«Witz» über Auschwitz

01. Dezember 2011 18:09; Akt: 02.12.2011 09:02 Print

Ein «Nasi Goreng» am falschen Ort

Nach antisemitischen Äusserungen und einem geschmacklosen Witz vor den Toren Auschwitzs ist ein welscher Lehrer entlassen worden. Dieser will sich dies aber nicht gefallen lassen.

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Unpassendes Verhalten während einer Weiterbildungsreise ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz hat einem Lehrer aus der Waadt den Job gekostet. Der Primarlehrer wurde wegen Fotos auf Facebook und einer bewussten Provokation mit sofortiger Wirkung entlassen. Er will rekurrieren.

Der Lehrer stehe nicht mehr im Schuldienst, bestätigte Michael Fiaux, Sprecher des Departementes für Bildung, Jugend und Kultur am Mittwoch zu einer Information der Zeitung «Le Matin». Laut dem Zeitungsbericht hatte der Primarlehrer auf Facebook ein Foto von sich veröffentlicht, das ihn im KZ unter dem Schriftzug «Arbeit macht frei» mit einem Teller «Nasi Goreng» in der Hand zeigt.

«Habe dieses beschissene Buch nie gelesen»

Als Jude habe er das Recht, Witze über Juden zu machen, findet der Lehrer. Auch als er gesagt habe, «Mein Kampf» sei sein Lieblingsbuch, habe er nur einen Medienrummel auslösen wollen. «Ich habe dieses beschissene Buch nie gelesen. Das war nur Provokation», sagte er der Nachrichtenagentur SDA.

Auf die Geschichte angesprochen, erklärte der katholisch getaufte Lehrer, der sich wegen seiner jüdischen Grossmutter als Jude betrachtet und für rechtspopulistische Mouvement citoyens vaudois (MCVD) als Nationalrat kandidierte, er werde die Entlassung aus guten Gründen anfechten. Man wolle eine öffentliche Person vernichten.

«Absolut skandalös»

Seine Berufskarriere sei einwandfrei, er sei nie schlecht bewertet worden, sagte der Primarlehrer. Er habe sich zudem umgehend für die Auschwitz-Fotos entschuldigt.

Die Koordination gegen Antisemitismus und Diffamierung (CICAD) bezeichnete den Fall als «absolut skandalös». Es seien nicht nur die Juden zornig über das Gebaren von jemandem, der Kinder führen müsse, sagte CICAD-Generalsekretär Johanne Gurfinkiel.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • David Meier am 01.12.2011 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Für alle die den Witz nicht raffen

    Nasi Goreng => nazi Göring: Wenn man nazi auf französisch ausspricht tönt es gleich wie nazi. Goreng wird sich wohl auf Hermann Göring beziehen. Göring war Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe im Zeiten Weltkrieg. Zudem war er für die Gründung der Gestapo sowie die Errichtung der ersten Konzentrationslager verantwortlich. Unter diesen Umständen finde ich die Kündigung absolut angebracht. Trotzdem würde ich es begrüssen, wenn unsere Primarlehrer etwas weg von ihrem linken Sozi-Image kämen. Dieser Lehrer geht aber ganz klar zu weit!

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  • Christian Rusch am 02.12.2011 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Provokativ aber

    In der Schweiz kann man andere Leute verprügeln, Schaufenster demolieren, Autos anzünden und Häuser besetzen ohne mit ernsthaften Konsequenzen rechnen zu müssen. Aber man darf sich nicht mit einer Packung Nasi Goreng vor einem KZ fotografieren lassen.

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  • gelöscht am 01.12.2011 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gelöscht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian Rusch am 02.12.2011 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Provokativ aber

    In der Schweiz kann man andere Leute verprügeln, Schaufenster demolieren, Autos anzünden und Häuser besetzen ohne mit ernsthaften Konsequenzen rechnen zu müssen. Aber man darf sich nicht mit einer Packung Nasi Goreng vor einem KZ fotografieren lassen.

    • vali am 02.12.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      .....

      ganz deiner meinung....super

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  • Danny Toggenburger am 02.12.2011 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Jude

    Der Typ ist garantiert kein Jude. Judentum ist eine Religion und ein Jude würde so was nie machen.

    • Max, Ineichen am 02.12.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      Soso...

      Soso, schon mal was von Woody Allen gehört?

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  • Ueli M. am 02.12.2011 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Entlassung ok

    Lehrer, die es nötig haben, auf diese Weise zu "provozieren", damit sie bei den Jugendlichen (?) Gehör finden, sind am falschen Ort. Entlassung ist ok.

  • Marco am 02.12.2011 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Finde das jetzt übertrieben...

    Selbst wenn "Mein Kampf" sein Lieblingsbuch wäre... das sagt doch noch lange nichts über ihn aus. Könnte ja sein, dass es ihn einfach als Zeitdenkmal beeindruckt hat. Gut, hier wohl eher nciht der Fall, aber so lange er nicht rechtsextrem vor seinen Schülern politisiert, geht den Rest der Welt seine Ansichten nichts an

  • Zeitgeist am 02.12.2011 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ok aber

    Nun ja wie dem auch sei in gewisser Weise sollte sich der Lehrer als Vorbild verhalten und sicherlich nicht solche Fotos in ein Soziales Netzwerk stellen da ist er einfach nur stupid und ignorrant. Wie dem auch sei vieleicht treffe ich den nev aber das was passiert ist, ist vorbei und zwar seit langem und ich finde es nicht angebracht dass unsere generation immer noch dafür zur Verantwortung gezogen wird. Wir leben in einer zeit wo jeder das sagen kann was er will und das soll auch so sein. Natürlich trägt jeder die Verantwortung selber für seine Äusserung.