Weltpremiere

19. Dezember 2018 14:51; Akt: 19.12.2018 14:51 Print

Drohne fliegt Impfstoff zu Baby

von Zora Schaad - Im Pazifikstaat Vanuatu kam es zu einer Weltpremiere: Eine Drohne flog Impfstoff für Kinder und Schwangere 40 Kilometer weit in ein abgelegenes Dorf.

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Joy Nowai ist erst einen Monat alt und ahnt nicht, dass sie Teil einer Weltpremiere ist. Als erstes Kind weltweit erhielt das Neugeborene am Dienstag eine Impfung, die mit einer Drohne nach Cook's Bay geflogen worden war. Die kleine Gemeinde ohne Gesundheitszentrum und Strom im Pazifikstaat Vanuatu ist nur zu Fuss oder mit kleinen Booten erreichbar.

«Der heutige Flug mit der Drohne ist ein grosser Sprung für die globale Gesundheit», sagte Unicef-Geschäftsleiterin Henrietta H. Fore. «Da die Welt immer noch darum kämpft, die am schwersten erreichbaren Kinder zu impfen, kann die Drohnentechnologie ein entscheidender Faktor sein, um die letzte Meile zu überbrücken.» Das Kinderhilfswerk hat das Gesundheitsministerium von Vanuatu beim Drohnenversuch unterstützt.

Das Video zeigt den Test für die erste Impfstofflieferung per Drohne auf Vanuatu.

(Video: Unicef 2018)

13 Kinder und 5 Schwangere geimpft

In Cook's Bay, 40 Kilometer vom Abflugort Dillon's Bay entfernt, nahm die Krankenschwester Miriam Nampil die Impfstofflieferung entgegen. 13 Kinder und 5 Schwangere konnte sie damit impfen – als erstes Kind weltweit erhielt Baby Joy den kleinen «Piks aus der Luft».

Die Krankenschwester ist froh um die Drohnen: «Es ist extrem schwierig, Eisboxen zu tragen, um die Impfstoffe kühl zu halten, während man über Flüsse, Berge, durch den Regen und über felsige Felsvorsprünge läuft. Ich habe mich auf Boote verlassen, die oft wegen schlechten Wetters nicht fahren konnten.» Da die Reise lang und schwierig sei, könne sie nur einmal im Monat nach Cook's Bay gehen, um Kinder zu impfen. «Mit den Drohnen können wir viel mehr Kinder in den entlegensten Gebieten der Insel erreichen.»

20 Prozent der Kinder von Vanuatu sind nicht geimpft

Das warme Klima und die Geografie des Inselstaates, der aus mehr als 80 verstreuten, gebirgigen Inseln besteht und nur über wenige Strassen verfügt, sind eine besondere Herausforderung für den Transport von Impfstoffen, die meist keine Hitze vertragen.

Infolgedessen müssen fast 20 Prozent der Kinder des Landes auf die lebenswichtigen Impfstoffe verzichten. «Die heutige, einzigartige Impfstoffverabreichung hat ein enormes Potenzial nicht nur für Vanuatu, sondern für Tausende von Kindern, die weltweit ohne Impfungen auskommen müssen», freut sich Unicef-Geschäftsleiterin Fore.