Bundesstrafgericht

30. Dezember 2010 12:00; Akt: 30.12.2010 10:46 Print

Drogenhandel-Urteil wird neu aufgerollt

Das Bundesstrafgericht muss sich nochmals mit einem der bisher grössten Drogenfälle der Schweiz befassen. Die Täter wurden mit 1400 Kilogramm Heroin erwischt.

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Das Bundesgericht hat der Bundesanwaltschaft (BA) teilweise Recht gegeben. Die bisherigen Schuldsprüche gegen die verurteilten Kosovaren wurden bestätigt.

Das Bundesstrafgericht hatte den hauptangeklagten Kosovaren im Herbst 2008 wegen Handels mit mehreren hundert Kilogramm Heroin und der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen seinen Bruder als Mitglied der Gruppe verhängte es zwei Jahre Freiheitsstrafe bedingt.

Den Vater sprach es frei. Auf mehrere Anklagepunkte, unter anderem wegen Geldwäscherei, war das Gericht nicht eingetreten, weil sich die BA nicht zur Delegation der Strafverfolgung an die Schweiz geäussert habe. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der BA in diesem Zusammenhang nun teilweise gutgeheissen.

Zuständigkeit vertieft prüfen

Das Bundesstrafgericht wird verpflichtet, seine Zuständigkeit zu prüfen. Abgewiesen haben die Richter in Lausanne die Beschwerden der Verurteilten gegen die bisher ergangenen Schuldsprüche. Über die Bücher muss das Bundesstrafgericht aber zusätzlich bei der verfügten Einziehung von Liegenschaften im Kosovo.

Bevor dieser Schritt vollzogen werden darf, muss noch die ausdrückliche Zustimmung der kosovarischen Behörden eingeholt werden. Der 44-jährige Haupttäter, ein angeblicher Autoverkäufer, war Chef des kosovarischen Familienclans gewesen.

Die Bande hatte ab Mitte der Neunzigerjahre vom Kosovo aus den westeuropäischen Heroinmarkt versorgt. Der Clan hatte mit dem Drogenhandel Millionenumsätze erzielt. 1400 Kilogramm Heroin im Wert von 25 Millionen Franken konnte die Polizei sicherstellen, unter anderem auch in der Schweiz.

(u.a Urteil 6B_731/2009 vom 9.11.2010)

(sda)