Saftige Religionskritik

07. Oktober 2012 13:58; Akt: 07.10.2012 14:04 Print

Eine Ananas namens Mohammed

Wenn eine Ananas «Mohammed» genannt wird, ist Ungemach programmiert. So geschehen an der englischen Elite-Uni Reading, als eine Studentengruppe die Grenzen der Meinungsfreiheit ausloten wollte.

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Die Ananas (Ananas comosus respektive Ananas sativus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).
(Bild: colourbox / Text: Wikipedia)

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«Beleidigt zu sein bedarf es wenig», könnte man in Abwandlung des bekannten Kinderliedes sagen. Eine simple Ananas zusammen mit einem Namensschild reicht bereits, um den gewünschten Reflex auszulösen. Dies hat unlängst «The Reading University Atheist, Humanist and Secularist Society» (RAHS) erfahren: Die atheistische Studentengruppe versah eine Ananas mit dem Etikett «Mohammed», um die Diskussion über die Frage «Sollten wir Religion respektieren?» zu beleben.

Die Aktion, die während einer Einführungsveranstaltung der Studentenfachschaft (RUSU) an der englischen Elite-Uni Reading stattfand, provozierte nachhaltiger, als es sich die religionskritischen Studenten wohl erhofft hatten. Ein RUSU-Vorstandsmitglied erschien am Stand der Atheisten und teilte ihnen mit, die Ananas des Anstosses sei zu entfernen, da mehrere Beschwerden gegen dieses Objekt eingegangen seien.

«Entweder verschwindet die Ananas oder ihr!»

Die wackeren Atheisten gaben freilich nicht nach, hatten sie die ominös benannte Frucht doch auf ihrem Stand gerade deshalb zur Schau gestellt, um so «die Tatsache zu feiern, dass wir in einem Land leben, in dem die freie Meinungsäusserung geschützt ist und in dem es legal ist, eine Ananas so zu benennen, wie man möchte». Darauf erschien ein weiteres RUSU-Vorstandsmitglied mit der unmissverständlichen Botschaft: «Entweder verschwindet die Ananas oder ihr!»

Nun eskalierte die Situation, wie das Online-Portal «Huffington Post» berichtet. Es kam zu einem Gerangel, in dessen Verlauf die Ananas ihren Eigentümern weggenommen, kurz darauf aber wieder zurückgegeben wurde. Diese tauften die Frucht nun auf den Namen «Jesus» um – ein offensichtliches Täuschungsmanöver, das jedoch nicht fruchten sollte.

«Bestrafung für Blasphemie»

Mittlerweile hatten sich nämlich etwa fünf Studenten am Stand der Atheisten eingefunden, von denen sich einige als Muslime zu erkennen gaben. Sie kritisierten die Aktion und verlangten die Entfernung der Erst-Mohammed-dann-Jesus-Ananas. Dann erschien auch das zweite RUSU-Vorstandsmitglied wieder; nun mussten die Atheisten ihren Stand räumen und – begleitet von Sicherheitspersonal – die Veranstaltung verlassen.

Ein Sprecher der atheistischen Studentengruppe erklärte danach, ihr Ausschluss von der Veranstaltung komme einer «Bestrafung für Blasphemie» gleich, was allen zu denken geben sollte, die für das Recht auf freie Meinungsäusserung einträten. Der Vorstand der Studentenfachschaft hat bisher noch nicht Stellung zu dem Vorfall genommen.

Zum Thema «Blasphemie»: Steinigungsszene aus dem Film «Das Leben des Brian» (1979)

(Quelle: Youtube/Quadpumpedcore)

(dhr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stranger am 07.10.2012 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Mal ganz ehrlich

    Was soll diese ganze Provokation ? Lasst uns Muslime glauben was wir wollen und nehmt das nicht auf die Schippe. Durch eure Provokation wird nur bewiessen, dass sich das Christentum kaum aus dem Mittelalter bewegt hat. Ich weiss ,das wird den ganzen arabischen Ländern auch vorgeworfen, aber z.B. Die U.S.A ist doch auch nur eine Diktatur wenn man sich ihr verhalten genau ansieht. Wo war ich ? Achja, ihr seid eine Schande für eure Kultur und Religion wenn ihr eine solche Intoleranz aufweist.

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  • Kreuzritter am 07.10.2012 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Name Mohammed

    Ich kenne einen Esel namens Mohammed. Wo ist nun das Problem?

  • Andre Prader am 08.10.2012 02:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taktik

    Es geht gar nicht darum warum man diese Wortspiele betreibt, man weiss ja das man absichtlich provoziert, man will einfach eine Reaktion haben, eine Reaktion in dem man wieder ein neues oder bereits bestehendes Feindbild entstehen bzw. auffrischen will. Man macht das nicht UM zu provozieren man macht das UM die Reaktion zu sehen und diese zu propagieren. Also ich bin Christ aber das man SOOOOO übertreiben muss grenzt an grenzenloser Dummheit und zwar rede ich von meinem Glauben, schliesslich weiss man wie die Muslime reagieren ! HÖRT ENDLICH AUF ! LASST DIE MUSLIME MUSLIME SEIN !

Die neusten Leser-Kommentare

  • X.Osmani am 08.10.2012 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respektlos und Armselig 

    Um es einwenig verständlicher zu machen. Wenn ich z.B. die Mutter von jemanden beleidige und es offensichtlich ist wessen Mutter gemeint ist, ist dann diese Person dessen Mutter beleidigt wird nicht auch beleidigt? Erzählt mir jetzt kein wenn und aber, wir kennen alle die Antwort. Wir lieben unseren Propheten, er hat sein ganzes Leben geopfert damit die Menschheit einen Sinn im Leben hat. Und wer ihn beleidigt der beleidigt auch mich!

  • BigBang am 08.10.2012 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwach

    Bevor man den Islam kiritisiert sollte man die Religion kennen,niemand der hier den islam kritisiert kennt ihn.Folgedessen sollten diese kommentare gar nicht veröffentlich werden weil diese ein falsches zeugniss davon abgeben.Allein durch das heutige Weltbild der Medien eine Weltreligion an denn pranger zu hängen ist schwach und unwissend.Nur schade das dies hier kein diskussionsforum ist

    • Tommy am 09.10.2012 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      machst du ja auch

      Du urteilst auch grade über mich, obwohl du mich nicht kennst! Aber du hast in einem Punkt recht: Schade ist es kein Diskussionsforum.

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  • P.S. am 08.10.2012 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässigkeit

    Ein muslimischer Mann (nicht der Prophet) darf ohne Konsequenzen Mohammed genannt werden und bei einer Ananas gibts gleich einen riesen Aufstand?

  • Einerder Reisch Heisst am 08.10.2012 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hahahaaahaaaa

    Ich lach mich kaputt... Das meine werten freunde ist schwarzer humor wie er nur auf der insel zu finden ist. Einfach genial!

  • Zölibart am 08.10.2012 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft

    Lacht gott? Darf es humor in religion geben? Man muss nicht alles (zb benannte ananas) todernst nehmen.