Auf 3400 Metern Höhe

17. Juli 2019 18:26; Akt: 17.07.2019 19:19 Print

Dieser Bergsee dürfte gar nicht existieren

Im Mont-Blanc-Massiv hat Bryan Mestre eine schockierende Entdeckung gemacht: Auf 3400 Metern bildete sich ein See.

Dieses Video zeigt den See, der gar nicht existieren dürfte.
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Glasklares, türkisblaues Wasser eingebettet in Eis und schroffe Felswände – diese scheinbar traumhafte Szenerie bot sich Alpinisten Ende Juni im Mont-Blance-Massiv. Bei ihrem Anblick schrillten bei Bergsteiger Bryan Mestre aber alle Alarmglocken. Der idyllische See befand sich nämlich an einem Ort, an dem er eigentlich gar nicht existieren dürfte – auf rund 3400 Metern unterhalb des Gipfels des Dent du Géant.

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To all the people claiming it was a fake or a photoshopped picture, a false flag or whatever... It’s very real, the glacier is in terrible shape and liquid water only accelerates the melting process... There’s now a lake at the base of Dent du Géant and Aiguilles Marbrées.... Keep sharing! My interview with @mblivetv can be found here! https://montblanclive.com/radiomontblanc/article/massif-du-mont-blanc-un-petit-lac-se-forme-a-plus-de-3000-m-daltitude-48453 #climbing #climber #climb #frenchalps #savoie #savoiemontblanc #hautesavoie #outdoors #globalwarming #mountaineering #mountains #mountain #montagne #montagna #montaña #montanhismo #mountaineer #alpinist #alpinism #alpinisme #alpinismo #alpi #alps #alpes #environment #savetheplanet #climatechange #montblanc @beal.official @millet_mountain @patagonia @blueiceclimbing

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In dieser Höhe gibt es normalerweise kein flüssiges Wasser, nur Eis und Schnee. Mestre war von dem Anblick schockiert, wie auf Instagram schreibt. Vor allem weil es kurz zuvor an der Stelle noch keinen See gegeben hatte, wie die Vergleichsaufnahme eines anderen Bergsteigers zeigt. Laut «National Geographic France» misst der See der Länge nach rund 30 Meter, insgesamt haben sich dort einige Tausend Kubikmeter Schmelzwasser angesammelt.

«Nur zehn Tage extremer Hitze waren genug, um das Eis zu schmelzen und einen See zwischen dem Dent du Géant und Aiguilles Marbrées zu bilden», so Mestre. «Es ist Zeit, Alarm zu schlagen.» Zuletzt hatte sich während der Hitzewelle im Jahr 2015 an dieser Stelle ein See gebildet, erinnert sich Glaziologe Ludovic Ravanel im Gespräch mit «Radio Mont Blanc».

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Time to sound the alarm... The problem here? These two pictures were taken only 10 days apart... It was taken earlier on June 28th, the second one was shared by Paul Todhunter. Only 10 days of extreme heat were enough to collapse, melt and form a lake at the base of the Dent du Géant and the Aiguilles Marbrées That I know, this is the first time anything like that as ever happened. Southern Europe and the Alps have been struck by a massive heatwave with temperature ranging from 40 to 50 degrees, the below 0 freezing altitude was as high as 4,700m (15,400ft) and during the day temperatures as high as 10 degrees Celsius (50 F) were felt on top of Mont Blanc 4,810m (15,780ft)... This is truly alarming glaciers all over the world are melting at an exponential speed... My interview with @mblivetv can be found here! https://montblanclive.com/radiomontblanc/article/massif-du-mont-blanc-un-petit-lac-se-forme-a-plus-de-3000-m-daltitude-48453 #climbing #climber #climb #frenchalps #savoie #savoiemontblanc #hautesavoie #outdoors #globalwarming #mountaineering #mountains #mountain #montagne #montaña #montagna #montanhismo #mountaineer #alpinist #alpinism #alpinisme #alpinismo #alpi #alps #environment #savetheplanet #climatechange #montblanc @patagonia @beal.official @millet_mountain @blueiceclimbing

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Nach einer Studie die von Schweizer Forschern im Fachblatt «The Cryosphere» veröffentlicht wurde, könnten die Gletscher der Alpen bis zum Jahr 2100 komplett verschwinden – wenn es uns nicht gelingt, die Treibhausgasemissionen massiv zu senken und die Erderwärmung auf unter plus 2 Grad Celsius zu halten.

