Schiffbruch im Eismeer

16. Dezember 2011 06:57; Akt: 16.12.2011 10:14 Print

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Im Südpolarmeer ist die Rettungsaktion für ein Schiff mit 32 Menschen an Bord gestartet worden. Der russische Fischtrawler «Sparta» ist in Seenot geraten.

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Sicher im Hafen: Die «Sparta» auf einem undatierten Archivfoto. (Bild: Keystone)

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In einem Wettlauf gegen die Zeit hat im Südpolarmeer eine Rettungsaktion für einen in Seenot geratenen russischen Fischtrawler begonnen. Die 55 Meter lange «Sparta» habe SOS gefunkt, teilte die neuseeländische Rettungszentrale RCCNZ am Freitag mit.

Das leckgeschlagene Schiff mit seiner 32-köpfigen Besatzung drohe in der Nähe des antarktischen Schelfeises rund 3700 Kilometer südöstlich von Neuseeland zu sinken. Zwei weitere Fischereischiffe hätten sich auf den Weg zur «Sparta» gemacht. Wegen schweren Eisgangs würden sie aber mindestens vier bis fünf Tage brauchen.

Im Eis eingeschlossen

Einige Besatzungsmitglieder der «Sparta» haben das Schiff den Angaben zufolge bereits verlassen und sich auf dem Eis in Sicherheit gebracht. Andere würden an Bord weiter versuchen, eindringendes Wasser abzupumpen. Zur Besatzung gehören 16 Indonesier, 15 Russen und ein Ukrainer.

Wie RCCNZ-Koordinator Ramon Davis sagte, versuche das rund 540 Kilometer entfernte Schwesterschiff der «Sparta», die «Chiyo Maru No. 3», dem Havaristen zu Hilfe zu kommen. Jedoch sei es selbst nur begrenzt in der Lage, Eis zu brechen.

Hilfe aus der Luft schwierig

Das nächstgelegene eistaugliche Schiff sei die neuseeländische «San Aspiring», die aber fast 850 Kilometer entfernt sei und für die Fahrt vier bis fünf Tage benötige. Ein anderes, nur 34 Kilometer entferntes Schiff habe dagegen keine Chance, sich einen Weg durch das Eis zu bahnen.

Auch aus der Luft ist Hilfe nur begrenzt möglich. Zwar sei ein Flugzeug von der amerikanischen Antarktisstation McMurdo aus gestartet. Jedoch könne es nicht auf dem Meereis landen, sondern lediglich Aufklärung über die Eislage liefern, sagte Davis.

Die Crew müsse wohl «ziemlich lange warten», bis Hilfe kommt. Allerdings seien Schutzanzüge und weiteres Material an Bord, so dass die Besatzung auf dem Eis überleben könne, wenn das Schiff aufgegeben werden müsse.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy M am 16.12.2011 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Tja lässt Piguins & Eisbären in ruhe

    Ja aber das glaube ich nicht, das man soweit weg vom Heimatland noch auf bald die letzten natürlichen Resourcen plündern geht. Dies sollte doch endlich verboten werden und sofort ein Schutzzone (Naturschutzpark für Meereslebewesen) errichten. Wahnsinn was die Menschheit aus reiner profitgier zerstoert und plündert! Dies sollte endlich verboten werden.

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  • Peter S. am 16.12.2011 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schrott

    Wenn ich das Bild dieses Schiffes anschaue - welches schon alt ist, wundert es nicht dass so was irgendwann mal leck schlägt. Wohl nicht mal durch Eis sondern einfach durchgerostet.

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  • Urs Meier am 16.12.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Spaziergang

    Ich empfehle einen 34-Kilometer-Spaziergang übers Eis in Richtung des anderen Schiffes. Wer's überlebt, wird gerettet. Das sind doch Aussichten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy M am 16.12.2011 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Tja lässt Piguins & Eisbären in ruhe

    Ja aber das glaube ich nicht, das man soweit weg vom Heimatland noch auf bald die letzten natürlichen Resourcen plündern geht. Dies sollte doch endlich verboten werden und sofort ein Schutzzone (Naturschutzpark für Meereslebewesen) errichten. Wahnsinn was die Menschheit aus reiner profitgier zerstoert und plündert! Dies sollte endlich verboten werden.

    • chrigu am 16.12.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      Antarktisches Vertragssystem

      Die antarktischen Eisbären und die aktischen Pinuguine sollten Ruhe haben - weil es sie gar nicht gibt! Übrigens: Es gibt einen "Antarktisvertrag" (Begriff in Suchmaschine oder Wikipedia eingeben), nur wird der kaum eingehalten.

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  • Tomy am 16.12.2011 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Gut im Schuss!

    Immerhin ist das Schiff gut im Schuss... ;-)

    • salty am 16.12.2011 13:38 Report Diesen Beitrag melden

      Meer ist salzig

      Wie würde ihr Auto unten durch wohl aussehen, nach 3-4 Jahren dauer Schneesalz matsch fahren, wenn er nur mit Farbe bedeckt wäre?

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  • Peter S. am 16.12.2011 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schrott

    Wenn ich das Bild dieses Schiffes anschaue - welches schon alt ist, wundert es nicht dass so was irgendwann mal leck schlägt. Wohl nicht mal durch Eis sondern einfach durchgerostet.

    • Andreu am 16.12.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      Ja Ja

      Ich sag nur das entsorgen von dem Schiff, wie es da liegt, kostet nicht wenig... da ist es gut wenn man versichert ist, und schön weit weg.

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  • Urs Meier am 16.12.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Spaziergang

    Ich empfehle einen 34-Kilometer-Spaziergang übers Eis in Richtung des anderen Schiffes. Wer's überlebt, wird gerettet. Das sind doch Aussichten!

    • marco.henzer@ubs.com am 16.12.2011 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Walk in the Park

      Das wäre gar nicht so schlimm. GPS Sender mitnehmen. Position auf den Meter genau wissen und Kontakt halten mit dem anderen Schiff. Das Problem wären höchstens Eisbären, aber die gibts ja glücklicherweise am Südpol nicht, nur Pinguine.

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  • regula stark am 16.12.2011 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    und täglich grüsst das Murmeltier...

    ist doch echt der Hammer, was auf den Weltmeeren unterwegs ist. Hauptsache, der Rost hält es noch zusammen... Kein Wunder also, dass Fisch zu billig und die Meere so überfischt sind.