Schulmassaker in Florida

03. April 2018 16:43; Akt: 03.04.2018 18:38 Print

Durchsichtiger Rucksack stösst Schülern sauer auf

Zurück aus ihren Frühlingsferien wurden die Schüler der High School in Parkland mit einem neuen Accessoire ausgestattet. Ihre Begeisterung hält sich in Grenzen.

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Nach dem Massaker an einer High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida stossen neue Sicherheitsmassnahmen bei vielen Schülern auf wenig Gegenliebe. Die 3000 Schüler der Schule müssen seit Wochenbeginn durchsichtige Rücksäcke tragen.

So sollen mitgeführte Waffen schneller erkannt werden können. Ein Ex-Schüler hatte am 14. Februar 17 Menschen an der High School erschossen. «Verletzung der Privatsphäre», twitterte eine Schülerin zu den neuen Rucksäcken. Eine andere schrieb ironisch, das Plastik sei fast so transparent wie die Politik der Waffenlobby NRA.

Zur Pflicht, diese Rucksäcke zu tragen, kommen weitere Massnahmen wie Taschenkontrollen und ein sichtbar zu tragender Ausweis. Ausserdem wird über Metalldetektoren nachgedacht. Der Schulbezirk Broward hat die Massnahmen durchgesetzt. Sie gelten nicht im ganzen Bundesstaat.

Schüler schrieben in sozialen Netzwerken unter Anspielung auf die laxen Waffengesetze, diese Massnahmen seien ja gut und schön – man solle sich aber besser auf das Wesentliche konzentrieren, statt Schulen in Gefängnisse zu verwandeln.

«Meine Lunch-Papiertüte wurde kontrolliert», schrieb Schülerin Christy Ma. «Eine Frau hat mein Sandwich gecheckt und festgestellt: keine Bedrohung.»

Tampons im Rucksack

Ein Schüler hat besonders originell auf das neue Accessoire reagiert: Er postete auf Twitter ein Bild seines durchsichtigen Rucksacks, der mit Tampons gefüllt ist. Dazu bemerkte er, dass er gerade neue Dinge über die Gesundheit von Frauen lerne. «Dieses Zeug ist teuer. Schritte, die unternommen werden müssen, um diese Gesundheitsprodukte leichter zugänglich zu machen», schrieb er weiter.

Seit der Attacke auf die Schule hat sich in den USA eine breite Schülerbewegung formiert, die sich für ein schärferes Waffenrecht einsetzt. Geschehen ist bisher so gut wie nichts.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sehnsucht 6 7 am 03.04.2018 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schräge Politik

    Es wird sich auch nie ändern solange die Waffenlobby das sagen hat. Jetzt müssen die Schüler die Zeche zahlen für die verkorkste Amerikanische Politik.

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  • hansi1990 am 03.04.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NRA

    in der Arbeitswelt auch "Workaround" genannt..

  • Foolio am 03.04.2018 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leidiges Thema dort drüben...

    Sie sollten lieber die Waffengesetze verschärfen. Finde solche Massnahmen sind eher ein Tropfen auf dem heissen Stein. Aber leider ist die NRA zu mächtig. Vor allem mit Trump im weissen Haus...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Shayna am 04.04.2018 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinalibi

    Alibiübung Wenn wieder etwas passieren sollte, kann man wenigstens sagen man hat alles getan um Schüler Lehrer usw zu schützen...

  • Jack am 03.04.2018 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nützt nichts

    Da wird niemanden davon abhalten, in einer Schule um sich zu schiessen

  • Timmer am 03.04.2018 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wir wollen doch nur sicher sein...

    Auf kosten die Grundrechten andere. Tja, sei vorsichtich was du dir wünscht. Und wer jetzt noch behaupten will die NRA ist schuld, diese idee kam aus die linke ecke der Politik und die Schuladministration.

  • Leo am 03.04.2018 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Irrsinn

    Entwaffnung ist die Lösung und nicht durchsichtige Rucksäcke. Der Kriminelle kommt wohl nicht mit diesem Rucksack in eine Schule. Waffenverkäufe kontrollieren und wenn möglich immer verbieten.

  • Cartman1993 am 03.04.2018 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Verfechter des privaten Waffenbesitzes berufen sich relativ häuftig darauf, dass ein solches Verbot ein Eingriff in ihre Privatsphäre sei. Wäre mal interessant, wie sie dann diesen Schritt bewerten und welchen Einschnitt sie höher bewerten.

    • Slsl am 03.04.2018 23:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cartman1993

      Eine Waffe hat doch nichts mit der Privatsphäre zu tun, sondern mit der Freiheit. Schon ein rechter Unterschied.

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