Prophezeiungen

12. Oktober 2014 07:07; Akt: 13.10.2014 12:31 Print

Ebola, die Simpsons und die Verschwörungsfans

In einer Episode der Simpsons aus dem Jahr 1997 sprechen Marge und Bart über Ebola. Das ist ein gefundenes Fressen für die Verschwörungstheoretiker dieser Welt.

Wussten die Simpsons schon im Jahr 1997 von Ebola? (Video: YouTube/Angel White)
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Eine Episode der US-Zeichentrickserie «Die Simpsons» aus dem Jahr 1997 steht im Mittelpunkt der Debatte: In der 30-minütigen Episode «Lisa Sax» sprechen zwei der Hauptfiguren über Ebola – obwohl dazumal das Thema kaum in der Medienberichterstattung vorkam.

Die Episode wurde erstmals am 19. Oktober vor 17 Jahren ausgestrahlt. Darin schlägt Marge Simpson ihrem kranken Sohn Bart vor, ein Buch zu lesen. Der Titel: «Curious George and the Ebola Virus». Besonders merkwürdig: Der letzte grosse Ausbruch der Krankheit hatte in den 70er Jahren stattgefunden.

Simpsons wussten von Siri und Fukushima

Wieso aber wurde das Thema im Jahr 1997 erwähnt? Laut «The Independent» glauben viele Fans der Serie, dass die Simpsons-Macher eine besondere Fähigkeit haben, Ereignisse zu prognostizieren.

Die Liste ist nach Angaben des Blogs «Technologie-Potpourri» lang: So sollen die Simpsons unter anderem erstmals im Jahr 1994 die technischen Probleme der Spracherkennungs-Software «Siri» thematisiert haben. Nur: «Siri» kam im Jahr 2011 auf den Markt. Oder in einer Episode aus 1999 kommt Marge in Kontakt mit Gemüse, das offenbar durch Radioaktivität genetisch modifiziert worden war. Die Szene sollte in Japan nach dem Super-Gau in Fukushima traurige Realität werden.

Verschwörungstheoretiker sind überzeugt – und erleichtert. «Danke, dass Sie die Wahrheit verbreiten», kommentiert ein Benutzer auf YouTube das Simpsons-Video. Ein anderer meint: «Sie glauben, wir seien alles Marionetten. Sind wir aber nicht».

Nur zur Beruhigung: Obwohl über das Thema Ebola angeblich seit den 70er-Jahren nicht berichtet wurde, gab es immer wieder kleine Ausbrüche der Krankheit in Afrika. Im Jahr 1995 starben 254 Menschen im Kongo daran. Fünf Jahre später kam es in Uganda zu einem weiteren Vorfall, mit 224 Toten. Sehr wahrscheinlich lesen die Drehbuchautoren der Simpsons Zeitung.

(kle)