Erdbeben Japan

12. März 2011 09:08; Akt: 12.03.2011 09:18 Print

Ein Tsunami-Beobachter ertrunken

Tsunami-Warnungen in Kalifornien liessen Küstenbewohner in höhere Lagen fliehen. Doch einige Schaulustige wollten die Wellen ganz nah erleben - mit tödlichen Folgen.

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Eine Küstenwache in Kalifornien ordert am Freitagmorgen Spaziergänger vom Strand, weil ein Tsunami die Region bedroht. (Bild: Keystone/AP)

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Nach dem schweren Erdbeben in Japan war die gesamte Westküste der USA evakuiert worden. Die Wellen wurden ab 7.30 Uhr am Freitagmorgen an der kalifornischen Küste erwartet. Die Küstenwache kontrollierte darauf die Strände und schickte mehrere Schaulustige weg. Drei Freunde, die mit Fotokameras ausgerüstet südlich der nordkalifornischen Küstenstadt Crescent-City am Strand standen, waren von der Küstenwache nicht entdeckt worden. Sie hatten die Mündung des Klamath River südlich von Crescent-City für ihre Tsunami-Expedition ausgesucht und wollten Bilder von den Wellen machen.

Ob sie die gewünschten Bilder schiessen konnten ist nicht klar. Als gegen 10 Uhr weitere Wellen herandonnerten, wurden sie von einem heftigen Stoss erfasst und alle ins Meer hinausgezogen. Zwei Männern gelang es, wieder zurückzuschwimmen. Ihr 25-jähriger Kollege wurde vom Wasser verschluckt. Die Freunde versuchten zunächst selbst, ihn zu retten, alarmierten später dann die Küstenwache.

Diese suchte sieben Stunden lang nach dem Vermissten. Er konnte aber bisher nicht gefunden werden.

Die drei Freunde waren nicht die einzigen, die von den Wellen mitgerissen wurden. In Brookings in Oregon wurden vier Schaulustige am Strand von den Wellen überrascht. Zwei von ihnen konnten sich selbst zurück ans Land retten. Die anderen wurden von Polizei und Feuerwehr gerettet.

(ann)