haben nicht verstanden um was es geht. Es ging weniger darum, dass die Emanzen sich über das Foto aufgeregt haben. Das Problem war, dass Männer ihrer Phantasie freien Lauf gelassen haben. Und dies auch noch gepostet haben.

  • Hobbit am 21.03.2019 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Krank

    Ist schon krankhaft wie sehr die Geschlechter gegeneinander aufgehetzt werden. Dabei geht es dem Mensch am besten, wenn Männlein und Weiblein in Harmony zusammen leben. Man hat fast das Gefühl, diese Debatte will einen riesigen Keil zwischen uns treiben, damit die Menschen nicht mehr glücklich werden und um Ihre Bedürfnisse zu tilgen umso mehr nutzlose Dinge einkaufen gehen ...

  • Paulinchen am 21.03.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Was habt ihr denn gelesen?

    Hallo Hallo Hallo.Ihr scheint den Artikel nicht zu verstehen.NIEMAND findet das Bild sexistisch.Wird mit keinem Wort so geschrieben.Die Reaktionen darauf sind unter aller Sau und extrem diskriminierend.Um DAS geht es,meine Güte.Und ich bin völlig einverstanden,so ein Verhalten ist heute leider normal und wird auch noch von vielen verteidigt.Wenn sie sich belästigt fühlt,müssen dann echt dauernd Kommis kommen wie:Die macht aus ner Mücke nen Elefanten?Nein,tut sie nicht.Aber ihr macht genau das Gegenteil.

  • MP87 am 21.03.2019 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Text gelesen?

    Die meisten Kommentare zeigen, dass gerade bei diesem Artikel lediglich der Titel und nicht der Text gelesen wurde. Denn schlussendlich stellt sich heraus, dass nicht das Bild sexistisch ist, sondern sexistische Kommentare in den Social Media gegeben hat auf dieses SPORTBILD. Somit ein pfui an die Leute, die bei einem solchen Bild einen sexuellen Kommentar dazu abgeben. Im Artikel geht es ausnahmsweise nicht um die Bekleidung, Fotografen-Position o.ä. :-)