«Fieberthermometer der Erde»

Für die Forschung sind die Alpen ein wichtiger Indikator des Klimawandels, weil hier von den Tälern bis zu den Gipfeln verschiedenste Klimazonen auf engstem Raum zu finden sind. Die oberste Zone geht aber bereits verloren, weil tiefere Vegetationszonen nach oben wandern, führte Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gegenüber der Deutschen Presseagentur bereits im Mai diesen Jahres aus.

«Die Alpen können somit als wichtiges Frühwarnsystem für die Erde insgesamt dienen. Auf Berggipfeln kann man besonders früh und klar sehen, wie der Klimawandel die Natur verändert», so Lucht. «Hochgebirge und Polkappen sind die Fieberthermometer der Erde.»

Auch in der Arktis ist die Situation dramatisch. Grönland wurde Mitte Juni von der massiven Hitzewelle ebenfalls nicht verschont. Ein schockierendes Foto zeigt, wie Schlittenhunde durch einen riesigen Schmelzwasser-See laufen – da wo eigentlich Eis sein sollte.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick_Name am 17.07.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieser See darf existieren

    Es ist Natur! Ob dies dem Menschen nun ins Konzept passt oder nicht. Wir haben uns anzupassen, nicht die Erde.

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  • Säntis am 17.07.2019 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Rein garnichts mit Gletscherschwund zu!

    Zumindest dieses Jahr hat dies überhaupt nichjts mit der Gletscherschmelze zu tun, sondern mit der Schneeschmelze. In höheren gebieten hat es ja erst grad wieder geschneit, dieser Schnee muss weg und schmilzt bei weitem Schneller als Eis. Bei uns auf der Wetterstation auf dem Säntis vernehmen wir sogar einen zuwachs der Schneezonen.

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  • James am 17.07.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ende der Eiszeit

    Es ist normal, dass am Ende einer Eiszeit die Gletscher verschwinden. Mit der nächsten kommen sie zurück.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kuesche am 18.07.2019 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung

    Aber den Schlittenhunden gefällt es im kühlen Wasser zu laufen! Die Forscher sind fleissig am Werk,die Temperaturen wieder zurück zu schrauben? Ob dies gelingt? Auf jeden fall haben es die meisten Industriestaaten nicht sehr eilig! Der Plastik strömt täglich Tonnenweise in die Ozeane und der Dreck der Menschen auch ! Für den Umweltschutz steht auf der Welt wenig Geld zur Verfügung! Dazu kommt, dass die Menschheit immer schneller wächst und auch der Dreck! Glücklicherweise hat der Grossteil der Menschheit in Europa keine Ahnung wie es in gewissen Staaten mit der Umweltverschmutzung aussieht

  • Al der Lügner Gore am 18.07.2019 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Grössenwahnsinnige Narzissten

    Jeder der immer noch daran glaubt, dass das Menschengemachte CO2 den Klimawandel in irgendeiner Form beeinflusst sollte sich mal untersuchen lassen.

    • Dani89 am 18.07.2019 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Al der Lügner Gore

      Und jeder der als Hobby Chemiker daran glaubt, dass Co2 Möleküle nichts anrichten, sollten sich genauso untersuchen lassen.

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  • LM AA am 18.07.2019 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Bange

    Wenn der Mont Blanc in sich zusammenfällt, verschwindet dieser See wieder.

  • Gohts no am 18.07.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Dürfte nicht existieren

    Sagt wer und warum?

  • kiki am 18.07.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    ist das Foto echt?

    Für mich sieht das irgendwie künstlich aus.

    • Franz Zegler am 18.07.2019 20:23 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Panik

      Der ist echt. Aber da Ende Juni die Sonne im Zenit steht und eine Tiefdrucklage blockiert wurde, konnte das Saharahoch voll auf Europa prallen. Die Nullgradgrenze lag so jenseits der 4000er Marke. Und da das Gewitterrisiko im Sommer sehr hoch ist, können Schneeschmelze plus Regen sehr schnell einen solchen See bilden. Zu allem hin hat der letzte Winter in den Bergen viel Schnee gebracht, so dass die unteren Schneeschichten verdichtet wurden und so sich ein Becken bilden konnte. Vergleicht man die beiden Fotos, sieht man auch das auf dem diesjährigen mehr Schnee auf dem Gipfel liegt.

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