Schiffsunglück

17. Februar 2011 06:14; Akt: 17.02.2011 17:50 Print

Ein Schweizer unter den 12 Toten

In Vietnam sind beim Untergang eines Bootes 12 Menschen ums Leben gekommen. Darunter soll auch ein Schweizer sein. Das Unglück ereignete sich in der bei Touristen beliebten Bucht von Halong im Norden des Landes.

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Vietnamesische Rettungskräfte bringen Verletzte in die Ambulanzen.

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Ein Ermittler der vietnamesischen Polizei teilte mit, das Ausflugsboot sei am Donnerstagmorgen gegen 05.00 Uhr in der Halong-Bucht untergegangen. Bislang hätten Rettungskräfte 12 Leichen geborgen. Bei den Opfern handle es sich um elf Ausländer und einen vietnamesischen Führer.

15 Personen hätten lebend aus dem Wasser gerettet werden können, darunter neun Ausländer und sechs Vietnamesen. Ein Spitalmitarbeiter berichtete, drei Touristen - je ein Mann aus den USA und Frankreich und eine Frau aus der Schweiz - würden wegen leichterer Verletzungen behandelt.

10 Ausländer und 2 Vietnamesen tot

Unter den 12 Toten soll sich nach Angaben eines Verantwortlichen der Immigrationspolizei von Quang Ninh auch ein Schweizer sein. Daneben seien zwei Amerikanerinnen, zwei russische Frauen, zwei Schweden, ein Brite, ein Japaner, ein Franzose sowie ein vietnamesischer Tourist und ein Übersetzer unter den Opfern sein.

Überlebende berichten von den Schreckensminuten:(Quelle: AP Television)


Das schwedische Aussenministerium bestätigte gegenüber der Agentur AFP den Tod der beiden Schweden. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten bestätigte auf Anfrage von 20 Minuten Online lediglich, dass es Kenntnis von dem Vorfall habe und die Angelegenheit intensiv im Rahmen der Konsularischen Unterstützung verfolge.

Schiff versank in 30 Sekunden

Augenzeugen berichteten, das Schiff sei plötzlich auseinander gebrochen. «Mein Gott, George! Das Boot sinkt, wir müssen raus», das waren die letzten Worte seiner Freundin, erklärte George Fosmire, einer der geretteten Touristen aus den USA.

«Das Ganze dauerte zwischen 30 Sekunden und einer Minute», erklärte der sichtlich aufgewühlte Amerikaner gegenüber AFP mit brüchiger Stimme. «Ich musste mein Gesicht an die Kabinendecke drücken, um noch Luft zu bekommen». Dem jungen Mann gelang es schliesslich durch ein Fenster ins Freie zu schwimmen - wohl im Gegensatz zu seiner Freundin und deren Kollegin, wie er befürchtet.

Kein Sturm

Lokale Medien berichten, das Wetter und der Seegang seien ruhig gewesen. Von offizieller Seite wird kommuniziert, dass im Motorraum eine Holzplatte gebrochen sei. Daraufhin sei Wasser ins Schiff gelangt.

«Die Crew-Mitglieder versuchten noch, das Wasser zu stoppen und schlugen Alarm. Doch das Wasser konnte nicht aufgehalten werden und das Boot sank sehr schnell. Alle 12 Toten befanden sich in den Kabinen» sagte Vu Van Thin, Präsident der Provinz Quang Ninh gegenüber dem Telegraph.

21 Touristen an Bord

Insgesamt seien 21 Touristen, ein Guide und sechs Besatzungsmitglieder an Bord des Schiffes gewesen. Die Touristen stammten aus Australien, Frankreich, Italien, Japan, Schweden, den USA und der Schweiz.

Die malerische Halong-Bucht gehört zu grossen Sehenswürdigkeiten Vietnams. Sie zählt seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Jahr 2010 haben über zwei Millionen Menschen die Bucht besucht.

(sda/ap/afp)