Ort versteigert

21. Mai 2012 16:51; Akt: 21.05.2012 17:06 Print

Ein ganzes Dorf für 520'000 Euro

Zwei Monate nachdem ein Vietnamese die kleinste Stadt der USA ersteigert hat, reisst sich ein südkoreanischer Künstler ein französisches Dorf unter den Nagel - und kommt erst noch günstiger weg.

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Das Dorf Courbefy in Westfrankreich zählt 21 Häuser - die meisten verfallen und seit vier Jahren keines davon mehr bewohnt. (Bild: AFP/Pascal Lachenaud)

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Der südkoreanische Landschaftsfotograf Ahae Jeong hat am Montag das verlassene westfranzösische Dorf Courbefy zum Preis von 520 000 Euro ersteigert.

Er hatte für den Weiler mit seinen 21 teilweise verfallenen Häusern und Ställen, wo seit 2008 keine Menschenseele mehr wohnt, zunächst 330 000 Euro geboten. Der Preis kletterte innerhalb weniger Minuten schrittweise um jeweils 5000 Euro bis zum Kaufpreis von 520 000 Euro, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Courbefy liegt malerisch am Fusse einer Festung in 557 Metern Höhe. Die nahe Limoges gelegene Ortschaft hat einen beeindruckenden Blick auf das Zentralmassiv. Der letzte Eigentümer hatte das Dörfchen 2003 gekauft und wollte dort ein Feriendorf errichten.

Was will der Künstler mit dem Dorf? Man weiss es nicht

Er ging aber in Konkurs und häufte bei seiner Gläubigerbank rund 650 000 Euro Schulden an. Die Bank beantragte schliesslich die Versteigerung vor dem Landgericht in Limoges. Ein erster Anlauf im Februar scheiterte, weil niemand den damals geforderten Mindestpreis von 300 000 Euro bezahlen wollte.

Nachdem viele Medien in Frankreich und anderen Ländern über den Flop bei der ungewöhnlichen Auktion berichtet hatten, meldeten sich aber potenzielle Investoren. Am Montag steigerten dann zwei Bieter mit Ahae mit. Was der Fotograf, dessen Ausstellung «Through my window» ab 26. Juni im Pariser Louvre gezeigt werden soll, mit dem Dorf vorhat, war zunächst nicht bekannt.

(sda)