Kampf gegen Nikotin

12. September 2018 18:28; Akt: 12.09.2018 18:28 Print

USA wollen Jugendlichen E-Zigaretten austreiben

E-Zigaretten gelten im Vergleich zu normalen Zigaretten als die weniger schädliche Lösung. Süchtig machen die nikotinhaltigen Produkte trotzdem.

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Die Gesundheitsbehörde der USA, die FDA, schlägt Alarm. Die Nutzung von E-Zigaretten bei Jugendlichen habe ein epidemisches Ausmass angenommen und könne nicht mehr ignoriert werden. Daher hat sie laut der «New York Times» verschiedenen Herstellern von E-Zigaretten, wie beispielsweise Juul Labs, RJR Vapor Co.'s oder Logic, nun 60 Tage Zeit gegeben, um zu beweisen, dass sie ihre Produkte von Jugendlichen fernhalten können.

Ausserdem schickte die FDA Warnbriefe an 1100 Geschäfte, die E-Zigaretten verkaufen. Darunter sind bekannte Firmen wie 7 Eleven und Walgreens. Dabei kam es auch zu 131 Bussen, weil E-Zigaretten an Minderjährige verkauften worden waren.

Höherer Nikotingehalt

Zwar sollen E-Zigaretten für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, nützlich sein. Es habe sich aber mittlerweile ein Problem ergeben, das man nicht vorausgesehen habe, heisst es vonseiten der FDA. So werden immer mehr Jugendliche süchtig nach den nikotinhaltigen Dampf-Maschinen. Laut der Gesundheitsbehörde nutzten mehr als zwei Millionen Jugendliche letztes Jahr E-Zigaretten regelmässig.

Zwar stimmt es, dass E-Zigaretten-Raucher weniger Giftstoffe einatmen als die Nutzer traditioneller Zigaretten. Der Nikotingehalt ist bei E-Zigaretten aber häufig höher. Das Gehirn von Jugendlichen sei noch viel anfälliger auf die ungesunden Suchtstoffe.

Hersteller in der Verantwortung

Die Firma Juul Labs brachte 2015 erstmals eine E-Zigarette auf den Markt, die wie ein USB-Stick aussieht. Sie kann mit Kapseln gefüllt werden, die Geschmäcker wie Mango, Menthol oder Gurke haben. In kürzester Zeit wurde Juul zum grössten Vertreiber von E-Zigaretten in den USA mit einem Marktanteil von 72 Prozent.

Das Ziel der FDA ist es nun, dass die Hersteller den Nikotingehalt in ihren Produkten senken und aufzeigen, wie ihre E-Zigaretten der Gesundheit der Bevölkerung zuträglich sind. Ausserdem müsse sichergestellt werden, dass Jugendliche nicht mehr an diese Produkte herankommen.

Auch in der Schweiz legal

Das Problem ist auch in der Schweiz bekannt. Der Kauf von E-Zigaretten ist legal, unabhängig vom Alter. Aus diesem Grund ist auch das Werben für E-Zigaretten erlaubt.

Nur der Kanton Wallis hat im Juni ein Gesetz eingeführt, das den Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige verbietet. Auch in Zürich wurde beim Kantonsrat eine Motion eingereicht, die den Verkauf von nikotinhaltigen Produkten regeln soll. Ein solches revidiertes Tabakproduktegesetz würde aber frühstens 2022 in Kraft treten.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EnDe am 12.09.2018 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Das Problem der Nikotinabhängigkeit konnte niemand voraussehen? Was für eine bescheuerte Aussage! Jedem ist klar,dass regelmässiger Konsum nikotinhaltiger Produkte eine Abhängigkeit erzeugt. Genau darum funktioniert das Dampfen ja so gut bei Rauchern und genau darum dampfe auch ich als ehemaliger Pyro-Raucher.

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  • Kubi Matze am 12.09.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Die tabaklobby hatt angst um ihre milliarden, jeden tag news bezüglich e-zigaretten. Ja sie sind für jugendliche gefährlich, das nikotin macht suchtig, ganz klar. Aber hört doch endlich auf mit dem verbreiten von falsch informationen. Juuls & co sind auch nicht für jugendliche gedacht, andere geräte kann man auch ohne nikotin dampfen. Ja es gibt keine langzeitstudien usw. aber zieht ihr euch wirklich lieber x schadstoffe mehr rein? Es kann doch nicht sein dass so ein drama gemacht wird, in zürich wird nicht an unter 18 verkauft, kein einziges gerät, egal ob mit oder ohne nikotin.

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  • jeean am 12.09.2018 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Tabaklobby bekommt zu es spüren

    Nikotin hin Nikotin her, es gab keine Tote wegen Nikotin...doch millionen Lungenkranke Menschen. Also hört auf so einen Stuss zu erzählen. Nach ca 24h will der Körper kein Nikotin mehr. Abhängig machen die dutzende Zusatzstoffe die dem Tabak beigemischt werden. Wohlgemerkt sind das alles vom Gesundheitsamt zugelassene Zusätze. Auch anscheinend harmlose Zusätze wie Zucker sind sehr gefährlich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • No no am 13.09.2018 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Kampf gegen E-Zigaretten nicht Nikotin! Haben halt ne starke Tabaklobby

  • Vapestore am 13.09.2018 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig

    Die Juul, BO und wie sie alle heissen, sind schon länger in Europa und der Schweiz erhältlich. Liebe Politiker: Setzt euch dafür ein, dass Tabakzigaretten nicht mehr an 16 Jährige (teilweise auch an jüngere) verkauft werden dürfen! Scheinheiliges getue der Tabakindustrie.

  • Vapestore am 13.09.2018 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Zwei das gleiche tun...

    ...aber 2 Milionen Tabakraucher vorher. Das ist kein Problem!

  • Georg Matter am 13.09.2018 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur zu

    E-Zigaretten sind nicht gesünder als herkömmliche Glimmstengel und der Umstieg zu diesen wird kaum zu verhindern sei. Aber unserer AHV wird das gut tun und das in doppelter Hinsicht: mehr Einnahmen und später weniger Rentenbezüger.

  • Gähn am 13.09.2018 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm.......

    seit wie vielen Jahren gibts die Dinger jetzt? und jetzt ganz plötzlich wollen Amerika und die Schweiz reagieren und ein Verbot für Jugendliche einführen? Tönt ein bisschen nach Aktionismus.